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Spielen in Leipzig: Zwei sanierte Spielplätze vor Weihnachten übergeben - Gelder für 2013 nicht aufgestockt

Ralf Julke
Neuer Spielplatz im Elsapark.
Neuer Spielplatz im Elsapark.
Foto: Stadt Leipzig
Es war noch einmal ein kleines Weihnachtsgeschenk, das das Dezernat Umwelt, Ordnung, Sport am 20. Dezember enthüllte: Pünktlich zu den Weihnachtsferien kann auf dem Spielplatz im Elsapark nahe der Lutherstraße nach einer Komplettsanierung wieder gespielt und getobt werden. Auf der rund 600 Quadratmeter großen Fläche entstand nach der Planung des Amtes für Stadtgrün und Gewässer ein freundlicher Aufenthaltsbereich für Kinder von ein bis zehn Jahren.


„Die Arbeiten im denkmalgeschützten Elsapark waren notwendig, da das vorhandene Spielgerät aus den 90er Jahren und die Fallschutzbereiche aus den 70er Jahren sehr altersschwach und nur noch mit großem Aufwand in angemessenem Zustand zu erhalten waren“, erläutert Heiko Rosenthal, Bürgermeister und Beigeordneter für Umwelt, Ordnung, Sport. „Mit rund 30.000 Euro aus dem städtischen Programm zur Instandhaltung von Spielplätzen konnte der Bereich nun gründlich saniert werden.“

Die Kinder können nun nicht nur rutschen und schaukeln, sondern ihre Fähigkeiten am Kletternetz, an der Strickleiter, auf dem Balancierbalken, auf der Seilbrücke, an der Rutschstange und am Netzaufstieg trainieren. Für Sandspiele entstand ein separater Bereich mit drei hölzernen Miniaturelefanten. Zum Verweilen laden sanierte, ringsum angeordnete Bänke ein.

Schon am 14. Dezember konnte ein weiterer Spielplatz seiner Bestimmung übergeben werden.

Am Schwarzenbergweg in Meusdorf übergab Rosenthal die neuen Spielgeräte zur Nutzung an über 100 Hortkinder der benachbarten Heinrich-Mann-Grundschule. Ermöglicht wurde dies dank des großen Engagements des Kleinsiedlung Meusdorf e.V. sowie durch private Spender und Unternehmen aus der Wirtschaft, die auch zahlreich an der Eröffnung teilnahmen.

„Dank des in diesem Fall besonders großen bürgerschaftlichen Engagements entstand am Schwarzenbergweg dieser wunderschöne Spielplatz mit vielen neuen und spannenden Geräten“, sagte Heiko Rosenthal. „Insgesamt kostete die Erneuerung rund 31.200 Euro. Etwa 9.000 Euro davon wurden durch Spenden aufgebracht, der Wert der extern gespendeten Geräte betrug circa 7.600 Euro, und rund 14.600 Euro wurden durch die Stadt Leipzig aufgebracht.“

Spielplatz-Wiedereröffnung in Meusdorf.
Spielplatz-Wiedereröffnung in Meusdorf.
Foto: Stadt Leipzig

Neben einem Klettergerüst, einer Rutsche und einer 30 Meter langen Seilbahn bieten nun auch ein Wackeltier, eine Hängematte und ein Balancierbalken neue Anreize zum Aufenthalt für unterschiedliche Altersgruppen. Zum Sitzen wurden neue Bänke, Findlinge und Baumstämme eingebaut. Umgesetzt wurde die Maßnahme durch die Firma Kupsch GmbH, Garten und Landschafts- und Sportplatzbau, aus Wurzen.

Die extern gespendeten Geräte waren zum Einen eine Rutsche für rund 2.600 Euro, die von der Werbegemeinschaft PösnaPark GBR bereitgestellt wurde. Zum Anderen hatte sich der Kleinsiedlung Leipzig-Meusdorf e.V. auf Hinweis der Stadt bei der Fanta-Spielplatz-Initiative (in Partnerschaft mit dem Deutschem Kinderhilfswerk und TÜV Rheinland) beworben und errang beim deutschlandweiten Voting im Juli 2012 einen sechsten Platz unter 230 Bewerbern. Das Preisgeld von 5.000 Euro in Form eines Schecks wurde bei der Eröffnung an Heiko Rosenthal und den Siedlerverein übergeben.

