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Rechte Randale gegen Fans und Spieler des Sportclubs Roter Stern Leipzig bei Fußballspiel in Brandis

Redaktion
Lauter nette Fußballfans im sächsischen Brandis
Lauter nette Fußballfans im sächsischen Brandis
Quelle: Roter Stern Leipzig ´99 e.V.
Man kann es langsam nicht mehr hören, aber zunehmend lassen scheinbar rechtsnationale Schläger nun die biederen Masken wieder zu Hause und spielen erneut "Knüppel aus dem Sack". So lustig die Formulierung klingen mag, für die drei Schwerverletzten, welche sich noch in ärztlicher Behandlung befinden, wird die Reise ins sächsische Land wohl länger in Erinnerung bleiben.

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Exakt eine Woche ist es nun her, da hielten die Nationalen Sozialisten und die JN in der Leipziger Eisenbahnstraße eine Standdemonstration ab. Nachdem man unverrichteter Dinge wieder von dannen ziehen mußte, brodelt es in rechtsnationalen Foren, aller Orten wurde Vergeltung verlangt und die Stadt Leipzig als rote Zentrale verschrien. Heute nun wollten sich die Leipziger Fußballer des Sportclubs Roter Stern Leipzig mit Brandiser Sportsfreunden am Fußball messen. Nach 2 Minuten war bereits Feierabend mit dem Kick und stattdessen nun eine Pressemitteilung des Roter Stern Leipzig ´99 e.V..

In dieser heißt es: "Beim Auswärtsspiel des Roten Stern Leipzig (RSL) am 24.10.2009 beim FSV Brandis kam es zu einem gewalttätigen Angriff von ca. 50 Personen gegenüber den Spielern, Verantwortlichen und Fans des RSL. Die Angreifer sind dem neonazistischen Spektrum zuzuordnen. Auf Nachfrage schilderten Verantwortliche des FSV Brandis und eingesetzte Polizisten, dass sie bereits im Vorfeld Erkenntnisse hatten, dass Nazis zum Spiel anreisen wollten."

Ohne Argumente, aber dafür mit Zaunslatten und Gewalt
Ohne Argumente, aber dafür mit Zaunslatten und Gewalt
Quelle: Roter Stern Leipzig ´99 e.V.

Diese Attacke mit Ansage deckt sich ziemlich passgenau mit Stimmen unter anderem in Foren wie Altermedia, nun statt angemeldeter Demonstrationen verstärkt auf gezielte Aktionen zu setzen, Gewalt inbegriffen. Weiter heißt es jedoch in dem vor wenigen Minuetn versandten Schreiben des Roter Stern Leipzig ´99 e.V. wenig rühmlich für die Gemeinde Brandis: "Dennoch konnten die Vereinsordner und die wenigen anwesenden Polizisten nicht die Sicherheit gewährleisten. Im Vorfeld der Partie stattgefundene Gespräche zwischen dem FSV Brandis und der Polizei führten nicht zu einer Aufstockung der Einsatzkräfte. Kurz vor Spielbeginn wurden Fans des RSL durch Lautsprecherdurchsagen gebeten, eine Seite des Sportplatzes zu räumen, weil „die Dummen noch kommen“. Auffällig ist in diesem Zusammenhang, dass ein Brandiser Ordner der angreifenden Personengruppe einen separaten Eingang öffnete, sich daraufhin vermummte und an den Auseinandersetzungen auf Seiten der Nazis teilnahm."

Also eine durchaus geplante Gewaltaktion, welche unter zu Hilfenahme bereit gelegter Werkzeuge ablief: "Nach dem unkontrollierten Betreten des Sportplatzes bewaffneten sich die Angreifenden mit Eisenstangen, Steinen und Holzlatten, die auf dem Sportplatz deponiert waren. Dieser Umstand lässt auf einen geplanten Angriff schließen. Für eine vorzeitige Planung der Aktion spricht zusätzlich die Teilnahme von einschlägig bekannten Neonazi-Aktivisten. Die politische Motivation des Angriffes ist durch die Rufe der Angreifer „Scheiß Zecken“ und „Scheiß Rote“ belegt. Mit Anpfiff des Spiels warfen die zum Teil vermummten Personen pyrotechnische Erzeugnisse, Steine und zusätzlich eine Flasche, die mutmaßlich mit einer brennbaren Flüssigkeit gefüllt war, in die Reihen der RSL-ZuschauerInnen."

Das es für Polizei und Vereinsverantwortliche in Brandis absehbar war, zeigen die weiter gehenden Vorortberichte der überraschten Fans und Spieler vom Leipziger Fußballverein:

"Trotz der Erkenntnisse waren unverständlicher Weise nur wenige Polizeibeamte vor Ort. Erst nach einer halben Stunde kamen weitere Beamte zum Ort des Geschehens. Die angreifenden Neonazis zogen sich nach ihrem Angriff in den Ort zurück. Bereits bei Ankunft in Brandis konnten mehrere Neonazis vor einem Lokal auf dem Marktplatz ausgemacht werden."

Bei soviel Voraussicht klingt der Schluss der Mitteilung schon fast wie eine Bitte um eine eigentliche Normalität in einem Rechtsstaat: "Wir gehen davon aus, dass die Polizei die zahlreichen Hinweise über den Aufenthaltsort der Angreifer im Nachgang der Geschehnisse zum Anlass genommen hat, um die Identitäten festzustellen. Weiterhin erhoffen wir uns, dass - wie auf Nachfrage bestätigt-, die Vereinsverantwortlichen von Brandis, die ihnen bekannten Personen aus der angreifenden Gruppe identifizieren. Wir fragen uns, warum weder Polizei noch der platzbauende Verein für die Sicherheit während der Partie Sorge tragen konnten."

Mehr gibt es dazu auch leider nicht zu sagen, außer für die Verletzten alles Gute zu wünschen.


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