Der Gute Ton in Leipzig: Coppelius mittelaltern in der Moritzbastei
Daniel Thalheim
06.10.2010

Freunde der Romantik und des schrammeligen Klassiksounds: Coppelius kommen mit "Zinnober" nach Leipzig.
Foto: Ingo Rast/Coppelius
Sechs Musiker hauen auf die Pauke. Mit viel Mittelalter und Lyrik im Gepäck ziehen Coppelius zum Reformationstag in die Moritzbastei. "Zinnober" heißt ihr neuer Tonträger, der Ende Oktober erscheint. Grund genug, die alten Gewölbe in der City aufzusuchen.
Von sich schreiben sie, dass sie sich 1791 das erste mal getroffen haben, bei Mozarts Uraufführung zur "Zauberflöte". Seitdem träumen sich Coppelius durch die Jahrhunderte und erschienen plötzlich 1997 in der Popwelt. Ihr Bekanntheitsgrad wächst seitdem stetig, auch wenn sie sagen, dass der "gute Ton" schon seit dem 19. Jahrhundert immer wieder von Coppelius in die Welt getragen wurde.
Wilde Live-Shows machen sie für Veranstalter zu einem Kassenknüller. Wenn man der Kapelle Glauben schenkt, nicht erst seit gestern. Gut, dass Coppelius deutschsprachige Texte schreiben. Um diese Gedichte tanzen die zierliche Klarinette, der brummige Kontrabass, das dicke Cello und das treibende Schlagzeug.
Seit 2007 wissen die Musikfreunde hierzulande wie die Mischung aus Rock, Klezmer und Folk klingt. "Time-Zeit" und "Tumult" sind die fruchtbaren ersten Ergebnisse der sechsköpfigen Kapelle. Nun ist das Drittwerk bald da.

Was haben Coppelius nur mit "Zinnober" auf Lager? Am 31. Oktober erfahren die Leipziger, was die sechs Musiker unter ihren Zylindern ausgebrütet haben.
Foto: Ingo Rast/Coppelius
Comte Caspar, seines Zeichens Maestro mitreißender Klarinettensoli und verzückender Gesangsakrobat sagt zu "Zinnober": "Es ist nicht nett, unser neues Album als unsinnigen Firlefanz abzutun. Aber es trifft die Sache ganz gut …“ Graf Lindorf, der handfertige Herr des Cellos und versierter Stimmbandschwinger, umreißt "Zinnober" akkurater: "Kompositorisch galt es, Komplexes und Eingängiges miteinander zu verbinden. Klanglich wollten wir fürderhin möglichst viel Fülle aus dem Instrumentarium holen - das wird heutzutage auch passend als 'Brett‘ bezeichnet. Ich denke, wir sind in Beidem ein gutes Stück weitergekommen.“
Firlefanz scheint "Zinnober" nicht zu sein. Die Musiker sägen an ihren Instrumenten, schütteln ihre Harre und wirbeln ihre Zylinder durch die Luft. Dann sind die Herren gar nicht mehr so gestelzt, vergessen ihre gute Manieren und reißen ihre Anhänger zu Gesängen mit.
Dass Coppelius auch am 31. Oktober ihre Rockschöße fliegen lassen, steht schon fest. Kommen aber auch genügend Anhänger zur Show in die Moritzbastei? Zum Wave Gotik Treffen jedenfalls füllen Mittelalter-Rockbands wie Coppelius mit Leichtigkeit die Säle. Schaffen es die sechs Romantiker dieses Mal auch?
Die Moritzbastei im Internet
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Alles rund um Coppelius für Fans im Netz
www.coppelius.eu
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