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Andreas Dorau im Interview: Nette Leute, dumme Schweine - alles Edelsteine

Sven Rogowski
Zuletzt bei der Pop Up 2011 in Leipzig, kommt aber so schnell nicht wieder in die Messestadt: Andreas Dorau.
Zuletzt bei der Pop Up 2011 in Leipzig, kommt aber so schnell nicht wieder in die Messestadt: Andreas Dorau.
Bild: Sönke Held
"Fred vom Jupiter“ kennt jeder, der die Achtziger erlebte. Andreas Dorau und die Marinas waren die Interpreten des Songs, der während eines Schülerwettbewerbs entstand. Was macht Andreas Dorau eigentlich heute? Er ist noch immer Musiker, wenn auch nur noch im Nebenberuf. Mitte des Jahres erschien seine CD "Todesmelodien“, für viele Musikkritiker die beste Platte des Jahres. Zuletzt bei der Pop Up 2011 gesehen, traut sich Dorau nicht noch einmal nach Leipzig.

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Andreas, herzlichen Glückwunsch zu deinem wirklich gelungenen neuen Album „Todesmelodien“!

Danke. Das hört man gern!

Wie zufrieden bist du selbst eigentlich mit dieser Arbeit?

Was heißt zufrieden? Wie gut diese Platte ist, werde ich erst in ein paar Jahren beurteilen können. Auf jeden Fall hasse ich es, wenn Künstler meinen, die jeweils neueste Platte wäre die beste, die sie je gemacht haben.

Der Titel „Todesmelodien“ klingt sehr düster. Wie kam es zu der Behandlung des Themas „Tod“?

Vor zwei Jahren starb meine Mutter, mein Vater ist schon eine Weile tot. Der Name für die Platte ist uns schon relativ früh eingefallen.

Auffallend ist die analytische Herangehensweise an die Thematik, wenige Emotionen.

Das Schreiben der Songs ist keine Trauerarbeit! Es war einfach so, dass mich zu der Zeit, als ich mit dem Schreiben begann, der Tod stark interessierte. Ich bin Pastorensohn!

Todesmelodien: Andreas Dorau.
Todesmelodien: Andreas Dorau.
Foto: Sönke Held
Wie kamt ihr auf die Idee, den Tod berühmter Musiker für Booklet und Cover fotographisch nachzustellen?

Wir wollten von Anfang an keine Totenköpfe oder Grabkreuze und dann kam der Einfall, berühmte Musiker, die ich mag, kurz vor ihrem Tod zu zeigen.

Der erste Titel des Albums heißt „Größenwahn“ und ist eine Reminiszenz an Phil Spector, der durch seinen „Wall of sound“, aber auch durch sein Privatleben und die Verurteilung wegen Mordes vor Gericht bekannt ist.

Der private Mensch interessiert mich nicht, aber seine Arbeitsweise war wegweisend.

Wolfgang Müller („Die tödliche Doris“), der einige Texte des Albums geschrieben hat, erzählte mir, dass er immer wieder überrascht ist, welche Texte Du schließlich auswählst. Ich meine, vor allem „Edelstein“.

Bei „Edelstein“ war es so, dass ich über einen, ja es ist so, „Bild“-Artikel auf die Songidee kam. Einer Mutter wurde damals der Wunsch verwehrt, ihren verstorbenen Sohn zu einem Diamanten schmelzen zu lassen. Ich habe Wolfgang diesen Artikel und sämtliches andere Material, das ich gesammelt hatte, zukommen lassen.

Mir ging es um: "nette Leute, dumme Schweine, alle werden Edelsteine"!

Diese Zeile empfinde ich als netten Bruch, der genau passt!

Du scheinst dich mit deiner Vergangenheit („Fred vom Jupiter“) arrangiert zu haben. Jetzt erscheinen im Januar 2012 deine ersten beiden Alben neu. Hat dies einen bestimmten Grund?

Nein, Bureau B hat vor, einen Teil der Platten des Labels atatak neu zu veröffentlichen und ich bin der erste!

Was ist eigentlich mit deiner Website (www.andreas-dorau.com)?

Ach, die schwebt als EMI-Leiche irgendwo durchs Netz. Aktuelles, das mich betrifft, findet man auf Facebook. Die Seite betreuen Freunde von mir. Ich habe da eher weniger Interesse.

Du arbeitest erfolgreich als Video Consultant (u.a. Xavier Naidoo). Wie wichtig ist finanzielle Unabhängigkeit?

Sie hält mir den Rücken frei!

Als visuellen Menschen müsste es dich doch eigentlich auch mal zum Theater ziehen.

Nein, ich mag Theater überhaupt nicht!

Werden wir dich demnächst in Leipzig oder Umland erleben dürfen?

Nein, da ist nichts geplant!

Schade. Andreas, danke für das Gespräch!


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