Neu im Plattenregal: Wilde Finnen servieren ein verhackstücktes Durcheinander
Daniel Thalheim
14.01.2012
Verrückte Finnen mit wilder Musik: For the imperium.
Bild: Lifeforce Records
"For the imperium..." heißt das erste Studiowerk von vier finnischen Musikern. Und das scheint ambitioniert zu sein. Das Leipziger Plattenlabel "Lifeforce Records" freut sich jedenfalls auf den Frühlingsschauer aus Black Metal, Hardcore Punk, Rap, Musical, Achtziger-Jahre-Pop und "Swinging Sixties". Klingt nach einer neuen olympischen Extremleistung. Die L-IZ schaut mal nach.
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For the imperium: For the imperium...
"Lifeforce records" ist immer für Überraschungen gut. Hier tummeln sich Extrem-Metal-Bands aller Hautfarben und Stilrichtungen. Die Betonung liegt wirklich auf "extrem". Denn das, was die vier Finnen von "For the imperium..." mit ihrem gleichnamigen Debüt liefern, wird wohl nie im Radio gespielt. "For the imperium..." wird schon seine Hörer von ganz allein finden, meint ihre Plattenfirma im Vertrauen auf das Talent der vier jungen Herren aus dem hohen Norden.
Zeiten ändern sich. Hatten "Metal-Heads" noch vor zwanzig Jahren jeden Rabauken in bunten Klamotten und schrägen Tönen im Ohr als "Poser" bezeichnet, gehört heute der bunte Stilmix fast schon zum guten Ton. Als von 1985 bis 1995 Formationen wie White Zombie, Revolting Cocks, Faith No More, Infectious Grooves und viele weitere Kapellen auftauchten, packte man sie unter den Begriff "Crossover". Selbst das klang noch konservativ im Vergleich zu dem, was "For the imperium" mit seinem Debüt abliefert. Sogar "Lifeforce Records" hat Schwierigkeiten, den Stil der vier Finnen zu definieren.
Ab April 2012 im Handel: "For the imperium..."
Bild: Lifeforce Records
Damit steht die Gruppe in bester Tradition. Hatten doch ihre Landsleute von "Waltari" ebenfalls seit 20 Jahren in ihren Songs alles bunt durcheinander gewürfelt. Hits schrieb die Band auch noch nebenbei. Und das scheint dem Vierer auch gelungen zu sein.
Den ganz großen Bruch von aneinander geklatschtem Metal mit Jazz- und Hardcore-Punk-Einflüssen liefert "For the imperium" mit dem filmmusikartigen Stück "Hero". Es klingt, als wurde es direkt von einer Single-B-Seite der britischen Popper "Tears For Fears" gemopst. Sänger Hakim Hietikko besitzt fast dieselbe Stimmlage wie Curt Smith, der bei "Tears For Fears" für die sanften Momente sorgte. Im nächsten Augenblick schwingt die schwere Heavy-Metal-Keule, die unter dem hymnenartigen Gesang ein wenig an Gefährlichkeit und Angriffslust verliert. Das stiftet Verwirrung.
Genau das will "For the imperium" mit seinem Debüt erreichen. Zwischen gesungenem "Na na na" und kräftigen Grunzlauten springt die Band scheinbar kopflos in ihren Liedern umher. Hakim Hietikko, Ville Suorsa, Jyri Helko und Tuomas Rauhala gelingt mit ihrem Erstling aber der Spagat zwischen den Extremen. Die Musiker gießen alle möglichen Einflüsse in ihre kompakte Stücke, die auch noch im Ohr hängen bleiben können.
So entpuppen sich "Working class heroine", "Pike river" und "Österbotten" als Ohrwürmer, die mal flüssig und mal sperrig aus den Boxen pusten. Und irgendwie bekommt man den Eindruck, dass die Band ihren eigenen Weg gehen will. Verrückt genug ist sie allemal.
Veröffentlichungsdaten
Album: For the imperium
VÖ: 6. April 2012
Label: Lifeforce Records
Webseite: www.fortheimperium.com
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