LKA gegen Linksextremismus: Die "Militante Gruppe Leipzig" bleibt im Gespräch
Michael Freitag
03.02.2010
Eine Umfrage im Netz
Screen TWT Poll
Manchmal auch durch eine DPA-Meldung, die an Inhaltslosigkeit kaum noch zu übertreffen ist. Am Dienstag wurde also eine Sonder-Ermittlungsgruppe des Landeskriminalamtes wegen der Brandanschläge durch die "Militante Gruppe Leipzig" gegründet. Und nun geht man von linksextremistischen Straftätern aus. Genaue Erkenntnisse habe man jedoch keine.
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Da geht es der sächsischen Polizei ähnlich wie den Leipziger Kollegen und der linken Szene der Stadt. Irgendwie kann so recht keiner etwas mit den skurilen Brandanschlägen anfangen, die durch markige Worte sowie schmerzhafte Schreibfehler gewürzt werden und denen bislang vier Eigenbezichtigungen, so genannte Bekennerschreiben, folgten. Richtig ist, dass sich die Gruppe auf Berliner und Frankfurter (a. Main) Geschehnisse beruft, welche dem linksextremistischen Milieu zugesprochen wurden. Derweil haben sich die "Mili-Tanten", wie die ominöse Gruppe bereits hier und da bezeichnet wird, einen Blog bei Wordpress angelegt, um nach eigenem Bekunden "aufgrund der zum Teil unvollständigen und falschen, verschwöreischen Meldungen in den Medien um die Militante Gruppe Leipzig (MGL) ..." entgegen zu wirken (Schreibfehler, wie im Original).
Ein schwarzhumoriges Voting im Netz: Vor welcher "pseudolinken Möchtegern-RAF" man wohl mehr Angst hat
Screen von TWT Poll
Längst vermutet man in linken Kreisen Leipzigs eher einen spätpubertären oder rechtsnationalen Hintergrund (eine so genannte "False Flag-Aktion") und distanziert sich deutlich von den Androhungen der unbekannten Gruppe. Nicht ganz grundfrei gehen neben einer gewissen Ratlosigkeit hier auch Befürchtungen wegen eines zu erwartenden Polizeidrucks auf die ganze Szene um. Und so hagelt es bereits erste Kommentare auf der bei Wordpress freigeschalteten Blogseite der selbsternannten Rächer der Entrechteten. Von "RTL2, was hast du aus der Jugend gemacht…" bis zu "Die Revolution beginnt also mit Rechtschreibfehlern! Brandstiftung kann Intellekt und Menschlichkeit nicht ersetzen. Mir graut vor Euch und den klammheimlichen, verklemmten Sympathisanten." reichen die Reaktionen.
Im Heise.de-Blog "Telepolis" kommentiert man derweil aufgrund der eklatanten Grammatik- und Rechtschreibprobleme der Gruppe: “Schließlich ist der Begriff 'Militante Gruppe' nicht geschützt und es gibt sicherlich keine feste Organisation mit klaren Aufnahmekriterien, wie etwa einer Rechtschreibprüfung.” Allerdings warnt man auch hier vor übereilten Schlussfolgerungen über die politische Kinderschule der mutmaßlichen Brandstifter.
Wie die ganze Aktion (etwas schwarz-humoristisch) gesehen wird, drückt sich wohl in einer gerade angelaufenen Internetabstimmung aus. Unter TWT Poll fragt ein User hier, vor welcher "pseudolinken Möchtegern-RAF" man wohl mehr Angst haben müsse. Vor der "Militanten Gruppe Leipzig", der "Leipziger Militante Gruppe" oder "Tante Milli's Kegeltruppe".
"Tante Milli´s Kegeltruppe" liegt zur Zeit mit über 70 Prozent vorn. Die Hoffnung wäre, das dies auch so bleibt. Die sächsische Polizei jedenfalls ermittelt nun mit deutlich mehr Druck, was der Ernsthaftigkeit der ganzen Sache durchaus gerecht wird.
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