Oper Leipzig: "Die Meistersinger von Nürnberg" von Richard Wagner sind wieder im Opernspielplan
Daniel Thalheim
06.01.2012
Wolfgang Brendel und Dietrich Henschel in einer Inszenierung der "Meistersinger von Nürnberg" in Leipzig.
Bild: Andreas Birkigt
Am 8. Januar startet etwas Großes an der Leipziger Oper. Die von der Zeitschrift "Opernwelt" zur "Aufführung des Jahres" nominierte Inszenierung von Jochen Biganzoli wird in der laufenden Spielzeit erstmals von Intendant und Generalmusikdirektor Prof. Ulf Schirmer dirigiert. Für Opernfreunde ist das über vierstündige Stück um einen Sängerwettstreit die Festoper überhaupt.
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"Die Meistersinger von Nürnberg" ist die einzige komische Oper des in Leipzig geborenen Komponisten Richard Wagner. Sie soll von einem idealen Menschheitstraum, durch Kunst ein blühendes Gemeinwesen zu schaffen, erzählen. 1868 wurde das über vierstündige Stück, das in Nürnberg des 16. Jahrhunderts spielt, in München uraufgeführt. In Leipzig wurde das 1960 neu errichtete Opernhaus am Augustusplatz mit der Oper eingeweiht.
2010 entstand für das 50-jährige Jubiläum eine Neuinszenierung der "Meistersinger" von Jochen Biganzoli. Seine Inszenierung soll das Thema der Oper ernst nehmen, indem sie zeigen will, wie die Bürger einer Stadt sich zu Kunst und Künstlern stellen. Vielleicht wurde die Oper deswegen in der Kritikerumfrage der Zeitschrift "Opernwelt" 2011 als "Aufführung des Jahres" nominiert. Der Bayrische Rundfunk sagte zur Premiere in Bayreuth am 15. Oktober 2011: "(Eine) ... außergewöhnliche Aufführung, die bei der internationalen Kritik auf einhelliges Lob stieß."
"Meistersinger" Burkhard Fritz ist nur am 8. Januar Gast in Leipzig.
Bild: Oper Leipzig/ Presse
Leipzigs Opernintendant Ulf Schirmer nimmt sich der Inszenierung als musikalischer Leiter an und holt eigens dafür neue Gesichter ans Opernhaus. Mit Tenor Burkhard Fritz und Sopranistin Christiane Libor sollen zwei gefeierte Wagner-Interpreten ihr Hausdebüt an der Oper Leipzig geben. Burkhard Fritz gastiert als "Stolzing" nach Angaben der Leipziger Oper nur in der ersten Vorstellung am 8. Januar 2012. Dazu heißt es von der Oper Leipzig: "Der gebürtige Hamburger sorgte in den letzten Jahren als Wagner-Tenor international für Aufsehen." In Bayreuth war der Tenor bereits zu sehen und zu hören. "Im kommenden Sommer wird er dort als Parsifal zu sehen sein", heißt es aus dem Leipziger Opernhaus weiter.
Weil Fritz nur ein einziges Gastspiel in Leipzig leistet, wird ab den 15. Januar Stefan Vinke als "Stolzing" wieder mit von der Partie sein. Zur Gastsängerin Christiane Libor teilt die Oper Leipzig mit, dass sie eine international gefragte Strauss- und Wagner-Interpretin sei und erstmals in Leipzig die "Eva" am 8. und 15. Januar darstellen wird. Danach übernimmt Michaela Kaune für die folgenden Vorstellungen die Rolle. Der Münchener Kammersänger Wolfgang Brendel soll die Partie des "Hans Sachs" übernehmen. Der Baritonsänger wurde 1995 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet und soll zu den meist gefragten Bariton-Sängern seiner Generation gehören. Seine Auftrittschronologie reicht bis 1973 zurück.
Warum die Leipziger Opernfreunde ab dem 8. Januar ins Leipzig Opernhaus strömen sollen, umschreibt die Opernleitung so: "Die Inszenierung von Jochen Biganzoli nimmt das Thema der Oper ernst, indem sie zeigt, wie die Bürger einer Stadt sich zu Kunst und Künstlern stellen." Vielleicht ist die Wagner-Oper auch nur eine farbenfrohe und interessante Inszenierung, die international für Begeisterung sorgt. Auch in der Messestadt? An vier Abenden kann man das herausfinden.
Karten für die Termine am 8. Januar und 11. Februar um 17 Uhr, am 15. Januar und 9. April um 15 Uhr kosten 15 bis 52 Euro. Alle Vorstellungen gehen mit einer Einführung von 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn einher.
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