Vertonte Hohe Worte: Dante's Dream veröffentlichen im Herbst "Siebensein"
Daniel Thalheim
04.07.2011
Dante's Dream mit "Siebensein" in der Schaubühne Lindenfels am 2. Juli 2011.
Foto: Daniel Thalheim
Sieben Momente, sieben Worte, sieben Mal Sein. Das, was bei "Episodes" noch zaghaft begann, findet in "Siebensein" seine Fortsetzung. Nachdenklich bleibt die Leipziger Band, lyrisch und episch auch. Die Leipziger Combo ist mutiger geworden, greift auch mal kräftiger in die Saiten. Im Herbst können alle die zehn neuen Tracks hören. Die L-IZ hat bereits vorgehört.
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Dante's Dream: Siebensein
Ruppige Gitarrenklänge, Soli und mehrstimmiger Gesang in "Serafaun". Kleine elektronische Einsprengsel in "Stückwerk". Aufbrausende Stille. Besucher der Schaubühne Lindenfels haben Dante's Dream 2011 live gesehen. Dort haben die mittlerweile zum Fünfer angewachsene Kapelle "Episodes" außen vorgelassen, steigen mit deutschsprachiger Lyrik aus der Sänfte der international klingenden englischen Sprache. Man merkt an "Siebensein", dass die neue Herangehensweise auch das Songwriting beeinflusst und die Band im Ausdruck voranbringt.
Ab Herbst 2011 regulär im Handel, "Siebensein" von Dante's Dream.
Bild: www.dantesdream.de
So entführt Dante's Dream den Zuhörer mit dem einsteigenden "Aufgang" bis zum rausschmeißenden "Ausklang" in eine bezaubernde und mitreißende Stunde Musik. Wenn das vom Leipziger Westbesuch e.V. initiierte Kunstprojekt "Hohe Worte" Vorbild für "Siebensein" ist, dann ist besagtes Album ein Konzeptalbum, das die Worte wie beispielsweise "Glut" und "Angst" mit Geschichten beschreibt - sehr persönlichen sogar. Streckenweise bleibt die Band aber noch zu zaghaft, wie in "Glut", wo die vertonte Leidenschaft noch ein wenig mehr Wucht bekommen könnte. Doch die Vielschichtigkeit der Arrangements verschafft einen ebensolchen Hörgenuss, fast schon an progressiven Rockbands wie Tool erinnernd, die mitunter herzhafter zubeißen.
Gegen Ende des Album packen Dante's Dream zwei kleine Epen, "Leuchtturm" und "Angst". Abschied und Schmerz in insgesamt zwanzig ergreifenden, mitunter auch düsteren Minuten. Vor allem "Angst" mit seinen kammermusikalischen Arrangements begeistert mit Gänsehautmomenten wie aus einem Kinofilm-Soundtrack.
Erzählerische Rockmusik zeichnet Dante's Dream mittlerweile aus, gereifter allemal. Da wird es schwer fallen, die Zwischenraum-Stücke aus der Phase zwischen "Episodes" und "Siebensein" als drittes Album so zu platzieren, wie man es ausschnittweise zuletzt auf Myspace und Live gehört hat. Frontmann Lutz Leukhardt & Co. arbeiten aber erst einmal kräftig daran, im Herbst das in Andy Schmidts "Kick The Flame"-Studio aufgenommene "Siebensein" im großen Stil an Frau und Mann zu bringen.
Das Album ist ein wunderbares Zeugnis dessen, dass Geschichten erzählen in der Rockmusik funktioniert, ohne dass man im zuckenden Dreiminüter kurz aufgeht. "Siebensein" ist ein Album zum Zurücklehnen, in sich versinken. Das Zweitwerk fordert Konzentration, zumal bei jedem Mal die Reise einen anderen Pfad gehen kann, als in den Momenten zuvor. Es gibt einiges zu entdecken auf "Siebensein", zumal Dante's Dream bereits jetzt beweisen, Stimmung und Musik daraus auch auf der Bühne umzusetzen. Ein echter Hinhörer aus Leipzig. Faszinierend, detailreich, kurzweilig, tiefschürfend und doch so allumfassend. Wie menschliche Gefühle.
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