Neu im Plattenregal: Dunkle Sonnen entdecken die fruchtige Süße einer Orange
Daniel Thalheim
02.01.2012
Dark Suns 2011: Bunt, fruchtig, kraftvoll.
Bild: Proghippie.com
Wer den Bandnamen "Dark Suns" liest, mag vielleicht an dunkle und düstere Klänge denken. Eigentlich reiften die Leipziger Musiker um die Brüder und das Kompositionsteam Niko und Maik Knappe aus der dunklen Sparte des Heavy Metal heran. Mit ihrem neuesten Streich namens "Orange" haben sie endgültig das stählerne Korsett abgestreift und das Licht angeknipst.
Anzeige
Dark Suns: Orange
Erste Berichte aus der Fachpresse überschlagen sich mit Lob über die im November erschienene Studioscheibe. Lange hat die Leipziger Band gebraucht, um sich am Schopf zu packen und ins Studio zu gehen. 2008 erschien der Vorgänger "Grave Human Genuine", dann strichen die Jahre übers Land. Man trennte sich vom damaligen Keyboarder Thomas Bremer.
Man hatte den Eindruck, die 1998 von Torsten Wenzel, Niko und Maik Knappe gegründete Truppe fiele auseinander und würde in der Versenkung verschwinden. Dem war aber nicht so. Der verbliebene Kern arbeitete unermüdlich weiter, entwickelte über die Jahre seine technischen Fähigkeiten und scharte neue Musiker um sich. Der an der Leipziger Kammeroper angestellte Ekky Meister an der Orgel und der ebenfalls studierte Mud-Mahaka-Bassist Jacob Müller ergänzen das Trio nun.
Dark Suns ist seit dem 25. November 2011 ganz "Orange".
Bild: Prophecy Records
2008 ertönten noch die düsteren und nachdenklichen Klänge, die sich gleichberechtigt neben international bekannten Formationen wie Opeth und Pain Of Salvation einreihen könnten. Das ist bei "Orange" heute nicht anders. So bescheinigt der Kritiker Thomas Kohlruß von der Fachseite für Progressive-Rock "Babyblaue Seiten" der Band ein "unwiderstehliches Album intelligenter, unterhaltsamer, beeindruckender Rockmusik".
Auf Musikreviews.de heißt es sogar: "eine fette Überraschung". Im Metalmagazin "Legacy" wurden Vergleiche mit dem jüngsten Studioalbum "Heritage" der schwedischen Rocker von Opeth laut, die Dark Suns mit "Orange" übertreffen würde. Solche Begeisterung gab es auch bei dem Konzert anlässlich der Veröffentlichung der orangefarbenen Scheibe im UT Connewitz im November 2011. Mit Spielfreude und -witz bot die Leipziger Band eine lebendige Show, bei der die neuen Lieder ebenso zündeten wie die alten.
Allen voran das Lied "Toy", das vorab als Anheizer für das im Leipziger Kick-The-Flame-Studio aufgenommene Studiowerk veröffentlicht wurde. Bläsereinsätze, Hammond-Orgel und mäanderende Rhythmen treiben das Lied nach vorne, während Sänger Niko Knappe zum ersten Mal in seiner Sangeskarriere aus sich heraus geht, sich hinter seinem Drumkit hervor wagt und statt seines gehauchten Stils auch laut aufschreien und kräftig die Stimmbänder vibrieren lassen kann.
Eine Stunde lang kann man in die bunte Rockwelt der fünf Musiker eintauchen und sich darin verlieren. Da stehen nicht nur kompliziert gezupfte Töne im Vordergrund. Auf "Orange" kann es ebenfalls ruppig zur Sache gehen. Dark Suns legt mit "Orange" aber auch Wert auf flüssig erzählte Geschichten. Sie können wie bei "Five Quiet Minutes" kurz sein, oder im zweiten Teil des Albums sich ineinander verschränken und im viertelstündigen "Antipole" münden.
