Musik macht schlau: Keimzeit geben für Musikprojekt auf der Parkbühne Geyserhaus ein Akustik-Konzert
Daniel Thalheim
16.05.2011
V.l.n.r.: Florian Schetelig, Projektleiter von „Musik macht schlau“, Keimzeit-Sänger Norbert Leisegang, Geyserhaus-Geschäftsführer Thomas Farken.
Foto: Daniel Thalheim
Es geht um einen guten Zweck - Kids. Der 20. August darf dick in die Terminkalender eingetragen werden. Keimzeit werden einen Unplugged-Auftritt für die Initiative "Musik macht schlau" geben. Was Tokio Hotel und andere Bands schon vorgemacht haben, werden Keimzeit auf der Parkbühne am Geyserhaus nun ebenfalls tun. Die Erlöse des Konzerts gehen ans Musikprojekt für finanziell benachteiligte Kinder.
Anzeige
30 Jahre gibt es die Band schon, die 1980 von Sänger Norbert Leisegang und seinen Geschwistern gegründet wurde. Inzwischen sind die sanften Rocker gereift, ein wenig hat sich auch in der Besetzung was getan. Und ein neues Album wird auch schon wieder geschrieben. Doch zunächst heißt es "Musik macht schlau", ein Projekt des soziokulturellen Zentrums GeyserHaus e.V in Leipzig-Eutritzsch. Seit 2008 existiert das Projekt. in dessen Zentrum die Förderung von Kindern und Jugendlichen aus sozial benachteiligten Familien steht. Als ein konkretes Bildungsangebot für musisch begabte Kinder, oder solche, bei denen das Talent noch hervor gekitzelt werden kann.
Es ist ein besonderes Anliegen von Keimzeit-Gründungsmitglied Norbert Leisegang gewesen, extra für die Presse und Öffentlichkeit am 16. Mai gemeinsam mit Thomas Farken, Geschäftsführer des GeyserHaus e.V. und Florian Schetelig, Projektleiter von „Musik macht schlau“, Rede und Antwort zu stehen. Zuletzt war Leisegang mit seiner Band 1996 auf der Geyserhaus-Parkbühne, weiß Thomas Farken eingangs zu berichten. Zum Vorhaben selbst betont Farken nochmals ausdrücklich, dass sämtliche Konzerterlöse an das Projekt "Musik macht schlau" gehen. Deswegen appelliert er nicht nur an die Leipziger: "Je mehr Leute kommen, desto mehr fließt Geld ins Projekt."
Norbert Leisegang, Keimzeit.
Foto: Daniel Thalheim
"Wir können mit den Erlösen zwei Stipendien vergeben", so Farken weiter. Die musikalischen Angebote wären damit im Geyserhaus für die an den Stipendien teilhabenden Kinder kostenlos. "Die Unterrichtsstunden können um ein Vierteljahr verlängert werden." In dem Projekt geht es um musische Bildung, was hat aber die Band Keimzeit dazu bewogen mit ihrem 2009 gegründeten Akustik-Projekt, sich für "Musik macht schlau" einzusetzen?
Norbert Leisegang ist wichtig, dass nicht nur musikalische sondern auch allgemeine musische Befähigung an die Kinder heran getragen werden. "Wer kann das besser wie Leute, die sich als Veranstalter, Pädagogen und Musiker um Musik kümmern. Dazu zähle ich die schönen Künste im Allgemeinen. So früh wie möglich sollen neben Musik auch Theater und andere Künste gelehrt werden." Angesichts der Dauer des Stipendiums ist es zwar aus Sicht von Leisegang nicht mehr als ein "Schnupperkurs", doch schon angesichts dieses Ziel des Projektes ist der Sänger einfach nur begeistert.
Florian Schetelig, Projektleiter von „Musik macht schlau“ ergänzt, dass die Stipendiumdauer zwar ein Jahr lang dauert, aber das Gesamtprojekt bereits seit drei Jahren besteht. Insgesamt werden so insgesamt 25 Kinder betreut. "Tatsächlich sind einige von ihnen schon seit drei Jahren dabei, andere haben aufgehört, neue sind dazu gekommen. Dieser Bereich, um den es hier geht, kann nur durch bürgerliches Engagement finanziert werden. Das sind alles Spenden, die wir gemeinsam mit der Stiftung 'Bürger für Leipzig' sammeln. Wir versuchen immer Prominente einzubinden, die für diesen Zweck schnell zu begeistern sind."
2010 hat das Leipziger Calmus Ensemble, eine fünfköpfige Vokalgruppe aus ehemaligen Mitglieder des Leipziger Thomanerchors für "Musik macht schlau" Stimme gezeigt, zu Beginn des Projekts 2008 spendeten die Stadien-Rocker von Tokio Hotel einen größeren Betrag. "Ungefähr 500 Euro entstehen an Kosten pro Kind und Jahr. Dabei geht es um Einzelunterricht", weiß Schetelig zum Umfang der Leistung zu berichten. "Für finanziell benachteiligte Kinder und Familien sind das relativ hohe Hürden. Wenn man sieht, was die derzeitige Bundesregierung als Bildungspaket verkauft, lässt sich nur davon eine halbe Unterrichtsstunde im Monat finanzieren." Häppchenbildung reicht natürlich aus Sicht aller Beteiligten überhaupt nicht.
