Pkw-Brandserie in Leipzig Connewitz: Erste angebliche Bekennerschreiben im Umlauf
Michael Freitag
27.04.2011
Brandserie in Connewitz
Foto: L-IZ.de (Archiv)
Es gibt diese Webseiten im Netz – ohne namentliche Kennung wer sich dahinter verbirgt, ohne Angaben über die Betreiber oder Inhaber. Auf einer solchen sind zwei Schreiben publiziert worden, in welchen sich eine anonyme Gruppe unter dem Namen „Autonome Gruppen“ zu zwei von drei Brandanschlägen im April auf Autos in Leipzig Connewitz bekennt.
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Dabei äußern sich die unbekannten Selbstbezichtiger auf der Sammelseite für sogenannte „direkte Aktionen“, also maßgeblich Brandanschläge auf Autos in verschiedenen Städten unter https://directactionde.ucrony.net/de/ zu zwei Feuerattacken auf Pkws im Stadtteil Connewitz. Die ebenfalls unbekannten Macher der als linksautonom einzustufenden Webseite publizierten zum ersten Fall vom 16. April, bei welchem in der Burgstädter Straße ein BMW X 5 entzündet wurde, ein ihnen zugesandtes Schreiben mit dem folgenden Wortlaut.
"wir haben in den frühen morgenstunden in connewitz einen bmw x 5 angezündet. mit dieser aktion zeigen wir uns solidarisch mit den betroffenen der 129 razzien in sachsen. wir sind uns bewusst das dies keine direkte aktion gegen die bullen war. jedoch möchten wir zeigen das trotz des aktuellen belagerungszustandes der cops in connewitz aktionen machbar und notwendig sind. sie können nicht überall sein! 129 kennen wir schon - feuer und flamme der repression! autonome gruppen"
Inwieweit das Bekennerschreiben echt ist, steht – auf diesen Wegen in die Öffentlichkeit gebracht – sicher in den Sternen, aber die direkte Bezugnahme auf den Brandanschlag, in welchem die Polizei Leipzig nach eigenen Angaben wegen Brandstiftung ermittelt (L-IZ.de berichtete), lässt zumindest aufhorchen.
Zu dem zweiten Fall formulieren die unbekannten Bekenner zum am 21. April in der Prinz-Eugen-Straße vollständig ausgebrannten Smart Details zum angeblich durch sie begangenen Anschlag auf den Pkw. So ist es in der Tat neu, wem der Smart zuzuordnen ist – dazu hat die Leipziger Polizei nichts gemeldet. Dies vermeldet nun das zweite Schreiben der scheinbaren Täter.
Die Leipziger Polizei ermittelt derzeit in drei Fällen von Brandstiftung im Leipziger Süden. Nun tauchen erste Bekennerschreiben auf.
Foto: L-IZ.de (Archiv)
"wir haben am 21 (donnerstag) gegen 3.30 uhr einen geparkten smart einer immobilien firma in leipzig / connewitz den flammen übergeben. das es sich bei diesem kfz um einen firmenwagen eines maklerbüros handelte fand weder in dem polizeiticker noch in der restlichen presse erwähnung. unsere aktion richtet sich gegen die aufwertung von einzelnen stadtvierteln und gegen die verdrängung von menschen die nicht die finanziellen mittel besitzen um teuer sanierte wohnung zu bewohnen. deswegen fordern wir: die häußer denen die drinn wohnen, autonome überzeugungstäter_innen".
Hierbei zeigen zumindest die gegen eine Gentrifizierung des Stadtteils Connewitz gerichtete Forderung Ähnlichkeiten mit den Motivlagen in Hamburger und Berliner Fällen auf, in welchen sich Gegner von steigenden Mieten in extremen Fällen auf diese Art ihrem Ärger Luft machten.
Auch die Wahl der Seite, um ihre Bekennerschreiben zu publizieren kommt nicht von ungefähr und könnte ein weiterer Fingerzeig auf die Richtigkeit der Inhalte sein.
Schreibt schließlich „directactionde“ über das eigene Anliegen: „Diese Webseite will jenseits des Vermittlungstheaters der Massenmedien auf deutsch und englisch über jede direkte Aktion berichten, von der in der BRD zu hören oder zu lesen ist. Sie will eine offene Datenbank zur Verfügung stellen, Ressource sein für alle konfrontativen direkten Aktionen gegen Staat und Kapital, gegen alle seine Vertreter und Vertreterinnen.“
Ein Ort im Netz also, wo solche Aktionen weitgehend ohne die Gefahr der Entdeckung der Quellen publiziert werden können.
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