Kinder- und Jugendhilfereport 2011: Viele Zahlen - aber die Koppelung zum Sozialreport fehlt
Ralf Julke
28.12.2012
Sozialgeldempfänger unter 15 Jahren.
Karte: Stadt Leipzig
240 Seiten dick ist der Leipziger "Kinder- und Jugendhilfereport 2011", Redaktionsschluss September 2012. Er widmet sich den Kindertagesstätten, der Tagespflege und den Hilfen zur Erziehung, der Kinder- und Jugendförderung und dem Jugendschutz, all dem also, was die Stadt so tut für den Nachwuchs. Und er zeigt auch am Rand, wie eng verquickt die Problemlagen mit der Armutssituation der Stadt sind.
Anzeige
Obwohl die Armutslagen steigen und Familien zunehmende Probleme bei der Bewältigung ihrer Erziehungsaufgaben haben, werden weniger erzieherische Hilfen gewährt, stellt die Grünen-Stadträtin Katharina Krefft nach Lesen des dicken Wälzers fest. Dabei müsse sicher die aktuell geringe Zahl Jugendlicher in der Altersgruppe der 14- bis 17-Jährigen berücksichtigt werden. "Das aber macht noch dringender klar: mit den steigenden Kinderzahlen ist der Anspruch an wirksame Hilfe noch wichtiger! Wiederholte Aufnahmen in die Inobhutnahmestellen sind für uns ein Indikator für mangelnde Qualität bei Leistungsträgern", stellt Katharina Krefft fest.
Der Kinder- und Jugendhilfereport beschreibe im Kapitel 4 "Erzieherische Hilfen und Inobhutnahmen" die Verschärfung kritischer Familienkonstellationen durch den Anstieg sozialer, finanzieller und bildungsbezogener Armut. Beobachtet werden zunehmend komplexere und schwierigere Fälle. Gleichzeitig aber gehe die Hilfestellung insbesondere stationärer Hilfen zurück.
"Wir bestreiten nicht, dass ambulante Hilfen vor stationären Hilfen angezeigt sind, aber manchmal muss ein Kind besser aus dem Kontext herausgenommen und in einer Wohngruppe betreut werden", sagt Katharina Krefft und sieht die Ursache für die Verstetigung mancher dieser Schicksale zu komplexeren Fällen in der zögerlichen Hilfestellung und der Qualität der Leistungserbringung.
Eine Hilfe müsse notwendig und geeignet sein. "Das Jugendhilfegesetz sieht berechtigterweise eine genaue Fallbetrachtung vor, ehe eingegriffen werden darf. Aber dann muss Hilfe auch konsequent gestattet werden", fordert die sozialpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion. "Die richtige Hilfe zum frühen Zeitpunkt ist aus unserer Sicht die kostengünstigste. Der Fall der straffälligen Zwillinge, die seit ihrem 9. Lebensjahr betreut wurden, lässt vermuten, dass ungeeignete Hilfeinstrumente zu Fallkarrieren führt, die hier zu teurer Unterbringung außerhalb der Stadt führte. Nicht zu unterschätzen ist die Störung des sozialen Lebens durch solchermaßen vernachlässigte Kinder."
Sozialgeldempfänger unter 15 Jahren in Leipzig 2010.
Karte: Stadt Leipzig
Die Fraktion der Grünen würden auch vielfältige Beispiele erreichen, dass Hinweisen unzureichend nachgegangen, dass Sozialarbeitern offenbar zu wenig Raum für ihre Entscheidungen gegeben wurde und Anbieter unterschiedliche Qualität leisteten. "Die Verantwortung des ASD und des Amtsleiters Herrn Haller wurde durch uns immer wieder in den Gremien thematisiert. Die Änderung in der Leitung des ASD ist die richtige Konsequenz in der Aufarbeitung der bekanntgewordenen Fälle. Aber die Probleme liegen ganz klar auch in der Steuerung", erklärt Katharina Krefft.
Andererseits ist auch unübersehbar, dass die Zahl der Inobhutnahmen insbesondere bei Jugendlichen seit 2008 deutlich gestiegen ist. Der Report gibt zwar detailliert Auskunft über das, was das Amt für Jugend, Familie und Bildung 2011 alles geleistet und abgerechnet hat.
Wer aber einen Maßstab dafür sucht, inwieweit das alles den Entwicklungen in Leipzig entspricht, der sucht diesen Maßstab vergeblich. Der kann sich dann noch den 150 Seiten dicken "Sozialreport 2011" besorgen, wo auf Seite 34 zumindest mit einer Karte sichtbar gemacht wird, woher das alles kommt. Denn die sozialen Probleme von Kindern und Jugendlichen kommen ja nicht irgendwo her. In der Regel kommen die Kinder aus Familien, die unter der in Teilen Leipzigs manifesten Armut leiden. Zur Erinnerung: Die offizielle "Armutsgefährdungsquote" lag in Leipzig 2010 bei 26,4 Prozent. Über 17.000 Kinder lebten in den so genannten Bedarfsgemeinschaften.
