In der Wildnis: Uriah Heep sind mit "Into The Wild" noch am Leben
Daniel Thalheim
18.04.2011
Into The Wild: Uriah Heep gehören auch nach 40 Jahren noch lange nicht zum Alteisen.
Bild: Frontiers Records
Sie spielen am 23. April in Leipzig. Ein neues Album hat die seit 40 Jahren bestehende Band auch auf Lager. Uriah Heep sind zwar nicht ganz so berühmt wie die Rolling Stones oder Led Zeppelin, aber Freunde von Fantasy-Texten und ge-orgeltem Hardrock werden den Briten aus der Hand fressen. "Into The Wild" heißt ihre neueste Schöpfung.
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Uriah Heep: Into The Wild
Man sollte sich nicht vom braunen Cover mit der schönen Sonnenuntergangsstimmung beeindrucken lassen. Denn das, was die Rock-Opas auf "into The Wild" vom Leder ziehen hat Format, sich zwischen Hits wie "Lady In Black" "The Wizard" und "Gypsy" nahtlos einzureihen. Die Band, die in den Siebzigern mit mehrstimmigen Gesang, treibenden Hardrock-Songs und Besetzungswechseln von sich Reden machte, kann den jungen Bands immer noch davon rauschen, als wären die vergangenen dreißig Jahre nie vergangen.
"Into The Wild" ist seit 15. April im Handel.
Bild: Frontiers Records
Hier knackt die gute alte Hammond-Orgel, grummeln und jaulen die E-Gitarren um die Wette, singen die Musiker aus voller Seele rockige und einfühlsame Hymnen wie "I Can See You", "Lost" und "Into The Wild". Kraftstrotzende und aufbäumende Rocker wie "Money Talk" brauchen etwas Zeit sich zu entwickeln, aber dann... Beherzte Griffe in den Blues unternehmen Uriah Heep in nahezu jedem Stück, liegt es nicht zuletzt am Gitarrenspiel von Gründungsmitglied Mick Box. Selbst bei Halb-Balladen wie "Trail Of Diamonds" knicken die Herren nicht ein. Uriah Heep kopieren sich nicht, sie sind einfach so wie sie sind. In diesem Punkt sind die Briten ihren Kollegen von Black Sabbath weit voraus. Trotz gefühlten hunderten Besetzungswechseln und Rückschlägen ist Uriah Heep neben Deep Purple die beständigste Combo aus der so anderen Rock'n'Roll-Zeit auf der britischen Insel.
Wo Deep Purple zuletzt doch etwas hüftsteif geworden sind, beweisen Uriah Heep mit "Into The Wild" sich und ihren Fans, dass sie es noch drauf haben. "Into The Wild" ist das Gaspedal in der heimischen CD-Anlage, oder der Soundtrack für die ganz eigene Fantasy-Reise zurück in die Siebziger. Hammond-Orgel, melodiöse Solo-Einlagen, Blues mögen für manche anachronistisch in Zeiten von Pop-Retorte und Massen-Events sein. Aber wo sonst entfaltet sich beim Hören von Musik vorm inneren Auge eine gemütliche Hängematte, in die man sich beruhigt reinlegen kann ohne an Mode, Zeitgeist und Trend zu denken. "Into The Wild" ist mehr als das.
Veröffentlichungsdaten
Album: Into The Wild
VÖ: bereits erschienen
Label: Frontiers Records
Webseite: www.uriah-heep.com
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