Rock The Nation in Leipzig: Arena empfängt Rock-Oldtimer im Juni
Daniel Thalheim
30.03.2011
Thin Lizzy: Scott Gorham (li.) weiß, Sänger Ricky Warwick (2.v.r.) hat dasselbe Timbre wie Phil Lynott.
Bild: thinlizzy.org
Da sage mal einer, dass altes Eisen rostet. Die Créme de la Créme der Hardrock-Szene der Siebziger Jahre wollte anfangs in Ferropolis spielen. Nun wird die gigantische Reise von Rock-Dinosauriern nach Leipzig umziehen. Bereits verkaufte Karten behalten ihre Gültigkeit.
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Mit Journey, Foreigner und Saga ging's los mit den Meldungen um die "Rock The Nation"-Tournee. Das war Dezember 2010. Im März kamen Kansas und Night Ranger hinzu. Nun sind weitere Acts für das mittlerweile zum Rock-Festival-Wanderzirkus angewachsenen Ereignis bestätigt. Neben Manfred Mann's Earth Band sind am 25. und 26. Juni in der Leipzig-Arena auch Survivor, Stryper, FM, Thin Lizzy, Apart From Rod Heat, Unbuttoned Heart und Mr. Big in der Arena zugegen. Zwei Tage lang nur Hardrock-Himmel für alle, die "damals" noch dabei waren.
Mr. Big seit 1990 nahezu weg, 2011 wieder da.
Bild: www.mrbigsite.com
Dazu teilen die Veranstalter von Wizard Promotion und Känguruh Production mit: "Das Rock The Nation - Festival kommt direkt in die Metropole von Sachsen und zieht von der Freilichtbühne Ferropolis bei Dessau in die publikumsnahe City nach Leipzig um. Das Zwei-Tages-Festival ist somit noch besucherfreundlicher und nahezu wetterunabhängig. Bereits gekaufte Tickets für Dessau behalten Ihre Gültigkeit für die Arena in Leipzig."
Seit Dezember scheint das Festival an Attraktivität zu gewinnen, wahrscheinlich weil der Vorverkauf stetig zunimmt und Fans des melodiösen Hardrocks auf den Trichter kommen, dass hier ihre Lieblinge aus dem Plattenregal direkt nach Sachsen hüpfen werden. Das klingt nach Superlative, denn scheinbar erleben die alten Kapellen ein Revival, oder er wird einfach medial herbei geführt. Die meisten der hier auftretenden Bands haben ihre große Zeit schon weit hinter sich, fanden in den letzten Jahren allenfalls Beachtung in Musikfachblättern für die ältere Generation. Stürzen sich die jungen Leute doch viel eher auf so manche Künstler, die mit aufgesetztem Image und wenig Können die Charts verstopfen.
Dagegen bauen Bands wie die in die Siebzigern gegründeten Thin Lizzy auf gutes Songwriting. Die irische Band, die sich nach dem Tod ihres Frontmanns Phil Lynott lange aufgelöst war, ist seit wenigen Jahren wieder live und mit Studiowerken unterwegs. Gitarristen wie Gary Moore und Brian Robertson fingen bei Thin Lizzy an, machten entweder wie Gary Moore solo Karriere oder ging wie Robertson nach mäßig erfolgreichen Alben seiner Band Wild Horses 1982 zu den englischen Rockern Motörhead, um nach seinem Rauswurf 1983 dann lange Zeit nichts mehr von sich hören zu lassen. Für 2011 ist ein erstes Solo-Album angekündigt. Inzwischen starten Thin Lizzy mit ex-The Almighty-Frontmann Ricky Warwick als Sänger durch, von dem Gitarrist Scott Gorham in einem Interview in der Rock Hard-Ausgabe 287 sagt, dass Warwicks Timbre stark an dem von Phil Lynott (1949 - 1986) erinnere.
"Trendy" ist die Rocker-Reise von "Rock The Nation" zwar nicht, wird aber sicher für Aufsehen auch unter jüngeren Leuten sorgen, die von Kapellen wie Journey, Survivor und Foreigner bestenfalls alte Videos aus den Achtzigern kennen, oder Best-Of-Alben aus dem Ramschregal großer Media-Supermärkte. Das tut aber der Musik keinen Abbruch, finden sich hier noch Bands ein, die auf solide Gitarrenarbeit setzen und auf den schnellen Effekt verzichten. Das mag so mancher als "langweilig", "bieder" und "altbacken" bezeichnen. Aber solche Unkenrufe brechen ganz schnell ein, wenn sie sich selbst bei Hits wie "Eye Of The Tiger", "Juke Box Hero", "Whisky In The Jar" und "Wheel In The Sky" beim mitsummen erwischen.
Tickets für die Rock The Nation Festivals 2011 gibt es an den bekannten Vorverkaufsstellen, unter der bundesweiten Tickethotline 01805 570000 (0,14 Euro/Minute, Mobilfunkpreise max. 0,42 Euro/Minute) oder im Internet unter www.eventim.de.
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