Der Anteil der Sozialgeldempfänger an den unter 15-Jährigen lag 2010 sogar bei 30,1 Prozent. Da kann man nicht von Armutsgefährdung sprechen. Diese Kinder waren arm. In drei Ortsteilen (Neustadt-Neuschönefeld, Volkmarsdorf und Grünau-Mitte) lag diese Quote sogar über 60 Prozent. In zehn weiteren Ortsteilen lag sie über 45 Prozent (darunter Lindenau, Paunsdorf, Kleinzschocher).
Da ist eigentlich offensichtlich, dass die "blinden Flecken" dort auftauchen, wo die Hilfestrukturen der Stadt den Problemen vor Ort nicht angepasst sind.
Bürgermeister Prof. Thomas Fabian habe zwar weitere Maßnahmen angekündigt, bislang aber nichts vorgelegt, kritisiert die Grünen-Stadträtin. Von ihm genannte Termine (Oktober, Anfang Dezember) seien immer wieder verschoben worden. "In der Ratsversammlung erklärte er nun: Erstes Quartal 2013. Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hat bereits im November eigene Vorschläge eingebracht", so Krefft.
Die Kindergruppe des Bund für Umwelt und Naturschutz Leipzig erweitert in diesem Jahr ihr Umweltbildungsangebot. Zum ersten Mal bieten die „Leipziger BUNDspechte“ ein naturpädagogisches Sommercamp an. Dieses richtet sich an alle naturbegeisterten Kinder zwischen 8 und 12 Jahren und findet vom 14.07. bis 20.07.2013 statt. mehr…
Die Universität Leipzig erinnert am Donnerstag, 30. Mai, um 11 Uhr mit einer öffentlichen Gedenkveranstaltung an den 45. Jahrestag der Sprengung der Universitätskirche St. Pauli. Auf dem Leibnizforum im Innenhof des neuen Campusareals wird Universitäts-Rektorin Prof. Dr. Beate Schücking die Veranstaltung eröffnen und die Teilnehmer zusammen mit Dr. Ulrich Stötzner vom Paulinerverein e.V. begrüßen. Anschließend spricht der Dekan der Theologischen Fakultät, Prof. Dr. Klaus Fitschen. mehr…
Am Samstag, den 8. Juni wird auf dem Gelände des Stadtteilparks „Wasserschloß“ (Zugang über Georg-Schwarz-Straße Höhe Hausnummer 134) im Leipziger Stadtteil Leutzsch das Musikfestival „Leutzsch rockt!“ zum nunmehr vierten Mal über die Bühne gehen. Der Eintritt ist frei. mehr…
Am Samstag, den 25. Mai, laden der SPD-Ortsverein Südwest, Daniela Kolbe, MdB und Holger Mann, MdL zu einer Radtour durch die SPD-Geschichte ein. Die Fahrradtour startet um 14 Uhr am Gründungsort des ADAV/der SPD n der Dresdner Straße 20 (Die Tour endet ca. 16 Uhr im Erich-Zeigner-Haus in der Zschocherschen Straße 21, wo neben dem 6. Referenten/Zeitzeugen eine Gartengrillparty und eine historische Filmvorführung auf die Radler wartet. mehr…
Laura Schewel von der Universität von Kalifornien in Berkley (USA) ist die Trägerin des “Young Researcher of the Year Award” 2013 des Weltverkehrsforums. Die Preisverleihung erfolgte am Donnerstag, 23. Mai, im Beisein von Verkehrsministern aus aller Welt während des Weltverkehrsforums 2013, dem jährlichen Gipfel der für Verkehr zuständigen Minister aus den 54 Mitgliedsstaaten des International Transport Forum (ITF), das vom 22. bis 24. Mai in Leipzig stattfindet. mehr…
Nach seinem im Herbst 2012 erschienenen ersten Soloalbum „Raum schaffen“ dürfen sich die Fans von Volkan Baydar nun auf sein Konzert am 6. Juni im Werk 2 in Leipzig freuen (Beginn: 21 Uhr). Den Zuschauer in Leipzig erwarten mitreißende soul-pop Klänge sowie auch mal langsam-nachdenkliche Töne. mehr…
Nur wenige haben es. Viele wollen es. Aber nur einige erfüllen seine strengen Auflagen: Das europäische EMAS-Gütesiegel. EMAS steht für das weltweit strengste Umwelt-Zertifikat, das Unternehmen auszeichnet, die besonderen Fokus auf ein ökologisch nachhaltiges Management legen. Das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) hat dieses Gütesiegel jetzt wieder erhalten. Bereits seit neun Jahren trägt es als eines von wenigen Unternehmen der Region die begehrte Zertifizierung. mehr…
