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Rechtsradikale Terrorzelle NSU: BKA und Bundesanwaltschaft bitten Bevölkerung bei Fahndung um Hilfe

Redaktion
Fahndungsplakat der Bundesanwaltschaft und BKA.
Sie sind zur Zeit die „Staatsfeinde Nummer 1“ – die Mitglieder der rechtsextremen Terrorzelle Nationalsozialistischer Untergrund (NSU). Dabei hätten sie es eigentlich schon seit Jahren sein sollen. Doch offenbart sich immer mehr, dass die braune Gefahr wohl dramatisch unterschätzt wurde. Jetzt endlich geht das BKA mit einem Fahndungsaufruf an die Öffentlichkeit.

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Bei den Ermittlungen gegen die Zwickauer Terrorzelle bittet man um Unterstützung. Zusammen wollen Bundesanwaltschaft und BKA mit Plakaten neue Informationen zu den Umtrieben der Terrorgruppe gewinnen. So jedenfalls verkündeten es BKA-Präsident Jörg Ziercke und Generalbundesanwalt Harald Range am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Karlsruhe. Nun also, nachdem selbst dem blauäugigsten Zeitgenossen klar werden musste, dass „Rechts“ es wirklich ernst meint, fährt auch der Staat große Geschütze auf.

Uwe Böhnhardt
Uwe Böhnhardt
Fahndungsplakat der Bundesanwaltschaft und BKA.
So verspreche man sich von dieser Aktion wertvolle Hinweise, wobei man sich Informationen zu den bisher bekannten Taten von Mitgliedern der Terrorzelle NSU als auch zu bislang nicht mit der Gruppe in Verbindung gebrachten Taten sowie Hintermännern und Unterstützern verspricht. Genau dafür, benötige man Hinweise aus der Bevölkerung, aus der bisher 240 Tipps eingegangen seien.

Das Terror-Trio sei nach Angaben des Bundeskriminalamtes bei allen seinen Aktionen außerordentlich planmäßig vorgegangen, habe unterschiedliche Namen, falsche Pässe und Bahncards benutzt. Die drei hätten zudem mehrere Wohnungen angemietet. "Dafür hatten sie Helfer und Unterstützer", sagte Ziercke. Man wisse derzeit von drei Wohnungen im Raum Zwickau. Es gebe aber noch zeitliche Lücken. Bei der Pressekonferenz wurde ein Fahndungsplakat mit Fotos der mutmaßlichen Terroristen und NSU-Mitglieder Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe präsentiert. Abgebildet ist auch das Modell eines Wohnmobils, das von den mutmaßlichen Tätern genutzt worden sein soll. Zudem präsentierten die Ermittler zahlreiche Waffen, die bei Terrortaten zum Einsatz gekommen sein sollen.

Drei Fragen, die die Ermittler besonders beschäftigen stehen dabei im Vordergrund. Hier erhoffen sich die Verfolgungsbehörden ganz konkrete Hinweise:

  • Wer kann zu den Wohnsitzen, Kontaktpersonen und Aufenthaltsorten von Mundlos, Böhnhardt und Zschäpe Angaben machen?
  • Wer hat die drei Personen auf Parkplätzen und Campingplätzen mit Wohnmobilen gesehen?
  • Wo und wann sind von den Personen Fahrzeuge angemietet worden?

Böhnhardt und Mundlos vor dem Wohnmobil.
Böhnhardt und Mundlos vor dem Wohnmobil.
Fahndungsplakat der Bundesanwaltschaft und BKA.
Seit dem 11. November ermittelt die Bundesanwaltschaft gegen mögliche Mitglieder und Unterstützer des NSU. Die Gruppierung soll für die Morde an neun Kleinunternehmern in den Jahren 2000 bis 2006, den Mord an der Polizistin Michèle Kiesewetter und zwei Bombenanschläge in Köln 2001 und 2004 verantwortlich sein. Ziercke sagte, man habe etwa Skizzen und handschriftliche Notizen zu Tatorten der Neonazi-Mordserie gefunden. Finanziert haben soll sich die Zelle durch Banküberfälle. Laut Ziercke werden mindestens 14 der Gruppe zugerechnet. Dabei wurden mehr als 600.000 Euro erbeutet. Seit dem 11. November wird gegen den NSU von Seiten der Bundesanwaltschaft ermittelt.

Die Terrorgruppe wird verdächtigt, neun Kleinunternehmer von 2000 bis 2006 ermordet zu haben. Außerdem soll sie für den Mord an der Polizistin Michèle Kiesewetter und zwei Bombenanschläge in Köln 2001 und 2004 verantwortlich sein. Außerdem habe man Skizzen und handschriftliche Notizen zu Tatorten der Neonazi-Mordserie gefunden.

Beate Zschäpe
Beate Zschäpe
Fahndungsplakat der Bundesanwaltschaft und BKA.
Gegenwärtig befinden sich vier Beschuldigte in Untersuchungshaft: die mutmaßliche NSU-Mitgründerin Beate Zschäpe sowie die drei mutmaßlichen Helfer Holger G., Andre E. und Ralf W., der NPD-Spitzenfunktionär war. Die Verfolgungsbehörden zeigten sich zuversichtlich, dass man noch mehr Beziehungen zur NPD entdecken werde. Die mutmaßlichen NSU-Mitglieder Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt waren am 4. November tot in einem Wohnmobil in Eisenach gefunden worden. Die bisherigen Ermittlungen lassen den Schluss zu, dass, die Terroristen "nichts dem Zufall überlassen wollten". 2.500 Gegenstände müssten ausgewertet werden. Mehr als 420 Polizisten aus Bund und Ländern sind derzeit mit den Ermittlungen befasst. Dieses Zahl noch soll vergrößert werden. In der Bundesanwaltschaft seien laut einem Sprecher zehn Staatsanwälte mit der Terrorzelle befasst.

Hinweise zur Terrorzelle nimmt das BKA unter der Nummer 0800 0130 110 entgegen.


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