Keimzeit akustisch am 20. August in Leipzig für einen guten Zweck.
Bild: keimzeit-akustisch.de
Schetelig betont wie Leisegang auch, dass es bei "Musik macht schlau" nicht nur um musikalische Bildung geht, sondern auch um musische Bildung generell. "So haben wir insbesondere im Projekt 'Leipzig macht Musik', an dem alle Leipziger soziokulturellen Zentren beteiligt sind, auch benachbarte Künste mit einbezogen." Damit meint der Projektleiter von „Musik macht schlau“ Projekte, die in Richtung Jugendkultur gehen. "Hip Hop, Graffiti, Tanzprojekte - das alles findet in diesem Jahr unter dem Titel Starkult statt", so Schetelig weiter. Dessen Auftakt fand am 14. April in der naTo statt. Das erste Starkult-Projekt heißt "Dance will never end..." und wird am 20. Mai in der Begegnungsstätte Mühlstraße gezeigt.
Doch zunächst liegt der Fokus des Geyserhaus und von Keimzeit auf dem Auftritt am 20. August, wofür schon der Vorverkauf für das Parkbühne-Konzert angelaufen ist. Weil an diesem Ort viele gute Erinnerungen hängen, ist es besonders lohnenswert für die Musikfreunde, sich nach Eutritzsch zu begeben. Ein neues Album offeriert Norbert Leisegang seinen Fans für kommenden Frühjahr 2012. Derzeit schreibt er fleißig neue Songs. "Für die Produktion werden wir zu Dennis F. Moody nach Los Angeles gehen. Dennis lud uns immer schon ein, jetzt haben endlich den Entschluss gefasst." Moody hat schon früher ein Keimzeit-Album produziert, die Band selbst organisiert Marketing und Promotion aus eigener Hand, kann sozusagen unabhängig von Plattenfirmen agieren. "Wir befinden uns in einer intensiven Vorbereitungsphase und wollen im Oktober und November aufnehmen und im Frühjahr 2012 das Album präsentieren."
Bis das soweit ist, steht Norbert Leisegang mit Geigerin Gabriele Kienast, Bruder Hartmut Leisegang am Kontrabass und Rudi Feuerbach mit Gitarre und Gesang auf der Geyserhaus-Parkbühne. Für Leisegang wird's ein besonderes Erlebnis werden, weil er und seine Band seit den Achtzigern hier in Leipzig unterwegs sind. 1996 hatte sich aber jemand "akustisch belästigt gefühlt" von den Keimzeit-Klängen. Jener Bürger rief laut Leisegang die Polizei und behauptete, hier läge eine Bombe. Die Band hat trotzdem weiter gespielt. Inzwischen ist laut Thomas Farken alles im grünen Bereich, was die Anwohner angeht, so dass derartige Probleme nicht mehr auftauchen.
Keimzeit akustisch am 20. August, 19.30 Uhr auf der Parkbühne Geyserhaus für 20 Euro im Vorverkauf, plus Gebühren. Wer im Rahmen des Projektes Musik macht schlau mehr geben möchte, wird an diesem Abend darüber hinaus sicher einen Ansprechpartner und Informationen vorfinden.
Die Drogenpolitik und der Umgang mit Suchtkranken in Leipzig ist und bleibt offenbar ein heißes Eisen, das von dem einen oder anderen Protagonisten mit mehr oder weniger Eifer am Glühen gehalten wird. So schlug ein Interview von Michael Burgkhardt in der LVZ hohe Wellen. Der Chef der Bürgerfraktion im Stadtrat, gleichzeitig Suchtmediziner, ging mit der Stadt und dem Umgang mit der Drogenszene Leipzigs hart ins Gericht. mehr…
Am Dienstag, 22. Mai, wurden im Festsaal des Neuen Rathauses die Leipziger Agenda-Preise 2012 verliehen. In fünf Kategorien wurden Preisgelder in einem Gesamtumfang von 14.000 Euro sowie Sachpreise im Wert von rund 10.000 Euro vergeben. mehr…
Die Lebenshilfe Leipzig organisiert vom 8. bis 10. Juni zum zweiten Mal ein Geschwisterseminar mit der renommierten Sozialwissenschaftlerin Marlies Winkelheide (Bremen/Geschwisterkinder.de) und ihrem Team. Dieses wendet sich an die Eltern und Geschwisterkinder in Familien mit behinderten Kindern und findet in der Jugendherberge in Dahlen bei Leipzig statt. mehr…
Den 29. Mai kann, wer Lust hat, sich über diese seltsame Stadt am sächsischen Westrand ein paar Gedanken zu machen, vormerken im Kalender. Es ist ein Dienstag. Und die Stadt lädt ein in die Kongresshalle, konkret in den Händelsaal. Ab 19 Uhr darf man rein und schon mal die Fühler ausstrecken, 19.30 Uhr beginnt die Auftaktveranstaltung für ein Leipziger Zukunftsprojekt. Motto: Leipzig weiter denken. mehr…