Sie ist die Queen der deutschen Frauenunterhaltungsliteratur. Unvergessen sind "Das Superweib", "Die Zauberfrau" und "Ein Mann für jede Tonart". Und auch ihr neuer Roman "Verwechseljahre" bringt nicht nur Damen jenseits der 50 zum Schmunzeln. Am Dienstag, dem 28. Mai um 20:15 Uhr, ist Hera Lind in der Buchhandlung Lehmanns Media zu Gast und liest aus einer Auswahl ihrer erfolgreichsten Romane. mehr…
Der als Dresdner „Handygate“ bekannt gewordene Datensammel-Skandal im Umfeld der Februardemonstrationen 2011 kommt vor das Bundesverfassungsgericht. Der Dresdner Rechtsanwalt André Schollbach hat im Auftrag der Linke-Landtagsabgeordneten Rico Gebhardt und Falk Neubert Verfassungsbeschwerde beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe eingelegt. mehr…
Am Sonntag, dem 26. Mai, um 15 Uhr sind Besucher des Bach-Museums Leipzig herzlich eingeladen, Liedern und Klavierstücken aus dem bekannten „Notenbuch der Anna Magdalena Bach“ zu lauschen. Die Markkleeberger Mezzosopranistin und Stimmbildnerin des Thomanerchores Alexandra Röseler interpretiert diese singend und auf historischen Instrumenten musizierend gemeinsam mit zukünftigen und ehemaligen Mitgliedern des Thomanerchores Leipzig. Ergänzt wird das Programm durch beliebte Frühlingslieder. mehr…
Ab Samstag, 1. Juni, öffnen die Lesesäle der Deutschen Nationalbibliothek jeweils Montag bis Freitag 9 – 22 Uhr und am Samstag 10 – 18 Uhr. Das teilt die Deutsche Nationalbibliothek mit. Sondersammlungen und Speziallesesäle am Leipziger Standort öffnen Montag bis Samstag von 10 – 18 Uhr, der Lesesaal des Deutschen Exilarchivs am Frankfurter Standort Montag bis Freitag 10 - 18 Uhr, Samstag nach Vereinbarung. mehr…
Die kleine Meerfrau kann ihren fünfzehnten Geburtstag kaum erwarten. Da darf sie nämlich zum ersten Mal hochtauchen und die geheimnisvolle Welt oberhalb des Meeres, von der ihre Großmutter so viel erzählt, erforschen. Als sie diese schließlich kennenlernt, verliebt sie sich in einen Prinzen aus dem Menschenvolk und wünscht sich Beine anstelle ihres Fischschwanzes. mehr…
Zur Informationsveranstaltung "Paddelkompromiss zum Schutz des Eisvogels? - Arten- und naturschutzrechtliche Hintergründe zur eingeschränkten Befahrbarkeit des Floßgrabens lädt das Umweltinformationszentrum Leipzig (UiZ) am Donnerstag, 30. Mai, um 16:30 Uhr ins Technische Rathaus Leipzig (Haus A, Prager Straße 136, Erdgeschoss/Beratungsraum) ein. mehr…
Das „Forum Bürgerstadt Leipzig“ trifft sich am 27. Mai, 16:30 Uhr wieder in der Volkshochschule, Löhrstraße 3 - 7. Das Forum Bürgerstadt Leipzig hat das Ziel, das bürgerschaftliche Engagement zu stärken, die Förderung und Anerkennung des ehrenamtlichen Engagements zu verbessern und die Möglichkeiten der Bürgerbeteiligung und -mitwirkung zu erweitern. Um dies zu erreichen, arbeiten engagierte Bürger/innen mit Stadträten/innen und Mitarbeitern/innen der Verwaltung gemeinsam an und in Projekten. mehr…
Die Kommunale Wasserwerke Leipzig GmbH (KWL) saniert ab Montag, 27. Mai, einen Mischwassersammler im Peterssteinweg. Im Bereich zwischen Dimitroffstraße und dem künftigen „Münzplatz“ wird das Mauerwerk des 1,30 x 0,85 Meter messenden Kanals händisch ausgebessert. Die Arbeiten dienen der Vorbereitung für die 2014/2015 stattfindende Baumaßnahme im Peterssteinweg und der Karl-Liebknecht-Straße, welche gemeinsam von der Stadt Leipzig, den Leipziger Verkehrsbetrieben und der KWL umgesetzt wird. mehr…