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Eine Weihnachtsgeschichte: Drei Probleme auf einen Streich - mehr Sporthallen, Parkplätze und Arbeitskräfte für Vereine

Marko Hofmann & Michael Freitag
Fahren oder Parken (hier auf der Jahnallee): Eine neue Idee könnte auch hierbei helfen.
Fahren oder Parken (hier auf der Jahnallee): Eine neue Idee könnte auch hierbei helfen.
Foto: L-IZ.de (Archiv)
Die Stadt Leipzig will drei dringende Probleme ihrer Bürger mit einem Streich lösen: In Ballungszentren sollen im neuen Jahr neue Turnhallen mit Tiefgarage entstehen. Das Leipziger Parkplatzproblem könnte so gelöst werden, den Sportvereinen geholfen und neue Arbeitsplätze entstehen. Sogar kostenfreie Sportangebote für Kinder könnten möglich werden.

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Es gibt die große Jeremiade der Leipziger Fußballvereine: Weil im kommenden Jahr die Beschäftigungsförderung auf dem 2. Arbeitsmarkt wegfällt, könnte demnächst der Spielbetrieb nicht mehr abgesichert werden (L-IZ.de berichtete). Selbst Mitarbeiter einzustellen, können sich die Vereine aus finanziellen Gründen nicht leisten. Außerdem fehlen vielerorts Turnhallen, die Vereine müssen im Winter bei Wind und Wetter im Freien trainieren, ruinieren die Spielfelder und riskieren Verletzungen. Bei den Hallensportarten gibt es zudem Teams, die sich regelmäßig eine Hallenzeit teilen müssen. Mehr und kostengünstige Sportangebote gerade für Kinder sind da in weiter Ferne.

Und es gibt das große Jammern in vielen Gebieten der Stadt. Ganz egal ob in Schleußig, in der Südvorstadt, im Bachviertel, in Leutzsch, in Lindenau oder in Grünau: überall fehlen Parkplätze.

Kommendes Jahr soll all dieses Wehklagen ein Ende haben, denn die Stadt Leipzig plant mehrere Kombi-Bauten, die sowohl den Autofahrern als auch den Sportvereinen der Stadt helfen werden. Diese Kombi-Bauten sollen aus einer Turnhalle bestehen, unter der sich eine Tiefgarage mit ausreichend Plätzen befindet. Die Parkplätze im Wohngebiet vermehren sich – natürlich nicht die kostenlosen -, die Fußballvereine oder die Sportvereine insgesamt bekämen mehr und bessere Trainingsmöglichkeiten.

Bald überall in Leipzig verschwunden?
Bald überall in Leipzig verschwunden?
Foto: L-IZ.de
Turnhalle und Tiefgarage werden jeweils von einem privatwirtschaftlichen Investor erbaut, der die Kosten durch Parkgebühren und Hallennutzungsgebühren gegenfinanzieren soll. Durch das enorm hohe Parkaufkommen und den hohen Bedarf an Hallenzeiten sollte diese Gegenfinanzierung ohne unbezahlbare Preise gelingen. „Wir werden auch mit dem jeweiligen Investor Gespräche über die Preispolitik führen. In diesem Fall werden wir auf eine einheitliche Preisgestaltung bestehen, um Verzerrungen im Parkverhalten zu vermeiden. Bei der aktuellen Parkraum- und Hallensituation in Leipzig kein Problem - da ist für jeden genug Potential für eine rasche Auslastung“, ist sich Katja Schumann vom Bauplanungsamt der Stadt Leipzig sicher. Schumann hat sechs Monate gemeinsam mit Thomas Niedeck vom Sport- und Bäderamt am sogenannten Projekt „SportPark“ mitgearbeitet.

„Schon seit Jahren haben wir überlegt, wie wir die derzeitigen Parkprobleme effektiv beheben können. Die Zusammenarbeit mit dem Sport- und Bäderamt war der entscheidende Durchbruch“, freut sich Schumann. Denn dort hatte man gar zwei große Probleme: Die wenigsten Fußballvereine verfügen über eine Halle, die Hallenzeiten in den Hallen der Stadt sind enorm begrenzt und zudem fehlt es vor allem den Fußballvereinen an Arbeitskräften. Das zuletzt genannte Problem wird durch eine Kombilösung angegangen. „Jeder Investor bekommt die Auflage, mindestens einen hauptamtlichen Mitarbeiter anzustellen, der sich mehrere Stunden pro Tag nicht nur um die Tiefgarage, sondern auch um die Halle beziehungsweise die Sportstätte eines Vereins in der Nähe kümmern soll“, erklärt Thomas Niedeck. Er erwartet jedoch eher mehr Angestellte - doch dies könne man zum Start noch nicht genau sagen.

