Die Leipziger Geiselnahme aus Sicht der Polizei und Staatsanwaltschaft
Redaktion
15.06.2010
Seit Mittag hatte der Täter erst die Leipziger Innenstadt, bald die gesamte Messemetropole und am Schluss – über diverse Medien verbreitet – halb Deutschland in Atem gehalten. Am Ende eines arbeitsreichen Tages hier der derzeitige Schlussbericht der Leipziger Polizei.
Die Chronologie der Ereignisse fasst die Polizeidirektion nun wie folgt zusammen: „In einem Kaufhaus in der Petersstraße in der Leipziger City kam es heute Mittag zu einer Geiselnahme. Eine Verkäuferin meldete sich um 12:27 Uhr bei der Polizei und teilte mit, dass ein bewaffneter Täter das erste Obergeschoss betreten, Kunden und das Personal mit einer Waffe bedroht und anschließend als Geiseln genommen hatte.“
Nach Angaben der Polizei hatte der Täter damit insgesamt elf Personen (neun Frauen und zwei Männer) in seiner Gewalt. Nach der weiträumigen Absperrung durch die Polizeikräfte, räumten diese auch die umliegenden Geschäfte – teilweise wurden die umliegenden Läden entlang der Petersstraße sogar verschlossen.
Weiter heißt es: „Während der Geiselnahme wurde versucht, Kontakt mit dem Täter aufzunehmen, was auch gelang. In der Zwischenzeit konnten mehrere Verkäuferinnen und Kunden, die sich im Erdgeschoss eingeschlossen hatten, aus dem Kaufhaus flüchten.
Sie wurden sofort von Polizisten in Empfang genommen, ärztlich versorgt und psychologisch betreut. Um 15:42 Uhr dann die befreiende Meldung: Der Geiselnehmer konnte zum Aufgeben bewegt werden. Der 41-jährige Leipziger wurde von Beamten des Spezialeinsatzkommandos festgenommen.“
Und auch in Sachen Waffenbesitz schafft die Polizei nun Klarheit. Es handelte sich um eine scharfe Waffe, die Bedrohung für die Opfer war also ausgesprochen real.
Laut Polizei sei dieser das Motiv noch nicht bekannt, nach L-IZ.de vorliegenden Informationen handelte es sich jedoch um den diffusen Wunsch des Mannes, seinen Fall in die Öffentlichkeit zu bringen. Weitere Angaben dazu werden sicher in den kommenden Tagen Klarheit schaffen.
Abschließend erklärten Polizei und Staatsanwaltschaft in der gemeinsamen Presseerklärung: „Die Staatsanwaltschaft Leipzig hat die Ermittlungen wegen des dringenden Tatverdachts der Geiselnahme aufgenommen. Es ist vorgesehen, morgen einen Antrag auf Erlass eines Haftbefehls zu stellen. Der Tatverdächtige ist wegen unerlaubten Waffenbesitzes vorbestraft. Die Leipziger Polizei bedankt sich auf diesem Wege bei den Einzelhändlern für ihre Unterstützung beim Polizeieinsatz.“
Die Chronologie der Ereignisse vom heutigen 15. Juni 2010 auf L-IZ.de
Geiselnahme bei H&M in der Leipziger Innenstadt: Scheinbar ist eine Pistole im Spiel + Updates
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