L.E.Band in der Villa Leipzig: Interview mit Dirk Tschentscher-Trinks genannt Beck
Daniel Thalheim
21.01.2012
L.E.Band-Initiator: Dirk Tschentscher-Trinks genannt Beck.
Foto: Daniel Thalheim
Wie startet man eine Band? Wie schreibt man Songs und wie präsentiert man sich auf der Bühne? Das, was bei den ganz Großen wie Metallica, U2 und Madonna so einfach aussieht, ist harte Arbeit. Von nichts kommt auch nichts. L.E.Band-Initiator Dirk Tschentscher-Trinks, genannt Beck, erzählt, worum es seinem Projekt in der Villa Leipzig geht und dass L.E. nicht schlecht mit seinen Bands aufgestellt ist.
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"L.E. Band" startet im Januar in ein neues Jahr. Wie lange gibt es die Veranstaltungsreihe schon?
L.E. Band war eines der ersten Projekte, die wir im Jahr 2009 unter meiner Leitung ins Leben gerufen haben. Wir sind also jetzt im vierten Jahr und immer noch nicht müde, neue Ideen und Ansätze einzubringen. L.E. Band beinhaltet neben den benannten Modulen der Nachwuchs- bzw. Amateurkonzerte und der Bandstudie auch Workshops für Bands in Sachen Rhythmus und Groove, Bühnenperformance, Gesang, gezielte Coachings sowie das Leipziger Bandportal www.bands-in-leipzig.de.
Zu "L.E. Band" gibt es auch eine Studie. Was bezweckt sie?
Mit der Studie haben wir ursprünglich aus zwei Fragestellungen heraus begonnen: Wie ist die Bandszene in Leipzig aufgestellt? Was muss gute Bandförderung leisten? Aus der ersten Fragestellung ist dann später die Idee des Band-Almanach entstanden, der demnächst als Band-Portal erweitert wird. Aber auch die Ergebnisse sprechen für sich. Wir konnten feststellen, dass ein großer Teil der Musiker in den beteiligten Bands Autodidakten waren, immerhin fast 45 Prozent.
Der gleiche Anteil hat an Musikschulen, bei privaten Musiklehrern und an Musikhochschulen ein Instrument erlernt. Ein kleiner Teil von ungefähr 9 Prozent lernte in der Familie sein Instrument. Im schulischen Kontext erlernten unter 1 Prozent der Teilnehmer ihr Instrument. Deshalb haben wir im Jahr 2011 mit dem Projekt Schoolband-Connection Band-Förderung im Kontext Schule begonnen und sind dort sowohl von den Schülern als auch den Lehrern mit offenen Armen begrüßt worden. Hier gibt es offensichtlich einen sehr hohen Bedarf.
Gehören zur Leipziger Szenekultur: Metalrocker Blindgänger beim Courage Zeigen Festival 2011.
Foto: Daniel Thalheim
Was zeigt die Studie noch?
Wir haben über reine Aussagen der Bands hinaus das Videomaterial der Konzerte durch eine fachkundige Jury um Sascha-Paul Stratmann - einem Honorardozenten an der HMT, Doktorand im Bereich Bandcoaching - bewerten lassen, während sich die Bands selbst bewerten mussten. Das Ergebnis dieser Fragekonstellationen ist, dass Bands mit hohem musikalischen Können dazu neigen, ihre Fähigkeiten zu unterschätzen. Bands und Musiker mit geringerem musikalischen Können neigen dazu, ihre Fähigkeiten überzubewerten.
Das ist insofern auch eine interessante Erkenntnis, wenn man danach fragt, warum denn so wenige Leipziger Bands auf der bundesdeutschen Ebene Fuß fassen. Hier gibt es Überzeugungsarbeit und eben auch Unterstützung zu leisten.
Gibt es Pop- und Rock-Trends in Sachsen 2012?
Das ist ja so eine Sache. Musikalische Trends kommen und gehen. Als aktivste Szenen erlebe ich im Moment ganz stark den Metal-Bereich, aber auch Postpunk. Hardcore und Inditronics. Eine spannende Entwicklung ist aktuell die Vernetzung der einzelnen Akteure auf allen Ebenen. Wir versuchen hier in L.E. gerade einen Arbeitskreis Band-Förderung zu etablieren. Auf sächsischer Ebene hat sich um die Scheune in Dresden die Interessensgemeinschaft Live-Musik-Förderung gegründet und auf Bundesebene gibt es seit letztem Herbst eine ähnliche Vernetzungsbemühung.
Was können Konzertgänger von den diesjährigen L.E.-Band-Veranstaltungen erwarten?
Wir sind mit L.E. Band auch weiterhin in erster Linie ein Ort für ihre Ideen. Das heißt, wir geben Bands den Raum und die Möglichkeit Konzerte selbst zu organisieren. Und da sind bis jetzt einige spannende Sachen dabei. Beispielsweise haben für den 30. März COR zugesagt. Das haben wir gemeinsam mit den Blindgängern - der Gewinnerband Courage 2011 - in die Wege geleitet. Aber auch auf andere Bands darf mann/frau gespannt sein.
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