Was die Musiker mit "Elephant" erzählen, weiß nur der Insider. Dark Suns gibt seinen Liedern in der Kompositionsphase Tiernamen. "Elephant" schien es namentlich und thematisch als einziger Tiername aufs Album geschafft zu haben. Das Stück stellte die Band in einer Rohfassung zum ersten Mal ausgewählten Pressevertretern im April 2011 im Studio vor. Damals war klar, dass sich Dark Suns neu entdeckte. Für Freunde der Band war ein halbes Jahr später beim ersten Hören schnell bewusst, dass "Orange" eine ganz große Nummer sein würde.
Jetzt lobt die Fachpresse "Orange" als zuckersüßes Werk, das die Vorgängeralben nicht vergessen macht, aber eine Band zeigt, die einen Quantensprung vollzog. Sowohl in kompositorischer als auch in handwerklicher Hinsicht. Siebziger Jahre werden bei den Leipzigern dick unterstrichen, als Progressive Rock mit Vertretern wie Rush, Genesis und Pink Floyd ganz groß war. Dass bei "Orange" Vergleiche mit anderen Formationen völlig egal sind, darf man auch wissen.
"Orange" entstand unabhängig von Veröffentlichungen von Pain Of Salvation und Opeth, die jüngst mit ebensolchen Klängen aus den Siebzigern ihren zweiten Frühling erleben. Was übrig bleibt, ist ein süßes Früchtchen, das Zeit braucht. Hat es seine Süße entfaltet, kann man davon nicht mehr genug bekommen. Das gelingt nicht alle Tage.
Veröffentlichungsdaten
Album: Orange
VÖ: November 2011
Label: Prophecy Records
Webseite: darksuns.de
Das offizielle Video zum neuen Stück "Toy" aus dem UT Connewitz
Die Drogenpolitik und der Umgang mit Suchtkranken in Leipzig ist und bleibt offenbar ein heißes Eisen, das von dem einen oder anderen Protagonisten mit mehr oder weniger Eifer am Glühen gehalten wird. So schlug ein Interview von Michael Burgkhardt in der LVZ hohe Wellen. Der Chef der Bürgerfraktion im Stadtrat, gleichzeitig Suchtmediziner, ging mit der Stadt und dem Umgang mit der Drogenszene Leipzigs hart ins Gericht. mehr…
Am Dienstag, 22. Mai, wurden im Festsaal des Neuen Rathauses die Leipziger Agenda-Preise 2012 verliehen. In fünf Kategorien wurden Preisgelder in einem Gesamtumfang von 14.000 Euro sowie Sachpreise im Wert von rund 10.000 Euro vergeben. mehr…
Die Lebenshilfe Leipzig organisiert vom 8. bis 10. Juni zum zweiten Mal ein Geschwisterseminar mit der renommierten Sozialwissenschaftlerin Marlies Winkelheide (Bremen/Geschwisterkinder.de) und ihrem Team. Dieses wendet sich an die Eltern und Geschwisterkinder in Familien mit behinderten Kindern und findet in der Jugendherberge in Dahlen bei Leipzig statt. mehr…
Den 29. Mai kann, wer Lust hat, sich über diese seltsame Stadt am sächsischen Westrand ein paar Gedanken zu machen, vormerken im Kalender. Es ist ein Dienstag. Und die Stadt lädt ein in die Kongresshalle, konkret in den Händelsaal. Ab 19 Uhr darf man rein und schon mal die Fühler ausstrecken, 19.30 Uhr beginnt die Auftaktveranstaltung für ein Leipziger Zukunftsprojekt. Motto: Leipzig weiter denken. mehr…
Am 24. Mai um 15 Uhr lädt der Garten Annalinde mit Kaffee und Kuchen herzlich zur Eröffnung seiner Gartensaison ein. Seit Juni 2011 gibt es den mobilen Nutzgarten auf der Freifläche hinter der Bibliothek Plagwitz. Neben Kohl und Kartoffeln in Säcken werden dort Radieschen, Salat und Tomaten zusammen mit einer Vielzahl weiterer, teils alter Kultursorten in mobilen Hochbeeten angebaut. mehr…
