Operettenworkshop: Interview mit Roland Seiffarth von der Musikalischen Komödie
Daniel Thalheim
06.01.2012
Das Workshopteam mit Roland Seiffarth in der Mitte.
Bild: Andreas Birkigt
Am 7. Januar erproben sich junge Dirigenten vor Jury und Publikum. Es kann aber nur einen geben, der der Beste ist. In der Musikalischen Komödie endet mit dem Neujahrskonzert der Operettenworkshop. Der künstlerische Leiter Roland Seiffarth erzählt zwischen den Proben im L-IZ-Interview, was das Erfolgsgeheimnis der Veranstaltung sein kann.
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Herr Seiffarth, warum ist das Eingangskonzert des Operettenworkshops "Kult"?
Ganz ehrlich, diese Frage habe ich noch nie gehört. Dass das Kult ist, freut mich natürlich. Den Operettenkurs machen wir seit 1997. Am Anfang war das noch unbekannt. Nach einer Operettenpremiere in Berlin hatten mich verschiedene Verantwortliche des Musikrats aufgesucht und gesagt, ich wäre der Richtige für so einen Kursus.
Warum in Leipzig?
In Leipzig findet der Workshop deshalb statt, weil es hier ein sehr gutes Orchester gibt. Zuerst haben wir den Kurs alle zwei Jahre gemacht, seit fünf Jahren findet er jedes Jahr statt, weil das Interesse wuchs. Möglicherweise rührt das daher, dass Kurs und Konzerte Kult wurden. Seit einigen Jahren schaltete sich der Rundfunk ein. Nach den weniger gut besuchten Anfängen erfreute sich der Kurs jedes Jahr mehr an Beliebtheit.
Bei wem?
Zunächst bei den jungen Dirigenten. Bei den Zuschauern natürlich auch. Ich finde es wichtig, dass junge Leute, die Operette an den Hochschulen nicht studieren können und das in der Praxis plötzlich machen müssen, es bei uns lernen. Oft können sie keine Operette dirigieren.
Roland Seiffarth, künstlerischer Leiter des Operettenworkshops an der Musikalischen Komödie.
Bild: Andreas Birkigt
Deswegen der Workshop?
Junge Dirigenten bekommen dadurch einen Anreiz und Anschub, auch wenn es nur fünf Tage sind, in denen der Workshop stattfindet.
Wenn sie gehen, sind alle glückselig. Sie sind happy mit den Operettenstücken und dem Konzert, das jedes Mal ein großer Erfolg war. Deshalb ist es vielleicht zu dem Wort "Kult" gekommen. An den Zuschauern liegt das ein Stück weit auch, weil wir eine große Operettenfangemeinde haben. Aber zu diesem Konzert kommen auch junge Leute, die sich für Musik und die jungen Interpreten interessieren.
Neben dem normalen Jurypreis gibt es auch einen Publikumspreis. Was können Sie dazu erzählen?
Wie der Publikumspreis entstanden ist, kann ich Ihnen gar nicht sagen. Der LVZ-Preis hatte irgendwann Peter Korfmacher (Leiter des Kulturressorts der Leipziger Volkszeitung, Anm. d. Red.) erfunden. Das finde ich toll. Der Publikumspreis ist insofern interessant, weil andere Kriterien bei der Bewertung eines Dirigenten greifen. Eine Jury geht von einer ganz anderen fachlichen Bewertung aus. Das Publikum geht davon aus, welche Ausstrahlung ein Dirigent hat. Oder spricht er sie an. Da geht es nicht darum, ob der Auftakt stimmt. Vergangenes Jahr gewann eine junge Dame Jury- und Publikumspreis. Das ist selten, dass sich zwei Meinungen so einig sind. Darüber waren wir sehr glücklich.
Was wird beim Jurypreis ausgelobt?
Der Sieger darf dbei der nächsten Operette an der Musikalischen Komödie als Assistent mit dabei sein. Er bekommt eine Vorstellung als Leiter. Es können auch zwei sein, was wir mit ihm verhandeln.
Klingt nach einer guten Übung.
Eben.
Nach dem Operettenworkshop ist vor dem Operettenworkshop. Wann kommt der nächste?
2013. Aber die Vorbereitungen bis dahin beginnen natürlich vorher. Der Start des Workshops ist immer ein Tag nach Neujahr und dauert fünf Tage.
Dann hoffen wir das Beste für die Dirigenten am 7. Januar und viel Erfolg und Freude bei dem Neujahrskonzert.
Ich danke ihnen auch. Ein gesundes neues Jahr!
Ein frohes neues für Sie, Herr Seiffarth.
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