"Zumindest werden wir von Beginn an darauf achten, dass nicht versucht wird, alles über Kamerasysteme zu lösen. Einerseits gebietet das die Notwendigkeit zu weniger Überwachung und zum anderen können so mehr Mitarbeiter eingestellt werden", so der Amtsleiter.

Den Sportvereinen könnte wohl geholfen werden. Vielleicht sogar unter Schaffung & Erweiterung der kostenfreien Angebote für Kinder?
Den Sportvereinen könnte wohl geholfen werden. Vielleicht sogar unter Schaffung & Erweiterung der kostenfreien Angebote für Kinder?
Foto: Jan Kaefer (Archiv)
Eine Chance also, neue Stellen zu schaffen. „Im Winter, wenn der Spielbetrieb der Mannschaften ruht, werden die Teams vornehmlich in der Halle trainieren. Das soll täglich ab 16 Uhr möglich sein, wenn der Garagenwart zum Hallenwart wird“, so Niedeck, „im Sommer ist es dann andersherum. Dann wird der Garagenwart am Vormittag die Sportflächen bewirtschaften und abends in seiner Garage sein. Da wird wohl einer oder zwei nicht genügen."

Interessant ist jedoch die langfristige Zielsetzung in der Verkehrsleitung Leipzigs dabei. Denn in vielen Wohngebieten kann man derzeit die Autos eher übereinander abstellen, der zugestellte Raum fehlt für Freisitze, Fußwege und den Platz im fließenden Verkehr. "Dies wird sich langfristig ändern müssen. Und wir werden dazu natürlich Stück um Stück bei jeder neu entstandenen Möglichkeit quasi mit den Vereinen solidarisch zu parken, den entsprechenden öffentlichen Parkraum zugunsten der Fußgänger, Radfahrer und der allgemeinen Verkehrssicherheit einschränken", so Schumann vom Bauordnungsamt zur Dimension des Vorhabens. Schlitzohrig ist es zudem. Auf L-IZ-Nachfrage bestätigt Schumann, dass auch die Reduzierung der in Leipzig oft nur von Einzelpersonenen genutzten Autos, aber auch deren Werterhalt irgendwo am Horizont schwebt. "Zumindest wäre es ein nicht ganz unerheblicher Nebeneffekt, den wir jedoch nicht beeinflussen, jedoch durch die kostenpflichtige Nutzung der dann wettersicheren Parkplätze befördern können."

In den Tiefgaragen sollen demnach vornehmlich Anwohner ihre Pkw unterbringen können. Geplant ist, dass Dauerparker ihren Monatsbeitrag mit Geld- oder Arbeitsleistung über sogenannte Zeitkontenmodelle bezahlen können. „Die Betreiber werden überall dasselbe Angebot machen: Ein Monat parken kostet entweder Summe x oder drei Aufbaustunden im Sportverein.“ Die Dauerparker wären so Unterstützer des Garagenwarts bei der Bewirtschaftung der Sportflächen in ihrer Nähe. „Zudem hoffen wir darauf, so auch die Sportvereine wieder mehr in den Mittelpunkt ihres Wohnviertels rücken zu können.“ Die genauen Verwaltungsabläufe wird die Stadt in den kommenden Wochen festnageln.

Die ersten Gebäude dieser Art sind in der Rochlitzstraße in Schleußig, in der Georg-Schwarz-Straße in Lindenau und die Brandvorwerkstraße in der Südvorstadt geplant. Das Gebäude in der Rochlitzstraße wird ab dem zweiten Quartal entstehen, die andere beiden ab den kommenden Quartalen. Investoren sind bereits gefunden. Die Baukosten sollen 4,5 Millionen Euro betragen.

Interessierte Vereine aus dem jeweiligen Stadtteil können sich ab 2. Januar beim Sport- und Bäderamt um Zuteilung einer halben Stelle bewerben. Wenn das Projekt gut läuft, sollen in Grünau und in Gohlis ebenfalls Bauten dieser Art entstehen.

Diese Geschichte entspricht nicht der Wahrheit

Anmerkung der L-IZ-Redaktion: Die unwahren Weihnachtsgeschichten der Leipziger Internet Zeitung finden nun das dritte Jahr statt. Immer vom 24. bis zum 27. Dezember ist also nicht alles richtig, was auf der L-IZ.de geschrieben steht (und hiermit als unwahr deutlich gekennzeichnet). Dieses ist also so eine Geschichte irgendwo zwischen dem Millimeter neben der Möglichkeit, vielleicht auch nur schrullig und skuril. Hoffentlich jedoch immer zum Schmunzeln oder Nachdenken.

In jedem Fall lohnt es sich also wie sonst auch, Artikel in diesen Tagen wirklich bis zum Ende zu lesen. Ganz entgegen der gern gepflegten Eile im Netz.

Weitere Informationen hier
Schöne Bescherung: Die L-IZ spinnt wieder rum und Leipziger träumen


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