Das nächste Monatlich Gespräch über Wissenschaft findet am Mittwoch, 23. Mai, um 19:30 Uhr im Haus des Buches (Gerichtsweg 23) statt. Moderiert wird es von Bettina Kremberg und Ulrich Johannes Schneider. Im Mittelpunkt steht Martin Seel, der über "111 Tugenden. 111 Laster" spricht. mehr…
Die Königin der Instrumente, die Orgel, ist zu Pfingsten in der Kirche Zuckelhausen, Zuckelhausener Ring, zu entdecken und zu hören. Am Sonnabend, dem 26. Mai 2012, erläutert Orgelbauer Stefan Pilz bei einer Orgelführung um 10 Uhr die Funktionsweise der Johann-Gottlob-Mende-Orgel (1822). mehr…
Mitteldeutschland befindet sich mitten in der Luther-Dekade. 2012 ist das Jahr der Musik. 2017 jährt sich Luthers Thesenanschlag zum 500. Mal. Und die Evangelische Verlagsanstalt hat ein Heft-Projekt gestartet, das im Mai 2011 mit Nürnberg startete und den Verlag auf Jahre beschäftigen wird: Orte der Reformation. Das wichtigste Heft liegt jetzt mit "Wittenberg" vor. mehr…
In Verfassungsschutzberichten landen nicht nur die wirklich staatsgefährdenden Organisationen. Oft beobachten die Schlapphüte auch Parteien und Vereine, von denen sie die Gefährdung nur vermuten. Manchmal über Jahrzehnte ohne Ergebnis. Da ist es schon erstaunlich, dass die Bundesregierung allein diese Beobachtungen zum Vorwand nehmen will, Vereinen ihre Gemeinnützigkeit abzuerkennen. mehr…
Am 2. Juni beginnt in Leipzig die Automesse AMI. Der Zweijahresturnus, den die Automobilbranche ausgehandelt hat für den Leipziger Branchentreff, zeigt Früchte: Die Aussteller zerreißen sich nicht mehr zwischen den Messen. Die Ausstellerzahl in Leipzig steigt. Das Messetrio aus AMI, AMICOM und AMITEC verzeichnet ein zweistelliges Flächenwachstum von über 10 Prozent. mehr…
Die Reihe "Recht auf Stadt" erlebt am 31. Mai eine weitere Auflage. Die zweite Veranstaltung, diesmal im Werk 2, dreht sich dabei rings um Fragen moderner Stadtentwicklung und die Rolle aller Beteiligten dabei. Diesmal unter dem Motto: "Kapitalanlage - Von Investoren-UFOs und Stadtteilzentren". mehr…
Flotte Sprüche, schwarze Business-Anzüge, dunkle Sonnebrillen. Die "Men in Black" sind nach zehn Jahren Leinwandabstinenz zurück. Im dritten Teil des SciFi-Franchise reist Will Smith ins Jahr 1969, um seinem Partner Tommy Lee Jones das Leben und die Menschheit vor einer vernichtenden Alien-Invasion zu retten. mehr…
Mit dem Sieg bei Fortuna Chemnitz hat der 1. FC Lok sein Saisonziel erreicht, steigt als Sechster in die neue Regionalliga auf. Geplant war alles ein wenig anders. Eigentlich sollte es der dritte Platz werden, eigentlich sollten die Neuzugänge einschlagen und von einem Trainerwechsel war vor der Saison auch nicht die Rede. Ein Saisonrückblick. mehr…
„Mut zu machen, dass wir Zeichen gegen Willkür und Gewalt setzen können“. Das ist für die in Berlin lebende Filmemacherin Karin Kaper die Botschaft ihres Filmes „Aber das Leben geht weiter“. Es geht um die - authentische - Vertreibungsgeschichte der Familien Queißer und Zukowscy, die in einem Bauernhof bei Görlitz aufeinander treffen. Ein L-IZ-Interview. mehr…
Das Fazit der "Frankfurter Rundschau" war am Ende eindeutig: Was da am Wochenende in Frankfurt zu erleben war, war ein Sieg für die Blockupy-Bewegung. Die Stadt Frankfurt selbst blamierte sich mit ihrem martialischen Großaufgebot an Polizei gründlich, mit ihrer Argumentation gegen vermeintliche "Linksextremisten" sowieso. Ein weiterer Versuch, die berechtigte Kritik der Demonstranten an der Erpressungspolitik gegenüber Griechenland zu diskreditieren. mehr…