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Depression? Chefregisseur Peter Konwitschny erkrankt – Heide Stock übernimmt Verdis „Mcbeth“

Matthias Weidemann
Peter Konwitschny.
Peter Konwitschny.
Foto: Oper Leipzig / Andreas Birkigt
Es ist ein Schock für die Leipziger Oper. Wie das Haus am Augustusplatz heute mitteilte, ist Chefregisseur Peter Konwitschny, auf unbestimmte Zeit erkrankt. Aus Kreisen des Hauses heißt es, er sei an dem sogenannten Burnout-Syndrom erkrankt.

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Sonja Riedel, Presseferentin der Oper Leipzig: „Die szenische Einstudierung von Peter Konwitschnys Produktion von Giuseppe Verdi „Macbeth“ liegt daher in den Händen von Heide Stock, Regieassistentin der Grazer Erstaufführung der Produktion, und Verena Graubner, langjährige persönliche Regieassistentin des Chefregisseurs.

Das Premierendatum vom 10. Dezember 2011 bleibt davon unberührt. Peter Konwitschny wurde in Frankfurt/Main geboren und wuchs in Leipzig auf. 1965-1970 studierte er Regie an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ in Berlin und übernahm von 1971-1979 die Regieassistenz am Berliner Ensemble unter der Intendanz von Ruth Berghaus. Erste eigene Regiearbeiten lieferte er im Schauspiel und in der Oper ab. Daneben übernahm er Lehrtätigkeiten an verschiedenen Hochschulen des In- und Auslands, unter anderem in Rostock, Berlin, Hamburg, Leipzig, Dresden, München, Graz sowie Zürich.

Peter Konwitschny probt für Teil III seines Bach-Projektes.
Peter Konwitschny probt für Teil III seines Bach-Projektes.
Foto: Oper Leipzig / Andreas Birkigt

Theatergeschichtliche Bedeutung hat sein konzeptioneller und struktureller Neuansatz der szenischen Interpretation Händelscher Opern. Von 1986-1990 war er Regisseur am Landestheater Halle. Seit 1985 war er an vielen deutschen Bühnen und im Ausland tätig und seit 1990 freischaffend unter anderem in Montepulciano, Kassel, Nürnberg, Basel, Graz, Paris, Wien, Barcelona, Kopenhagen, Amsterdam, Moskau sowie Tokio. Das „Burnout-Syndrom“ wird in Fachkreisen kritisch gesehen, da es ein solches Krankheitsbild an sich laut Experten nicht geben soll. Mediziner sprechen in solchen Fällen ausdrücklich von einer depressiven Erkrankung.

Professor Ulrich Hegerl von der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Uni Leipzig anlässlich des 200-jährigen Jubiläums seines Instituts (L-IZ berichtete): „Auch wenn die Statistiken der Kassen und Rentenversicherungsträger eine drastische Zunahme der Bedeutung der Depression und anderer psychiatrischer Erkrankungen zeigen, ist unklar, ob Depressionen tatsächlich zunehmen. Diese Zunahme dürfte überwiegend Ausdruck der Tatsache sein, dass mehr Betroffene sich Hilfe holen, dass Depressionen von Ärzten besser erkannt und insbesondere, dass Depressionen auch so benannt werden und nicht hinter Ausweichdiagnosen wie „chronischer Rückenschmerz, Tinnitus, Burnout und so weiter versteckt werden.“


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