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Vortrag im Polnischen Institut: Armenier in Siebenbürgen im 18. und 19. Jahrhundert

Redaktion
Um "Armenier in Siebenbürgen im 18. und 19. Jahrhundert" geht es in einem Vortrag im Polnischen Institut Leipzig (Markt 10) am Dienstag, 3. Februar, um 17.00 Uhr. Diesmal ist Dr. Judit Pál von der Fakultät für Geschichte und Philosophie der Babes-Bolyai-Universität Klausenburg in der Vortragsreihe "Armenier in Ostmitteleuropa" zu Gast.

Vom Spätmittelalter bis ins 19. Jahrhundert waren drei zugewanderte Großgruppen in Ostmitteleuropa von besonderer Prägekraft für Wirtschaft und Kultur dieser Geschichtsregion - Juden, Deutsche und Armenier. Die Projektvortragsreihe möchte die häufig unterschätzte Bedeutung der Armenier für den Raum zwischen Ostsee und den Karpaten beleuchten. Denn trotz ihrer geringeren Zahl waren diese nicht einfach nur Teil des ethnischen "Flickenteppichs", sondern besaßen als "imperiale Minderheit" nennenswerte eigene Aktionsmacht.

Die Armenier haben zahlreiche Städte und Landschaften Ostmitteleuropas mitgeprägt, vor allem in Polen-Litauen und den Ländern der Stefanskrone. In Landschaften wie Galizien, Podolien oder Siebenbürgen und in Städten wie Stanislawów (heute Ivano-Frankivsk), Lemberg (L'viv), Kam''janiec'-Podil'skyj, Armenierstadt (Gherla) oder Elisabethstadt (Dumbraveni) hat die armenische Diaspora Spuren hinterlassen. Die Armenier unterhielten überdies Handelsnetzwerke zwischen Iran, Osmanischem Reich, Moskauer Staat bzw. Russland, dem östlichen Mitteleuropa und Nordwesteuropa, hier vor allem Amsterdam. Armenische Fernhandelskaufleute versorgten den europäischen Markt mit persischer Rohseide und Seidenprodukten und sicherten im Gegenzug dem Schah einen Zustrom an Edelmetallen, insbesondere dem begehrten Silber. In ihren ostmitteleuropäischen Heimatstädten genossen die Armenier rechtliche Autonomie; sie besaßen nicht nur eigene, häufig architektonisch eigenständige und bedeutsame Kirchen, sondern auch eine eigene Kirchenorganisation. Nicht zuletzt deshalb war die armenische Diaspora Ostmitteleuropas von großer Relevanz für die Armenier im eigentlichen armenischen Siedlungsgebiet im Kaukasus und in Kleinasien, so etwa in Buchhandel und Buchdruck, in Kunst und Architektur. Seit dem 18. Jahrhundert assimilierten sich die armenischen Gemeinschaften dann nach und nach an die polnischen und ungarischen Führungsschichten ihrer Heimatländer. Ein wichtiger Schritt auf diesem Wege waren die mit der katholischen Kirche geschlossenen Kirchenunionen.


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