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Eine Richtigstellung von BSG Chemie-Fans zu “Randale vor Fußballspiel“ am 19. April 2009

Redaktion
So schnell kann es also gehen. Die Polizei meldet etwas und alle melden mit. Diesmal auch die L-IZ.de. Heute widersprechen die Fans der BSG Chemie Leipzig vehement und schriftlich. Die Auseinandersetzungen am Sportplatz in Miltitz wären eindeutig von einer Gruppe von 20 Personen provoziert worden. Einer Gruppe, welche sich ua. aus den “Freien Kräften“ zusammensetzte.

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So heißt es in der Gegendarstellung unter anderem: “wir … fordern gleichzeitig eine Richtigstellung der veröffentlichten Ereignisse auf der Onlinepräsenz der Sächsischen Polizei vom 20.04.2009, wonach eine Gruppe von ca. 50 Anhängern der BSG Chemie Leipzig am vergangenen Sonntag eine Gruppe von etwa 20 FC Sachsen-Fans vom Sportplatzgelände in Miltitz gejagt haben soll.“

Dicht gefolgt von der fast noch wichtigeren Meldung seitens der Chemie-Fans dazu: “Die Aggressionen richteten sich in keinem Fall gegen Anhänger des Regionalligisten, sondern ausschließlich gegen – der Polizei und Presse gewiss bekannte – Kader der Freien Kräfte Leipzig. Der Auftritt der regelmäßig gewaltbereit auftretenden Neonazis diente nur äußerst unwahrscheinlich dem Zweck, der Kreisklassebegegnung friedlich beizuwohnen. Vielmehr sollten die Fans der BSG Chemie gezielt provoziert und bedroht werden.“

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Weiter heißt es nun seitens der aus Chemie Fans bestehenden “Arbeitsgruppe zur Dokumentation von Diskriminierung und rechter Gewalt im Umfeld der Leipziger Fußballfanszene“ zum Verlauf:

“Wiederholte Hinweise engagierter Chemie-Fans gegenüber den Neonazis, das Sportgelände zu verlassen, wurden durch die Provokateure ignoriert. Erst dann eskalierte die Situation und es kam zu Gewaltanwendung und damit verbundenem Sachschaden.“

Im Anschluss an den Vorfall, stellen sich die BSG Chemie Fans einige Fragen, nun unter anderem auch an die Leipziger Polizei, wenn es um Fußball in Leipzig geht:

Warum verlässt der eingesetzte Streifenwagen der Polizei nur Momente vor dem Eintreffen der Neonazis das Sportplatzgelände, obwohl dieser als Präventivmaßnahme vor Ort hätte bleiben müssen? Hätten die Provokateure so nicht frühzeitig identifiziert werden und eine Eskalation der Situation verhindert werden können?

Warum gibt die Polizei gegenüber Presse und Öffentlichkeit derart unkonkrete Informationen über die Provokateure weiter, obwohl ihnen nach erfolgter Überprüfung der beteiligten Personen zumindest Hinweise über deren Gewaltbereitschaft und ihre Speicherung in der Datei Gewalttäter Sport vorliegen müssten?

Welche sind die Beweggründe dafür, dass die politischen Dimensionen bei Auseinandersetzungen im Leipziger Fußball stets ausgeklammert und auf bloße Fußballgewalt (zwischen Vereinen und/oder rivalisierenden Fangruppen) reduziert werden?

Die Vorfälle am 3. Januar und 19. April 2009 veranschaulichen jedoch, dass Neonazikader wie die Freien Kräfte Leipzig die Rivalität im lokalen Fußball als Plattform für ihre Provokationen, Propaganda und Gewalt zu missbrauchen wissen.

Wir halten es für wichtig und notwendig, die aufgeführten Fragen in einem möglichst öffentlichen Diskurs zu beantworten. Dies erscheint uns besonders dringend, da eine undifferenzierte Darstellung der gesamten Situation zusätzlich schadet und das ohnehin schon schwierige Verhältnis zwischen allen beteiligten Parteien extrem belastet.

Wir appellieren weiterhin an die Polizei, sowie die lokalen Medien, sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst zu werden und fordern daher eine richtig gestellte, ausführlichere und differenziertere Wahrnehmung und Berichterstattung dieser Problematik.

Das Spiel der BSG Chemie Leipzig gegen SV Grün-Weis Miltitz 2 endete übrigens 5:0 für die BSG. Na immerhin etwas Freude an diesem Tag.

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