Kein Gesetz der Serie: Worch sagt alle Veranstaltungs-Anmeldungen in Leipzig ab
Redaktion
23.07.2007
Der Hamburger Neonazi Christian Worch hat einen Tag nach seiner Demonstration am 21. Juli sämtliche von ihm in Leipzig getätigten Versammlungsanmeldungen bis zum Jahr 2014 zurückgezogen. Dies erklärte er gegenüber dem Ordnungsamt der Stadt in einem kurzen Schreiben vom 22. Juli. Eine Begründung enthält das Schreiben nicht. Worchs jüngstem und mittlerweile 17. Aufruf zum Leipzig-Marsch waren nur noch 37 Gleichgesinnte gefolgt.
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Das verkürzte zwar die Polizeikontrollen und ermöglichte einen relativ baldigen Marsch der Ausflügler, die von einem überdimensionierten Polizeiaufgebot durch Stötteritz eskortiert wurde. Einige HUndert Gegendemonstranten versuchten den Marsch mehrfach mit unterschiedlichem Erfolg zu blockieren. Doch der Verschleiß der Worch-Ambitionen, Leipzig durch immer neue Marschanmeldungen "weichzuklopfen" war sichtbar geworden, der Zeitpunkt abzusehen, da Christian Worch mit Mikrophon und Spruchband allein durch abgelegene Viertel der Messestadt würde laufen müssen. Das wollte er sich wohl selbst nicht mehr zumuten.
"Das ist grundsätzlich eine sehr gute Nachricht für die Stadt Leipzig und auch ein großer Erfolg des jahrelangen gemeinschaftlichen friedlichen Widerstands der Leipzigerinnen und Leipziger", kommentierte der Erste Bürgermeister Andreas Müller als Vertreter des Oberbürgermeisters die Absage. Ordnungsbürgermeister Heiko Rosenthal schließt nicht aus, dass Personen aus der rechten Szene erneut derartige Demonstrationen in Leipzig anmelden werden. "Wir werden in unserer Achtsamkeit und Sorgfalt auf diesem Gebiet nicht nachlassen, um auch künftig für eventuelle Ernstfälle gut vorbereitet zu sein."
Auch für die Jusos ist Worchs Rückzug kein Grund zur Entwarnung. "Worch war innerhalb der relativ großen Leipziger Neonazisszene umstritten, sein Rückzug bedeutet nicht, dass Leipzig kein Problem mit Rechtsextremismus hätte", so die Juso-Vorsitzende Daniala Kolbe. "Wir fordern deshalb alle Leipzigerinnen und Leipziger auf, sich auch weiterhin aktiv gegen Rechtsextremismus und Rassismus zu äußern. Wir müssen immer wieder zeigen, dass wir für eine lebendige Demokratie und gleiche Würde für alle Menschen eintreten. Notfalls gehen wir eben auch wieder gegen Neonazis auf die Straße.", so Kolbe abschließend.
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