"Die Pest“ bricht im Flower Power aus
Daniel Thalheim
17.02.2009
"Eins-Zwei-Drei-Vier“! Musikalische Leichen pflastern ihren Weg. Stichwort: Intelligantische (-r) SatAnanas. Die derbfröhlichen Leipziger von "Die Pest“ werden am 4. März aberwitzige Plattitüden im Flower Power unter die verseuchungswilligen Gäste ballern, dass es eine Freude ist zuzusehen.
Vielleicht werden die gemalten Blumen auch kräftig von einem Tränenregen gegossen, wer weiß. Neues Video, neuer Auftritt. Dann kann es 2009 für die Band nicht schief gehen. Mit Maske und Stahlhelm verkleidet, holperten die Drei von der Tankstelle 2007 mit ihren Brüdern im Geiste, "A.O.K.“ und „Die Metallischen Rückkehrer“ im Kulturbundhaus ins Nirwana. Mit lustigen Animationsvideos untermalt und pittoresk verkleidet, „humort“ es bei "Die Pest“ im Karton. Warum das so ist, erzählt uns Pestizid, Sänger und Sprachrohr der Band am besten selbst.
Warum ist ein "Pest"-Ausbruch im Flower Power so wichtig für Leipzig?
„Wir kommen nie wieder – wir verpesten nur einmal und ziehen dann weiter. Mit unserer Freundin Cholera! Außerdem spielen wir zum letzten Mal unser 'AssPest'-Programm. Inzwischen können wir die Hälfte der Titel sogar einigermaßen. Deep, deeper, die Pest!“
Könnt ihr euch vorstellen als Kunst-Performance im Museum der bildenden Künste aufzutreten?„Wir können uns viel vorstellen – wir haben ja auch Pestbeulen an den Stellen, wo andere Leute ein Gehirn haben. Wir heißen Pestizid, Fungizid und Suizid – und Suizid ist ohnehin schon tot, da passt er ins Museum. Vorausgesetzt, die haben Duft-Zerstäuber… EVIL! Um Deine Frage zu beantworten: Ja, wir sind museumsreif – und wenn wir ordentlich Schotter kriegen, machen wir auch so einen Performance-Mist. Also, wieviel? Und müssen wir dabei nackt sein? Und bemalen uns HGB-Studentinnen, während wir auftreten?“
Wie wichtig ist Humor in der heutigen Zeit (Finanzmarktkrise, not(geile)leidenden Banken, etc.)?
„Keine Ahnung, wir sind keine solchen zynischen Arschlöcher – die sich über die ganze Grütze lustig machen und sagen, wir haben’s ja gewusst. PestPunk fand Finanzmärkte und Banken schon immer ätzend – da ändert sich für uns gar nichts. Eine schlaue Studentin hat uns mal erklärt, dass Humor von Humus kommt. Da ist bestimmt was dran.“