Preis für Familienfreundlichkeit: Kita-Projekt von Studenteneltern wird ausgezeichnet
Matthias Weidemann
08.12.2011
Christian Keller.
Foto: Matthias Weidemann
Stell dir vor, du bist Studentin und bekommst ein Kind ... Wie das alles in Zeiten des Bologna-Studiums unter einen Hut bekommen? Unter normalen Umständen kaum möglich. Wie gut, dass es da findige Köpfe gibt, die sich mal richtig Gedanken machen. Konkret: Studenten haben in Eigeninitiative eine Kita für Studi-Kinder gegründet und wurden dafür jetzt mit dem Preis für Familienfreundlichkeit ausgezeichnet.
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Es war eine Koinzidenz der Ereignisse für Sozialbürgermeister Thomas Fabian. Nicht nur, dass er seinen Geburtstag feiern durfte, was für ihn natürlich eher nebensächlich war. Wichtiger war da schon die Tatsache, dass er den Startschuss für die Neuauflage des Familienfreundlichkeitspreises (Unwort des Jahres?) geben durfte. Und das auch noch für ein wirklich originelles Projekt, das zeigt, wie effektiv Eigeninitiative und Ideenreichtum sein können.
Gemeint ist die Arbeitsgemeinschaft Studentische Eltern, die Gewinner des langnamigen Familienpreises im Jahr 2009 wurde. Die AG hatte nämlich mit Hilfe des Studentenwerks die Kita „Zappelkiste“ für Studenten-Eltern eingerichtet. Hier passen also Studenten-Eltern auf die Kinder anderer Kommilitonen auf. Eine Idee, die offenbar gut ankommt. So gut, dass sie den mit 3.000 Euro dotierten Preis gewann. Und damit sogar den höchsten von dreien.
Christian Keller, Bürgermeister Thomas Fabian und Frauke Riwa (SWL, vlnr.).
Foto: Matthias Weidemann
Die anderen Preise sind mit jeweils 2.000 und 1.000 Euro dotiert und werden von den Stadtwerken Leipzig, der Leipziger Messe, Belantis und anderen Sponsoren gefördert. Thomas Fabian: „Familienfreundlichkeit lebt von der Beteiligung engagierter Bürgerinnen und Bürger. Mit dem Familienfreundlichkeitspreis möchten wir den Einsatz für Familien und Kinder öffentlich würdigen.“
Frauke Riva, Sprecherin der Stadtwerke Leipzig: „Es ist für uns ein großes Anliegen, als Hauptsponsor aktiv dazu beizutragen, dass das Engagement für Familie noch stärker gewürdigt wird. Deshalb unterstützen wir bereits zum vierten Mal diese Ehrung.
Freude über den Familienfreundlichkeitspreis auch bei den Kleinen.
Foto: Matthias Weidemann
Christian Keller, selber Student, Vater von zwei Kindern und Mitinitiator der „Zappelkiste“: "3.000 Euro sind viel Geld für uns. Wir hatten am Anfang die Idee, die Räumlichkeiten, die uns vom Studentenwerk kostenlos zur Verfügung gestellt werden und nicht viel mehr. Mit dem Preisgeld haben wir die 'Zappelkiste' einrichten können. Hier stehen uns verschiedene Räumlichkeiten zur Verfügung. Sanitäreinrichtungen, das Spielzimmer, ein Ruheraum für Eltern und Kinder und ein Arbeitszimmer mit Internetanschluss für die Studenten-Eltern. Unsere Öffnungszeiten sind von 9 bis 18 Uhr. Im Jahr haben wir so rund 2.500 Stunden Betreuungszeiten. Das Projekt wird also sehr gut angenommen.“
In diesem Zusammenhang bittet die Stadt um Unterstützung und fragt, wer Einzelpersonen, Vereine, Einrichtungen oder Unternehmen kennt, die sich vorbildlich familienfreundlich engagierten. Gesucht werden Vorschläge aus den Bereichen Berufsleben, Bildung und Betreuung, Gastronomie und Handel. Außerdem wird um Hilfe und Unterstützung für Familien, Kultur, Freizeit und Sport sowie Leben und Wohnen angefragt. Unter Angabe des Absenders können Vorschläge mit einer kurzen Begründung schriftlich, per Mail oder persönlich im Familieninfobüro abgegeben werden.
Auch ein Vorschlag direkt auf der Internetseite des Preises ist möglich. Zur letzten Preisverleihung im Mai dieses Jahres waren 236 Zuschriften mit 80 verschiedenen Vorschlägen eingegangen. Einsendeschluss ist der 11. Februar 2012. Die Verleihung am Weltfamilientag, dem 15. Mai 2012, nimmt der Oberbürgermeister vor. Aus allen Zuschriften werden Gewinner ausgelost, die Eintrittskarten in Leipziger Kultur- und Freizeiteinrichtungen erhalten.
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