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Rainald Grebe inszeniert am Centraltheater – eine mittelmäßige Vor-Verbeugung

Michael Freitag.
Centraltheater
Viele haben bereits messianische Vorab-Gefühle, wenn sie eine Karte zu einem Rainald Grebe – Konzert mit seinen Spießgesellen von der „Kapelle der Versöhnung“ ergattert haben. Eine absolut empfehlenswerte Denkwelt – Rainald Grebes Gehirn.

Denn die Musikabende sind immer eine Mischung zwischen einem eleganten Sprung mit dem blanken Hintern in die erstaunten Gesichter des Publikums und intelligentem Zynismus auf liebevollem Niveau.

Doch scheinbar heißt es nun wieder - auf zu neuen Ufer, auch wenn diese immer näher zu kommen scheinen. „Kennst du das Land mit den Pelikanen?

Kennst du das Land mit den Lianen? Kennst du das Land, wo die Datteln wachsen? Das ist Sachsen …“ und „Ich habe ein Recht auf einen konstanten Meeresspiegel …“ (Rainald Grebe). Endlich kommt mit der Revue rund um den Klimawandel von und mit Rainald Grebe am 13. November 2008 ordentlich Schub auf die "Maschine" Centraltheater, Auslastungssteigerung fast sicher inbegriffen.

Wem der Name noch nichts sagt, war nicht beim bereits im Centraltheater stattgefundenen Konzert am 21. September und hat die Jubelstürme verpasst – unten finden sich noch mal gesammelte Links zum aktuellen Output des derzeit intelligentesten Liedermachers der bunten Republik. Und da Intelligenz, egal ob kristallin oder fluid, im Gegensatz zum Wissen selten vergeht, stellt die Revue namens „Alle reden vom Wetter. Eine Klimarevue“ schon jetzt einen Teil eines wirklich neuartigen Theaterverständnisses in Leipzig dar. Auch, dass Schauspieler singen, auch dass die Girls immer kommen, wenn Revue ist und ebenfalls, dass die Kapelle der Versöhnung Teil und Musik der Inszenierung sein wird.


Ach komm – pflastern wir doch einfach mal die Gottschedstraße mit Vorschusslorbeeren, bis es die erste Etage des Ex-Schauspielhauses nicht mehr zu sehen ist. Und überlassen wir dem Mann einfach selbst das Wort – eine gedachte Vorankündigung und Prozess-Idee zur Revuepremiere am 13. November 2008:

„Die Letzte Band der Welt gibt ein Konzert! Jeepfahrer! Klimaschweine! Verfechter der Regionalen Küche! Die Letzte Band der Welt lädt ein ins Centraltheater!

„Unsere Kinder küssen sich vorm Erdölmuseum, vorm Erdölmuseum da küssen sie sich …“ Madonna sagte auf dem Live Earth Concert im Wembley-Stadion: „This is not entertainment. This is a revolution.“ Dann sang sie La isla bonita. Klimaneutrales Playback.

Was ist plötzlich los? Keine Zeitung ohne CO2. Kein Tag ohne Klima. Es umgibt uns. Überall. Die apokalyptischen Reiter sind gasförmig. Ich habe mir eine Energiesparlampe gekauft. Eine. Die hängt im Flur und macht fahles Licht. Ich bin überfordert. Da liegt was in der Luft und ich kann’s nicht greifen. Ein Mann – Al Gott oder so – taucht immer wieder auf. Wo er auch geht und steht – immer mit Planet. Der globale Mensch – er ist es. Wenn ich ihm zuhöre, bin ich beruhigt. Fünf Kontinente und das bisschen Wasser, ein Fall für seine Westentasche.

Ich kämpfe mit Rückzugsgedanken. Das ist alles ein bisschen too much. Wenn ich meinen Computer über Nacht anlasse, hat das Folgen für den Permafrost.

Ich will mich dieser Logik nicht anschließen. Ich bin areligiös. Ich sehe mich religiösen Denkstrukturen gegenüber. Der Mensch als Sünder, seine Lebensweise zerstört die Schöpfung. Noch ist es Zeit umzukehren! Aber wie?

Es folgen konkrete Haushaltstipps. Statt Rosenkränzen Energiesparlampen und 3-Liter-Autos. Kehrt um! Tut Gutes und redet drüber!

Ich würde ja gerne mitreden, aber dass Kuhpupse Tonnen wiegen, übersteigt schon meine Vorstellungskraft. Ich bin fachfremd. Vertrau dich den Experten an. Es gibt jetzt Bücher, in denen das Wetter für Leipzig im Jahr 2100 prognostiziert wird. Es wird nicht in erster Linie wärmer. Es wird unberechenbarer.

„We are the world. We are the children. We are the ones to make a brighter day …“ Rainald Grebe

Alle reden übers Wetter. Die Klimarevue, am 13. November erstmalig im Centraltheater in der Bosestraße, Beginn 19:30 Uhr.

Video im Vorfeld der Premiere

Mit Markus Baumgart, Anna Blomeier, Martin Brauer, Rainald Grebe, Peter René Lüdicke, Emma Rönnebeck, Anita Vulesica
Regie: Rainald Grebe
Bühne: Jürgen Lier
Kostüm: Janna Skroblin
Licht: Carsten Rüger
Dramaturgie: Uwe Bautz
Musikalische Einstudierung und Bearbeitung der Chöre: Jens-Karsten Stoll


Links zu Rainald Grebe (verschiedene Programme):

"Massenkompatibel“ Rainald Grebe

"Single in Berlin“ Rainald Grebe

"Dreißigjährige Pärchen – Reich mir mal den Rettich rüber“

Rainald Grebe bei MySpace


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