Rechter Angriff in Geithain: Angeklagter und Staatsanwaltschaft legen Revision ein
Martin Schöler
04.05.2012
Amtsgericht Leipzig.
Foto: Ralf Julke
Vergangene Woche verurteilte das Landgericht Leipzig drei Neonazis wegen gefährlicher Körperverletzung zu Haftstrafen. Albert R. (21), Andy K. (23) und Rico G. (21) hatten schon vor der Berufungsverhandlung eingeräumt, am 1. April 2011 eine Gruppe linker Jugendlicher auf dem Geithainer Marktplatz angegriffen zu haben. Ein 29-Jähriger wurde mit einer Glasflasche niedergeschlagen. Er musste im Krankenhaus ambulant behandelt werden.
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Nach dem Willen der Leipziger Richter soll Albert R. 4 Jahre und acht Monate hinter Gitter. Der Neonazi ist vielfach wegen Gewaltdelikten vorbestraft. Die Kammer bezog in ihre Entscheidung ein früheres Urteil ein. Der Lunzenauer verbüßt derzeit eine einandhalbjährige Jugendstrafe, weil er im Mai 2010 einen Punker angriff und dabei schwer verletzte. Andy K. soll zweieinhalb Jahre ins Gefängnis, Rico G. kam mit zwei Jahren Jugendstrafe auf Bewährung davon.
Das Urteil gegen Albert R. ist rechtskräftig. Die Strafen gegen seine Mitangeklagten stehen dagegen noch auf der Kippe. "Andy K.s Verteidiger hat Revision eingelegt", so Gerichtssprecher Johann Jagenlauf. Gegen die Verurteilung von Rico G. legte die wiederum Staatsanwaltschaft Rechtsmittel ein. "Wir sind der Auffassung, dass die Anwendung von Jugendstrafrecht in seinem Fall nicht zulässig ist", begründete Oberstaatsanwalt Ricardo Schulz den Schritt. Über die Zukunft der beiden Geithainer wird das Oberlandesgericht Dresden entscheiden.
Beide hatten während der Verhandlung vor dem Landgericht erklärt, keine Kontakte mehr zur rechten Szene zu pflegen. Zumindest Andy K. scheint in diesem Punkt ein wenig geflunkert zu haben. Am vergangenen Dienstag nahm er an einem Neonazi-Aufmarsch im bayrischen Hof teil.
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