Pressekonferenz im Umzugswagen: LOFFT darf am Lindenauer Markt bleiben und hofft weiter auf den Auszug
Gernot Borriss
19.06.2012
Pressekonferenz im Umzugswagen: Lydia Schubert, Dirk Förster und Jürgen Zielinski.
Foto: Gernot Borriss
Rein symbolisch zog das Leipziger OFF-Theater LOFFT am Dienstag schon mal aus dem Theaterhaus am Lindenauer Markt aus. Doch auf gepackten Kisten verlängerte LOFFT-Geschäftsführer Dirk Förster den Untermietvertrag mit Jürgen Zielinski, Intendant des Theaters der Jungen Welt, noch einmal bis Ende 2014. Dann soll die neue Bleibe fertig sein.
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Am Ende wich die Verunsicherung der Erleichterung. Die Verlängerung des Mietervertrages mit dem Theater der Jungen Welt gebe dem LOFFT die Sicherheit, in Ruhe an dem Projekt Theaterzentrum arbeiten zu können. So LOFFT-Geschäftsführer Dirk Förster an diesem Dienstagmorgen auf dem Lindenauer Markt.
Da hatte Förster seine Unterschrift neben die von Lydia Schubert und Jürgen Zielinski gesetzt. Die beiden lassen in ihrer Eigenschaft als Verwaltungsdirektorin und Intendant des Theaters der Jungen Welt das LOFFT für weitere zwei Jahre weiter bei sich zur Untermiete wohnen. Ganz ohne Bedingungen und Mieterhöhungen, wie Zielinski versichert.
Auf gepackten Kisten verlängerte LOFFT-Geschäftsführer Dirk Förster den Untermietvertrag mit Jürgen Zielinski.
Foto: Gernot Borriss
Seit 2003 residieren das stadteigene Theater der Jungen Welt und das freie Leipziger Off-Theater nun schon im Theaterhaus am Lindenauer Markt, dem vormaligen Haus der Volkskunst und noch vormaligeren Deutschen Haus. Doch laut Mietvertrag sollte für die Freien zum Jahresende 2012 nach zehn Jahren Schluss mit dem Provisorium sein.
Dem Theater der Jungen Welt kommt diese Entwicklung grundsätzlich sehr gelegen. Für sein Haus im Wachstum hätte Jürgen Zielinski sehr gern einen weiteren Zuschauerraum mit 100 Plätzen. „Eine 100er Spielstätte ist ein jeglicher Hinsicht sehr effizient“, ergänzte Verwaltungschefin Schubert bei der Stehgreif-Pressekonferenz. Bei größeren Räumen spare man Tantiemen und Gagen für die Künstler, so Schubert weiter. Auch entfiele dann der Abstimmungsbedarf mit dem Untermieter.
Doch in die bislang ungewisse Zukunft wolle man die freien Nachbarn denn doch nicht entlassen, betonte Zielinski. Insofern verstand er die symbolische Aktion auch als Signal zum Handeln an die lokale Kulturpolitik.
Zwei weitere Jahre kann das LOFFT weiter zur Untermiete im TdJW wohnen.
Foto: Gernot Borriss
Die war an diesem Morgen auch vertreten. Und zwar in Gestalt von Leipzigs Kulturbürgermeister Michael Faber (parteilos). Dem ist zwar im November 2009 von Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) die Zuständigkeit für die stadteigene Hochkultur entzogen worden. Und dazu zählt auch das Theater der Jungen Welt.
Doch für die Freie Szene zeichnet der linke Freigeist Faber weiter verantwortlich. Deshalb präsentierte Faber auf der Klausur des Oberbürgermeisters mit den Bürgermeistern im Mai 2012 nach eigenen Angaben die Pläne für ein neues Theaterzentrum im Leipziger Westen. Unter diesem Dach sollen zukünftig neben dem LOFFT das Leipziger Tanztheater, die Schaubühne Lindefels und Lindenfels – Westflügel eine gemeinsame Bleibe finden.
Wie Faber gegenüber L-IZ betont, stießen die Pläne in der Dezernentenrunde auf Wohlwollen. „Ich bin guter Hoffnung, dass wir noch in diesem Jahr mit dem Projektentwickler zum Abschluss kommen werden“, gab sich Faber optimistisch. Faber sieht die Chance, dass das neue Theaterquartier auf der Plagwitzer Südseite der Karl-Heine-Straße zu Beginn 2015 bezugsfertig sein wird.
Auch deshalb ist der Bürgermeister von der beiderseitigen Bereitschaft zur Fortsetzung der Wohngemeinschaft am Lindenauer Markt sehr angetan.
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