Eine Durchsuchung mit Ansage: Die "Terrorcrew Muldental" bekommt späten Hausbesuch
Redaktion
29.07.2011
Fauxpas bei den Schlapphüten
Bild: L-IZ.de
Entweder war und ist man sich seitens der Strafverfolgungsbehörden bereits sehr sicher in der Straffälligkeit mutmaßlichen Mitglieder der sogenannten "Terrorcrew Muldental" oder es schleppte sich etwas dahin im Apparat. Seit 1,5 Wochen ist durch einen Lapsus seitens des Sächsischen Verfassungsschutzes (L-IZ berichtete) bekannt, dass hierbei "wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung" ermittelt wird. Zeit genug eigentlich für die Beschuldigten, um die Ermittler bei den Durchsuchungen am 27. Juli ins Leere laufen zu lassen.
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Die Liste der Vorwürfe ist lang und die Verdachtsmomente gegen mutmaßlich 22 Mitglieder der "Terrorcrew Muldental" schwer. "Sie werden verdächtigt, unter dem Namen 'Terror-Crew-Muldental' eine kriminelle Vereinigung gemäß § 129 StGB gebildet zu haben. Die Mitglieder dieser Vereinigung stehen im Verdacht, über einen längeren Zeitraum gemeinschaftlich Straftaten geplant und zu haben. Den Männern werden unter anderem Gewaltdelikte wie Landfriedensbruch und gefährliche Körperverletzung zur Last gelegt." so das Landeskriminalamt nun in einer Mitteilung vom 28. Juli 2011.
Wie immer, wenn es um "kriminelle Vereinigungen", in diesem Fall im rechten Spektrum geht, wird auch die sogenannte Fernüberwachung, letztlich das Ausspähen von Daten, Telefonen und Computern eingesetzt, um im Windschatten des Vorwurfs der Verabredung und planvollen Vorbereitung von Straftaten rundum ermitteln zu dürfen. Durch eine offensichtlich verfrühte Meldung vom 16. Juli 2011 durch den Verfassungsschutz war offenbar das gesamte Ermittlungsverfahren in Gefahr geraten, woraufhin die nun erfolgten Durchsuchungen nur eine Frage der Zeit war. Oder eher die Frage im Raum stand, wieviel Zeit bis zu ihnen vergehen würde.
Nun also, am 27. Juli und damit 1,5 Wochen nach dem ersten Hinweis, war es soweit: "Beamte der Staatsanwaltschaft Dresden, der Soko „Rex“ und der Bereitschaftspolizei haben gestern, am 27. Juli 2011, 31 Objekte im Bereich der Polizeidirektionen Oberes Elbtal-Osterzgebirge und Westsachsen durchsucht. Insgesamt waren 150 Polizeibeamte im Einsatz. Diese Maßnahmen richten sich gegen 22 Beschuldigte im Alter zwischen 18 und 30 Jahren.", so das LKA am gestrigen Tage.
Die im Auftrag der Dresdner Staatsanwaltschaft ermittelnde Sonderkommision Rechtsextremismus des Landeskriminalamtes Sachsen fand denn auch ein paar Dinge, die sie einpacken konnte: "Bei den Durchsuchungen konnten die Beamten u.a. folgende Sicherstellungen machen: PCs, Laptops, diverse Speichermedien, Handys, CDs, eine Digitalkamera, Foto-und Filmaufnahmen. Außerdem haben die Beamten Präzisionsschleudern und Messer, Pyrotechnik, Sturmhauben und verschiedene andere Bekleidungsgegenstände gefunden."
Ob der für die Beschuldigten kaum überraschende "Hausbesuch" weitere Erkenntnisse im Ermittlungsverfahren hervorbringt, ist nach den bereits vor 1,5 Wochen bekannt gewordenen Vorwürfen gegen die "Terrorcrew Muldental" zumindest fraglich. "Die Ermittlungen dauern an und weitere Einzelheiten können deshalb nicht mitgeteilt werden.", so das LKA Sachsen.
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