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Richard-Wagner-Verband Leipzig: Erstes Licht fällt auf eine Kooperation zwischen Leipzig und Israel

Daniel Thalheim
Bekennender Antisemit: Kann Richard Wagner (1813 - 1883) rehabilitiert werden?
Bekennender Antisemit: Kann Richard Wagner (1813 - 1883) rehabilitiert werden?
Bild: Hulton/Getty Images
Noch 2001 endete eine Wagner-Aufführung von Dirigent Daniel Barenboim in Israel mit einem Eklat. Eigentlich wird Richard Wagner in Israel boykottiert. Der Leipziger Sohn galt selbst als "anti-jüdisch". Sogar Philosoph Friedrich Nietzsche wendete sich mit Grausen von ihm ab. Adolf Hitler soll aufgrund des Hörens von Wagner-Opern "erleuchtet" worden sein. Israelis setzten Wagner als Soundtrack für den Holocaust gleich. Es gibt viele Gründe, Wagner nicht zu mögen. Jetzt scheint es anders zu werden.

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Jonathan Livny ist Rechtsanwalt in Jerusalem und will das Verhältnis in Israel zur Musik Richard Wagners entkrampfen. Das Interesse an dem sächsischen Komponisten scheint in Israel zu wachsen. 2010 erfolgte der Besuch eines israelischen Orchesters in Bayreuth. Bekanntlich die Stadt, in der der 1813 in Leipzig geborene Wagner sein Theaterhaus bauen ließ. "Focus Online" berichtete am 1. Februar, dass die israelische Choreografin Saar Magal in München einen von dem deutschen Komponisten Richard Wagner inspirierten Tanz aufführen möchte. Im März will der Vorsitzende des israelischen Wagner-Verbandes Leipzig besuchen. Es ist Jonathan Livny, der 2010 den Verband gründete.

Jonathan Livny, Vorsitzender des Richard-Wagner-Verbandes in Israel.
Jonathan Livny, Vorsitzender des Richard-Wagner-Verbandes in Israel.
Bild: Wagnerverband Leipzig/ Presse
Leipzigs Verbandsvorsitzender Thomas Krakow hat Livny im Juli 2011 in Bayreuth kennengelernt. "Mir war sofort klar, dass dieser Mann bald in Leipzig auftreten sollte. Die Geburtsstadt Richard Wagners besitzt eine glanzvolle Tradition der Pflege des Erbes des Komponisten. Ebenso gibt es die Tradition einer großen jüdischen Gemeinde und neues pulsierendes jüdisches Leben, das sich auch mit der Person Wagner auseinander setzt. Andererseits gibt es immer noch Menschen in unserer Stadt, die Wagner wegen seines Missbrauchs durch die Nationalsozialisten verdammen wollen", so der Vorsitzende des Wagner-Verbandes Leipzig und gleichzeitig Vizepräsident des Richard-Wagner-Verbandes International. Krakow lud Livny ein.

Anlass ist die 60. Woche der Brüderlichkeit, die in diesem Jahr in Leipzig ausgerichtet und vom Bundespräsidenten Christian Wulff eröffnet werden soll. Was will Livny in Leipzig unternehmen? In Begleitung von Thomas Krakow möchte er der feierlichen Eröffnung der Woche der Brüderlichkeit durch Bundespräsident Christian Wulff am 11. März im Gewandhaus zu Leipzig beiwohnen. Am 13. März will Livny im Jüdischen Kultur- und Begegnungszentrum Ariowitsch-Haus einen Vortrag mit dem Titel "Warum gerade Wagner in einem jüdischen Land? Die Gründung des Wagner-Verbandes in Israel“ halten. Für den Leipziger Richard-Wagner-Verband wirft die Veranstaltung erste Schlagschatten auf das Jubiläumsjahr des Opernkomponisten voraus. Denn 2013 jährt sich Richard Wagners 200. Geburtstag.

2013 sollen Feierlichkeiten wie ein fünftägiger internationaler Kongress mit Delegiertenversammlung, Fachvorträgen und musikalischen Inszenierungen ein anderes Bild vom 1883 gestorbenen Wagner zeichnen, als man gemeinhin von ihm kennt. Fakt ist aber, dass Wagner in seiner 1869 erschienenen Schrift "Das Judenthum in der Musik" vieles sprachlich und inhaltlich vorweg nahm, was Nazi-Ideologen wie Alfred Rosenberg wieder aufgegriffen haben. In Israel gilt daher die aufkommende Beschäftigung mit Wagners Musik als Tabu-Bruch und wird mit geteilter Meinung aufgenommen. Einer Kooperation des deutschen mit dem israelischen Verband soll das alles nicht im Weg stehen.


Richard-Wagner-Verband Leipzig und International Online:

www.wagner-verband-leipzig.de

www.richard-wagner-verband.de

Deutscher Koordinierungsrat zur 60. Woche der Brüderlichkeit:

www.deutscher-koordinierungsrat.de


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