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Überhaupt nicht alt: Kim Wilde entdeckt ihren zweiten Frühling auch in Sachsen

Daniel Thalheim
Kim Wilde gehört mit 50 noch lange nicht zum alten Eisen und knüpft mit "Come Out And Play" an ihre alten Erfolge Anfang der Achtziger an.
Kim Wilde gehört mit 50 noch lange nicht zum alten Eisen und knüpft mit "Come Out And Play" an ihre alten Erfolge Anfang der Achtziger an.
Foto: MCS Berlin
Auf ein Ereignis können sich auch Leipziger freuen - Dresden ist nicht weit weg und der Ort, an welchem Kim Wilde im dortigen Kulturpalast im März 2011 auftreten wird. Familienmensch Kim Wilde feiert mit ihrem soeben erschienenen Album "Come Out And Play" ein bereits umjubeltes Comeback. Das heißt für sie vom Familiengarten Eberswalde direkt auf Europa-Tournee und zurück in die großen Clubs.

2007 war sie noch auf der Brandenburgischen Landesgartenschau zu Gast. Das muss nicht als Misserfolg gewertet werden. Als ausgebildete Landschaftsgärtnerin moderierte sie ohnehin Gartensendungen im englischen Fernsehen und schrieb Artikel in Zeitungen und Zeitschriften, um die Musikdürre zu überbrücken, aber auch, weil sie eben nicht nur singen kann.

Die kleine Frau mit der großen Stimme war Ende der Achtziger mit Michael Jackson und David Bowie unterwegs und hatte zumindest in ihrem Heimatland England Mitte der Achtziger eine kleine Flaute zu verkraften gehabt. An die beiden Tourneen mit den damals wohl größten Popstars erinnert sie sich: "Es waren meine musikalischen Helden. Ich erinnere mich noch an die Tour mit Michael Jackson - wir waren in diesem unglaublichen Zirkus unterwegs."

Die zierliche Musikerin weiter: "Es war eine wahnsinnige Erfahrung. Und ich denke, am liebsten wäre es Michael gewesen, dieser Zirkus wäre immer so weiter gegangen. Es war wunderbar, ihn so nahe zu erleben, fantastisch diese Momente der Perfektion. Und es war unglaublich, eine Weile sogar damit assoziiert zu werden."

Kim Wilde wieder ganz groß dabei.
Kim Wilde wieder ganz groß dabei.
Foto: MCS Berlin
In Deutschland hingegen liebt man sie wie eh und je. Mit "Come Out And Play" ist Kim Wilde wieder zurück. Platz 10 in den deutschen Charts, nun die Tour Ende Februar und Anfang März durch die deutsche Republik. Die Sachsen haben am 2. März die Gelegenheit, Kim Wilde live zu erleben.

Zum Albumtitel hat Kim Wilde auch gleich eine Anekdote parat: " 'Come out and Play' ist eine Zeile aus 'Hey You', einem meiner neuen Songs. Ich habe diesen Song zusammen mit extrem begabten Songschreibern in Schweden Weihnachten 2009 geschrieben. Ein Journalist fragte mich letzte Woche worum es in dem Song geht. Ich sagte ihm, dass es darin um Sex geht und er wurde sofort rot."

Humor hat die Frau auf jeden Fall. Ihre unverwechselbare Stimme ist ebenfalls ganz groß, die alte Power ihrer großen Erfolge aus den Achtzigern hat sie wieder entdeckt, wie es an dem treibenden Albumeinsteiger "King Of The World" eindrucksvoll zu hören ist.

Als erste Single wurde die eingängige Nummer "Lights Down Low" Mitte August dieses Jahres veröffentlicht. Auch hier ist die große Hymne, die zuckrige Melodie hörbar, die mit Rockmusik-Instrumenten und viel Elektro aufgepeppt werden. Als ob die vergangenen zwanzig Jahre nie ins Land gegangen, schiebt Fräulein Wilde einen freundlichen Lichtstrahl des Pop über die Ladentische.

"Come Out and Play" wuppt auf Platz 10 der deutschen Charts - nun dazu im Februar und März 2011 die Tournee.
"Come Out and Play" wuppt auf Platz 10 der deutschen Charts - nun dazu im Februar und März 2011 die Tournee.
Foto: MCS Berlin

Kein Wunder, dass Kim Wilde wie eine Wiedergeburt vor dreißig Jahren klingt. Wie auch beim damaligen Debüt half auch dieses Mal jemand aus der Familie kräftig mit. Dazu Kim Wilde: "Mein Bruder Rick hat 7 von den 13 Tracks auf dem neuen Album produziert, es haben noch sechs weitere Produzenten an diesem Album mitgearbeitet, auf das ich unheimlich stolz bin."