Die rund 6.000 Quadratmeter große Grünfläche am Schwarzenbergweg ist vor allem durch einen alten Eichenbestand geprägt. Bis zuletzt standen auf dem Spielplatz nur zwei Tischtennis-Platten. Ein überaltertes Wackeltier musste im April dieses Jahres demontiert werden. Bereits im April 2010 hatte der rund 800 Mitglieder starke Kleinsiedlung Leipzig-Meusdorf e. V. das Amt für Stadtgrün und Gewässer um Unterstützung gebeten. Die Stadt ließ ein Konzept erstellen, welches im Oktober 2010 mit den Siedlern und Kindern diskutiert wurde. Flyer wurden gedruckt und ein Spendenkonto eingerichtet.

Spielplatz-Wiedereröffnung in Meusdorf.
Spielplatz-Wiedereröffnung in Meusdorf.
Foto: Stadt Leipzig
Michael Kruse, verantwortlich für die regionale Koordination des Deutschen Kinderhilfswerkes: „So ein Spielplatz macht den Kindern natürlich viel Freude. Doch nicht nur das: Er bietet den für Kinder so notwendigen Raum, unbeschwert spielen, toben und sich ausprobieren zu können. Natürliche Bewegungsanreize, auf Entdeckungsreise gehen, Experimentieren – das ist es, was kreatives selbstbestimmtes Spielen unterstützt, das ist es, was so wichtig bei der kindlichen Entwicklung ist. Deshalb sind wir Partner bei der Fanta Spielplatz-Initiative, die sich für Spielplätze in Deutschland stark macht.“

Im Frühjahr 2012 hatte Fanta zusammen mit dem Deutschen Kinderhilfswerk und dem TÜV Rheinland die Fanta Spielplatz-Initiative ins Leben gerufen, um mehr Raum für kreatives und sicheres Spielen zu schaffen. Denn auf vielen bestehenden Spielplätzen ist dies nicht immer uneingeschränkt möglich – dabei hat das freie Spielen einen entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung von Kindern. Da oftmals die finanziellen Mittel für notwendige Sanierungen knapp sind, rief die Initiative im Frühjahr 2012 bundesweit Träger öffentlich zugänglicher Spielplätze dazu auf, sich um einen Sanierungszuschuss zu bewerben. Über 230 Spielplatz-Bewerbungen wurden eingereicht. Die Meusdorfer gehörten am Ende zu den 20 Spielplatz-Bewerbern mit den meisten Stimmen, die einen Sanierungszuschuss in Höhe von jeweils 5.000 Euro erhielten.

Und auch 2013 geht es mit der Sanierung von Spielplätzen in Leipzig weiter. Bei der Haushaltsabstimmung im Stadtrat am 17. Dezember wurde auch über die Aufstockung der Investitionsmittel zur Instandhaltung und Entwicklung von Spielplätzen um 250.000 Euro abgestimmt, so dass eine halbe Million Euro zur Verfügung gestanden hätte. 500.000 Euro jährlich wollten die Grünen im Haushalt angesetzt sehen.

Doch am Ende stimmten nur Grüne und Linke für die Aufstockung. Der Antrag wurde abgelehnt.

Die Stadt Leipzig verfügt derzeit über mehr als 300 öffentliche Spielplätze. Bei einer durchschnittlichen Nutzungsdauer von 15 bis 20 Jahren bedeutet dies, dass jährlich etwa 20 Spielplätze einer Sanierung unterzogen werden müssten. Bisher hatten jährlich 250.000 Euro zur Verfügung gestanden. Aber das hat sich als völlig unzureichend erwiesen. Und wird auch in den nächsten Jahren nicht reichen.

Deutsches Kinderhilfswerk: www.dkhw.de



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