Kindertagesstätten und Kindertagespflege in Leipzig: Bedarf für 2009 wurde viel zu niedrig kalkuliert
Redaktion
09.09.2009
5.263 Geburten im Jahr 2008. Darüber freute sich der Oberbürgermeister, der Chefstatistiker, auch der Sozialbürgermeister ein wenig. Aber wie das so ist: Das Gute hat seinen Preis. Die Kita-Planungen der Stadt Leipzig stimmen schon wieder nicht mehr.
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Dass Leipzig 2008 die 5.000er-Marke bei den Geburten knacken könnte, damit hat die Verwaltungsspitze nicht gerechnet, als sie die Bedarfsplanung für Kinderkrippen und Kindergärten aufsetzte. 4.600 Geburten hatte man 2007 registriert, 4.378 im Jahr davor. Ein Sprung um 600 – das sind mehr als 10 Prozent. Das sind mehr als zwei volle Kindertagesstätten, mit denen man (noch) nicht gerechnet hatte.
Da ist guter Rat teuer. Die Dienstberatung der Verwaltungsspitze (ohne OBM, der in London weilt) beriet darüber am gestrigen Dienstag. Und kam dann auf das nüchterne Ergebnis: Der finanzielle Mehrbedarf für Kindertagesstätten und Kindertagespflege für 2009 erreicht die erkleckliche Summe von 7,8 Millionen Euro.
Nach Berechnungen des Jugendamtes ist diese Nachbewilligung schon jetzt erforderlich, weil die Nachfrage nach Plätzen in der Kinderkrippe, im Kindergarten und in der Kindertagespflege über den Planwerten liegt. Heißt im Klartext: Auch die Geburtenzahlen der Vorjahre hebeln die knapp berechneten Bedarfszahlen der Stadt schon aus. Man hat die Bugwelle des nicht gedeckten Bedarfs in Leipzig schlicht unterschätzt und kommt mit dem Bauen neuer Einrichtungen nicht hinterher. Und auch für den Mehrbedarf an Personal reicht das kalkulierte Geld nicht aus.
Hinzu kommen höhere Ausgleichszahlungen für fehlende Elternbeiträge bei freien Trägern für das Jahr 2008 sowie eine Anpassung beim Finanzbedarf der Hortplätze. Was nun wieder seinen Grund darin hat, dass Leipzigs junge Eltern viel zu oft auf finanzielle Beihilfen angewiesen sind und viel zu selten Arbeitsplätze finden, von denen man eine Familie ernähren kann.
Die Verwaltungsvorlage wird voraussichtlich in der Oktober-Ratsversammlung votiert.
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