Wo heutzutage anscheinend erfolgreiche Pop-Mädchen wie Lady Gaga versuchen, immer sexbetonter aufzutreten, macht die freundliche Mutter aus London mit "Come Out And Play" niemanden etwas vor. Sie bewegt sich auch hierin in einer erwachsenen Liga.

Die weit ausladenden Gesten und die Facetten der menschlichen Gefühle beherrscht Kim Wilde wie keine andere. Sie hatte es noch nie nötig gehabt, sich bis zur Schlüpfer auszuziehen, um ihre Alben zu verkaufen. Auch wenn sie mit ihren weiblichen Reizen nicht geizte, um Verkäufe anzukurbeln. Marketing geht manchmal die seltsamsten Wege.

Kim Wilde am 2. März live in Dresden.
Kim Wilde am 2. März live in Dresden.
Foto: MCS Berlin
Kim Wilde feierte vor allem mit ihrem 1981 erschienenen Debütalbum und ihren daraus ausgekoppelten Hits "Kids In America" und "Cheqered Love" ihre größten Erfolge. Die heutige 50-jährige Kim Wilde hat von dem damals entdeckten Potenzial nichts eingebüßt. vor allem dann nicht, als sie 2003 mit der deutschen NDW-Schönheit Nena im Duett "Anyplace, Anywhere, Anytime" sang und hierzulande einen Überraschungserfolg damit verbuchte. Weg vom Fenster war sie in Deutschland nie.

"Nena und ich haben großen Respekt voreinander, wir unterstützen und wir mögen uns. Unsere Leben sind voller familiärer und professioneller Verpflichtungen und von Zeit zu Zeit treffen wir uns um unser großes Glück zu teilen. Ich habe nur Bewunderung für Nena und großen Dank dafür, dass sie mir mit 'Anyplace, Anywhere, Anytime' einen so großen Hit gegeben hat. Nena hat mich inspiriert mein inneres 'Rock-Chick' wieder zu entdecken", sagt Kim Wilde lobend über ihre Kollegin.

2006 erschien zunächst der Achtungserfolg "Never Say Never", der Kim Wilde bis Frühjahr 2009 durch die hiesigen Clubs führte. Dazu Wilde: "Ich habe mit meiner Band mehrere Jahre live gespielt, zuerst auf Achtziger Jahre Revival Touren, dann immer mehr mit meinem eigenen Programm in UK und ganz Europa. Das neue Album 'Come out and play' hat einen starken Bezug zum Live-Aspekt meiner Karriere und knüpft sehr gut an meine alten Hits 'Kids in America' und 'Cambodia' an. Live Auftritte sind das was mir heute am meisten Spaß macht, und das Publikum scheint das ebenfalls sehr zu mögen. Es spricht absolut nichts dagegen gleichzeitig ein Familienmensch und ein “Rock-Chick” zu sein."

Nun ist der Probelauf erfolgreich bestanden, Kim Wilde kann wieder mit alter Power neu auftrumpfen, auch wenn sie von ihren britischen Landsleuten wie der Prophet im eigenen Land behandelt wird. Dafür sind die deutschen Fans umso treuer und werden sie mit Sicherheit zahlreich auch in Dresden besuchen und anfeuern. Zunächst haben Fans am 18. September bei der "SWR Late Night" Gelegenheit, ihren wiedergefundenen Sound zu bewundern.

Kim Wilde im Internet
www.kimwilde.com

Kim Wilde bei Myspace
www.myspace.com/officialkimwilde

Tourdaten von Kim Wilde 2011

21.02.2011 Köln, Musical Dome
22.02.2011 Frankfurt, Alte Oper
23.02.2011 Berlin, Tempodrom
25.02.2011 Mannheim, Rosengarten
26.02.2011 München, Muffathalle
27.02.2011 Oberhausen, KöPi Arena
01.03.2011 Stuttgart, Theaterhaus
02.03.2011 Dresden, Kulturpalast
03.03.2011 Dortmund, Westfalenhalle 3 A
04.03.2011 Hamburg, CCH 2


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