Am 24. Mai um 15 Uhr lädt der Garten Annalinde mit Kaffee und Kuchen herzlich zur Eröffnung seiner Gartensaison ein. Seit Juni 2011 gibt es den mobilen Nutzgarten auf der Freifläche hinter der Bibliothek Plagwitz. Neben Kohl und Kartoffeln in Säcken werden dort Radieschen, Salat und Tomaten zusammen mit einer Vielzahl weiterer, teils alter Kultursorten in mobilen Hochbeeten angebaut. mehr…
Das nächste Monatlich Gespräch über Wissenschaft findet am Mittwoch, 23. Mai, um 19:30 Uhr im Haus des Buches (Gerichtsweg 23) statt. Moderiert wird es von Bettina Kremberg und Ulrich Johannes Schneider. Im Mittelpunkt steht Martin Seel, der über "111 Tugenden. 111 Laster" spricht. mehr…
Die Königin der Instrumente, die Orgel, ist zu Pfingsten in der Kirche Zuckelhausen, Zuckelhausener Ring, zu entdecken und zu hören. Am Sonnabend, dem 26. Mai 2012, erläutert Orgelbauer Stefan Pilz bei einer Orgelführung um 10 Uhr die Funktionsweise der Johann-Gottlob-Mende-Orgel (1822). mehr…
Mitteldeutschland befindet sich mitten in der Luther-Dekade. 2012 ist das Jahr der Musik. 2017 jährt sich Luthers Thesenanschlag zum 500. Mal. Und die Evangelische Verlagsanstalt hat ein Heft-Projekt gestartet, das im Mai 2011 mit Nürnberg startete und den Verlag auf Jahre beschäftigen wird: Orte der Reformation. Das wichtigste Heft liegt jetzt mit "Wittenberg" vor. mehr…
In Verfassungsschutzberichten landen nicht nur die wirklich staatsgefährdenden Organisationen. Oft beobachten die Schlapphüte auch Parteien und Vereine, von denen sie die Gefährdung nur vermuten. Manchmal über Jahrzehnte ohne Ergebnis. Da ist es schon erstaunlich, dass die Bundesregierung allein diese Beobachtungen zum Vorwand nehmen will, Vereinen ihre Gemeinnützigkeit abzuerkennen. mehr…
Am 2. Juni beginnt in Leipzig die Automesse AMI. Der Zweijahresturnus, den die Automobilbranche ausgehandelt hat für den Leipziger Branchentreff, zeigt Früchte: Die Aussteller zerreißen sich nicht mehr zwischen den Messen. Die Ausstellerzahl in Leipzig steigt. Das Messetrio aus AMI, AMICOM und AMITEC verzeichnet ein zweistelliges Flächenwachstum von über 10 Prozent. mehr…
Die Reihe "Recht auf Stadt" erlebt am 31. Mai eine weitere Auflage. Die zweite Veranstaltung, diesmal im Werk 2, dreht sich dabei rings um Fragen moderner Stadtentwicklung und die Rolle aller Beteiligten dabei. Diesmal unter dem Motto: "Kapitalanlage - Von Investoren-UFOs und Stadtteilzentren". mehr…
Flotte Sprüche, schwarze Business-Anzüge, dunkle Sonnebrillen. Die "Men in Black" sind nach zehn Jahren Leinwandabstinenz zurück. Im dritten Teil des SciFi-Franchise reist Will Smith ins Jahr 1969, um seinem Partner Tommy Lee Jones das Leben und die Menschheit vor einer vernichtenden Alien-Invasion zu retten. mehr…
Mit dem Sieg bei Fortuna Chemnitz hat der 1. FC Lok sein Saisonziel erreicht, steigt als Sechster in die neue Regionalliga auf. Geplant war alles ein wenig anders. Eigentlich sollte es der dritte Platz werden, eigentlich sollten die Neuzugänge einschlagen und von einem Trainerwechsel war vor der Saison auch nicht die Rede. Ein Saisonrückblick. mehr…
„Mut zu machen, dass wir Zeichen gegen Willkür und Gewalt setzen können“. Das ist für die in Berlin lebende Filmemacherin Karin Kaper die Botschaft ihres Filmes „Aber das Leben geht weiter“. Es geht um die - authentische - Vertreibungsgeschichte der Familien Queißer und Zukowscy, die in einem Bauernhof bei Görlitz aufeinander treffen. Ein L-IZ-Interview. mehr…
Das Fazit der "Frankfurter Rundschau" war am Ende eindeutig: Was da am Wochenende in Frankfurt zu erleben war, war ein Sieg für die Blockupy-Bewegung. Die Stadt Frankfurt selbst blamierte sich mit ihrem martialischen Großaufgebot an Polizei gründlich, mit ihrer Argumentation gegen vermeintliche "Linksextremisten" sowieso. Ein weiterer Versuch, die berechtigte Kritik der Demonstranten an der Erpressungspolitik gegenüber Griechenland zu diskreditieren. mehr…