Wer hat Angst vor Virginia Woolf: Regisseurin Amina Gusner im L-IZ-Kurzinterview
Daniel Thalheim
14.01.2012
Rasante Beziehungskomödie im Centraltheater: Wer hat Angst vor Virginia Woolf?
Foto: Johannes Zacher
Am 18. Januar ist Leipzig-Premiere. Die Koproduktion von Theater und Komödie am Kurfürstendamm und Centraltheater Leipzig dreht sich um Liebe, Streit und Drama. An vier Abenden entführt das Gastspiel von Regisseurin Amina Gusner in die Beziehungswelt des Akademikerpaares George und Martha. Die Schauspieldirektorin der Theater & Philharmonie Thüringen GmbH stand der L-IZ für ein Kurzinterview zur Verfügung.
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Mancher Mann würde bei dem Namen der Autorin aufschrecken. Muss man Angst vor Virginia Woolf haben?
Ich weiss nicht, wer wovor Angst hat. Würde aber denken, dass die Autorin Virginia Woolf nicht dazu gehört. Möglicherweise ist es beängstigend, wofür sie steht: für Gleichberechtigung, Emanzipation, Veränderung der Rollenbilder. Und da jede Veränderung Angst machen kann, kann man Angst haben vor dem, was sie bewegen wollte und bewegt hat.
Heute allerdings wird zumindest in diesem Teil der Welt Gleichberechtigung gelebt. Da können wir unseren Eltern und Großeltern dankbar sein. Wie es überhaupt mit allen humanen Werten ist, sind sie nicht selbstverständlich und wollen hart erarbeitet sein. Im Einzelnen und in der Gemeinschaft.
Regisseurin Amina Gusner.
Foto: www.tpthueringen.de
Mit Peter René Lüdicke, Katja Riemann, Johannes Zacher und Inken Gusner haben Sie ein Stammteam bei den Aufführungen im Centraltheater: Welche Umstände führte sie zusammen?
Diese Team ist aus Arbeitserfahrungen gewachsen. Wir konnten gut zusammen kreativ arbeiten, teilen einen ähnlichen Humor, eine Sicht auf Theater, und wenn vieles gut geht, will man weiter kommen miteinander. Der Vorteil an Gruppen, Ensemble ist ja, dass man aufbauen kann, weiterführen kann, um schneller an Punkte zu gelangen, die einen wirklich interessieren, ohne sich lang zu erklären.
"Wer hat Angst vor Virginia Woolf" ist vor allem als Filmadaption des Stücks von Edward Albee bekannt. Was lag bei ihnen fürs Theaterstück zuerst vor - Buch oder Film?
Als ich sehr jung war habe ich diesen legendären Film gesehen und der hat mich nachhaltig beeindruckt. Viel später habe ich natürlich auch das Stück gelesen und war beeindruckt davon, wie musikalisch und klug es geschrieben ist. Als ich dann ein Stück für Katja und René gesucht habe, habe ich in erster Linie an die beiden Spieler gedacht. Was wären Rollen für sie? Die beiden waren für mich das Motiv, dieses Stück zu inszenieren.
Klingt nach einer vielversprechenden Leipzig-Premiere. Vielen Dank für das Interview.
Mehr zum Stück und zu dem Centraltheater-Programm auf der Homepage des Leipziger Schauspiels:
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