XVIII. Internationaler Johann-Sebastian-Bach-Wettbewerb Leipzig beendet: 1. Preis im Fach Barockvioloncello vergeben
Redaktion
14.07.2012
Beiliang Zhu (Barockvioloncello)
Foto: Bach-Wettbewerb Leipzig/ Künstler privat
Mit einem festlichen Preisträgerkonzert endet am Abend des 14. Juli 2012 in der Leipziger Thomaskirche der XVIII. Internationale Johann-Sebastian-Bach-Wettbewerb Leipzig. Insgesamt 112 Musiker aus 23 Ländern wetteiferten in den vergangenen zehn Tagen in den Fächern Orgel, Gesang, Violoncello/Barockvioloncello um den begehrten Titel "Bachpreisträger".
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Im Fach Orgel gewann der erst 22-jährige Deutsche Johannes Lang den 1. Preis, im Fach Gesang der ungarische Tenor Dávid Szigetvári und im Fach Violoncello/Barockvioloncello erspielte sich die Chinesin Beiliang Zhu den 1. Preis. Erstmals in der Wettbewerbsgeschichte wurde der 1. Preis an einen Interpreten überreicht, der auf dem Barockvioloncello musiziert.
Der 2. und der 3. Preis im Fach Orgel ging ebenfalls an junge Musiker aus Deutschland: Sebastian Küchler-Blessing (2. Preis) und Matthias Neumann (3. Preis). Im Fach Gesang überzeugten der Altus Benno Schachtner (2. Preis) sowie der 22-jährige Bass Matthias Winckhler (3. Preis). Über Preise im Fach Violoncello/Barockvioloncello dürfen sich die Ungarin Ditta Rohmann (2. Preis) und die Französin Clara Pouvreau (3. Preis) freuen.
Die Hauptpreise in allen drei Fächern sind dotiert mit 10.000 Euro für den 1. Preis, 7.500 Euro für den 2. Preis und 5.000 Euro für den 3. Preis, wobei die 1. Preise in den Fächern Gesang und Violoncello/Barockvioloncello von der Sparkasse Leipzig gestiftet wurden, den 1. Preis im Fach Orgel stellte die Johann-Sebastian-Bach-Stiftung der Neuen Bachgesellschaft bereit. Zudem wurden auch im diesjährigen Wettbewerb zahlreiche Sonder- und Förderpreise vergeben: Den Sonderpreis der Commerzbank Stiftung in Höhe von 2.000 Euro verbunden mit einem Konzert zum Bachfest Leipzig 2013 erhält der Altus Matthias Winckhler aus Deutschland, mit 22 Jahren der jüngste Finalist. Der erst 18-jährige Cellist Aram Yagubyan (Russland/USA) wurde von der Christa Bach-Marschall-Stiftung mit einem Stipendium zur Teilnahme an einem Meisterkurs ausgezeichnet.
Die 1. Preisträger des Internationalen Bach-Wettbewerbs Leipzig 2012: Johannes Lang (Orgel), Dávid Szigetvári (Tenor) und Beiliang Zhu (Barockvioloncello)
Foto: Bach-Wettbewerb Leipzig/Künstler privat
Das Label GENUIN classics hat den ausgelobten Sonderpreis, eine CD-Produktion mit einem der 1. Preisträger, an Johannes Lang, Fach Orgel, vergeben. 1.000 Euro für den vielversprechendsten Barockcellisten mit EU-Bürgerschaft bzw. aus den weiteren zulässigen Ländern des EUBO Development Trusts (European Union Baroque Orchestra) nahm Lea Rahel Bader aus Deutschland entgegen. Außerdem stellt der Bärenreiter-Verlag Kassel Gutscheine in Höhe von 500 Euro für Urtext-Ausgaben aus dem eigenen Verlag zur Verfügung. Diese gingen an: Natalia Uzhvi, Orgel, Anastasia Peretyahina, Gesang und Aram Yagubyan, Cello.
Nicht zuletzt haben die zahlreichen Konzertbesucher über die Publikumspreise in Höhe von 500 Euro für einen Finalisten des jeweiligen Faches entschieden: Im Fach Gesang für den Tenor Benedikt Kristjánsson (Island), im Fach Violoncello/Barockvioloncello für Beiliang Zhu (China) sowie im Fach Orgel für Sebastian Küchler-Blessing (Deutschland).
Darüber hinaus werden die Preisträger 2012 bei zahlreichen namhaften Festivals und Veranstaltern gastieren: Konzerte mit Preisträgern aller Fächer werden im Rahmen des Bachfestes Leipzig 2013 realisiert. Des Weiteren werden Bachpreisträger des Jahres 2012 in das Bachhaus Eisenach und zu den Musikfesttagen an der Oder eingeladen. Konzerte für den 1. Preisträger im Fach Orgel wurden zudem durch die Kulturstiftung Schloss Kremseck Oberösterreich, die Hochschule für Musik und Theater "Felix Mendelssohn Bartholdy" Leipzig, St. Peter und Paul Ratingen, die Johanneskirche Saalfeld, die St. Marienkirche Helsingør, die Jesuitenkirche St. Michael in München und die Gottfried-Silbermann-Gesellschaft offeriert. Zudem hat sich der 1. Preisträger im Fach Orgel für die Teilnahme am III. Jordan International Organ Competition im Mai 2014 in Columbus (Georgia, USA) qualifiziert.
Sabine Martin, seit 1996 verantwortlich für die Gesamtorganisation des Wettbewerbs und Leiterin des Künstlerischen Betriebsbüros des Bach-Archivs Leipzig, verweist auf das außergewöhnlich hohe Niveau der zugelassen 112 Teilnehmer des Wettbewerbs 2012: "Die Mitglieder aller drei Fachjurys des diesjährigen Wettbewerbs hatten die schwere Aufgabe, aus 112 Spitzenkünstlern neun Bachpreisträger 2012 auszuwählen. Das Niveau der jungen Musiker war in diesem Jahr außergewöhnlich hoch, und ich freue mich, zahlreiche dieser jungen Interpreten zum Bachfest 2013 wieder hier in Leipzig begrüßen zu dürfen." Die Wettbewerbs-Jury 2012 war mit 22 international renommierten Künstlern und Professoren besetzt: im Fach Orgel unter anderem David Higgs (USA), Tong-Soon Kwak (KR), Ton Koopman (NL), im Fach Gesang Ingeborg Danz (D), Max van Egmond (NL) und James Taylor (USA) sowie Phoebe Carrai (USA), Peter Bruns (D) und Ivan Monighetti (RU) im Fach Violoncello.
Der Internationale Johann-Sebastian-Bach-Wettbewerb Leipzig, erstmals 1950 ausgetragen, zählt zu den weltweit bedeutendsten Musikwettbewerben. Der Interpretationswettbewerb ist Mitglied Verband "World Federation of International Music Competitions" und steht unter der Schirmherrschaft des Ministerpräsidenten des Freistaates Sachsen. Seit 1992 wird der Bach-Wettbewerb vom Bach-Archiv Leipzig veranstaltet und findet wahlweise in den Fächern Klavier, Cembalo, Orgel, Violine, Violoncello und Gesang statt. Der nächste Bach-Wettbewerb wird im Juli 2014 in den Fächern Klavier, Cembalo und Violine/Barockvioline ausgetragen.
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