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Leipziger Organspendeskandal: Staatsanwaltschaft und Bundesärztekammer ermitteln

Redaktion
Foto: Matthias Weidemann
Im Leipziger Organspendeskandal ermittelt jetzt die Staatsanwaltschaft. "Wir haben ein Prüfverfahren eingeleitet um festzustellen, ob sich aus den mitgeteilten Mängeln und Unregelmäßigkeiten Anhaltspunkte für eine strafrechtliche Relevanz ergeben", erklärte heute Oberstaatsanwalt Ricardo Schulz.


Die Behörde wolle sich mit dem Universitätsklinikum in Verbindung setzen, um Unterlagen zu beziehen. Der Fall beschäftigt längst die Bundesärztekammer. Die Ständige Kommission "Organtransplantation" möchte eine Sonderermittlungsgruppe einsetzen. Diese soll noch im Januar ihre Arbeit aufnehmen. Das Ergebnis werde nach drei Monaten erwartet, teilte der Kommissionsvorsitzende Prof. Hans Lilie am Mittwoch mit.

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Das Leipziger Universitätsklinikum soll in zahlreichen Fällen Transplantationskandidaten fälschlicherweise als Dialyse-Patienten ausgegeben haben. Bei 37 von 182 Patienten, die 2010 und 2011 auf eine Spenderleber angewiesen waren, wurden falsche Angaben festgestellt. Die Betroffenen rutschen auf diese Weise in den Wartelisten nach oben. Dies ergaben Prüfungen der Innenresivision sowie zweier Komissionen der Bundesärztekammer. Die Klinik hat den Direktor des Instituts für Transplantationschirurgie, Prof. Sven Jonas, sowie die beiden Oberärzte, die das Transplantationszentrum bisher leiteten, bereits von ihren Aufgaben entbunden.

Die in Leipzig entdeckten Verstöße haben nach bisherigem Kenntnisstand nichts mit der Organspendeaffäre in Göttingen zu tun. Der ehemalige Leiter des dortigen Transplantationszentrums soll Patientendaten gegen Bezahlung so "frisiert" haben, dass Patienten schneller zu ihren gewünschten Organen gekommen sind. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig ermittelt wegen Bestechlichkeit und des möglichen Vorliegens eines Tötungsdelikts. Denkbar ist, dass durch das fehlerhafte Handeln des Mediziners Patienten, die dringend eine Leber benötigten, diese nicht mehr rechtzeitig erhalten haben. Diese Frage wird auch die Leipziger Ermittler beschäftigen. Dass am hiesigen Universitätsklinikum Geld geflossen ist, hält dessen Vorstand, Prof. Wolfgang Fleig, allerdings für ausgeschlossen.


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