Springen Sie direkt: Zum Textanfang (Navigation überspringen) Zur Hauptnavigation Zur Suche


Springen Sie direkt: Zum Textanfang (Navigation überspringen) Zur Hauptnavigation Zur Suche




Tagesübersicht Leipziger Internet Zeitung
Alle Nachrichten von: heute | gestern | vorgestern

Citytunnel Leipzig: Am 11. Januar wird die Bohrmaschine getauft

Ralf Julke
Das Bohrschild. Foto: City Tunnel GmbH
Das Bohrschild. Foto: City Tunnel GmbH
Hausbesitzer und Vermieter in der Leipziger City warten schon mit Hochspannung auf den 15. Januar. Dann ist es so weit. Dann soll der eigentliche Tunnelbau in Leipzig beginnen und sich die riesige Tunnelbohrmaschine ihren Weg unter der City von Leipzig bahnen. Doch bevor die Maschine startet, wird sie am 11. Januar 2007 nach alter bergmännischer Tradition getauft und angedreht.

Anzeige

Wirtschafts- und Verkehrsminister Thomas Jurk (SPD) übernimmt dies gemeinsam mit Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung und dem Konzernbevollmächtigten der Deutschen Bahn für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, Hans-Jürgen Lücking. angedreht. Anlässlich dieser Schildtaufe übernimmt die Gattin des sächsischen Ministerpräsidenten, Frau Prof. Angelika Meeth-Milbradt, die Patenschaft für den Tunnelbau. "Ich freue mich, dass Angelika Meeth-Milbradt bei diesem Jahrhundertbau die Pflichten der heiligen St. Barbara übernimmt", sagt Sachsens Wirtschaftsminister Thomas Jurk (SPD). "Die Tunnelbauer haben damit eine außerordentlich kompetente Schutzpatronin, denn Frau Milbradt ist Professorin an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Dresden."

Die heilige Barbara ist die Schutzpatronin der Bergleute und damit auch der Leipziger Tunnelbauer.

Interessierte Bürger sind an diesem Tag herzlich eingeladen, die Baustelle am Bayrischen Bahnhof zu besuchen. Zwischen 1030 und 15 Uhr öffnen sich die Tore der Großbaustelle. Was folgen wird, können auch Geologen nur vermuten. De Untergrund unter der Leipziger Innenstadt hat schon beim Öffnen der diversen Baugruben für die künftigen Haltepunkte gezeigt, wie inkonsistent er ist. Hohlräume, Teerriegel und Quarzlinsen haben schon mehrfach bestätigt, was die vorhergehenden Voruntersuchungen für drei verschiedene Tunnelprojekte ergeben hatten: Jeder Meter im Sandgeschiebe kann neue Überraschungen bereit halten.

Gegen die Witterung noch eingepackt: die Bohrmaschine. Foto: City Tunnel GmnH
Gegen die Witterung noch eingepackt: die Bohrmaschine. Foto: City Tunnel GmnH
Die Bohrmaschine startet jetzt schon fünf Monate später als noch vor einem Jahr geplant. In der ursprünglichen Planung war sogar der Jahreswechsel 2005/2006 anvisiert worden. Nur dann hätte auch die geplante Fertigstellung der Tunnelstrecke 2008 eingehalten werden können. Mit anschließendem Einbau aller bahntechnischen Installationen hätte man in 2009 gerade so das Zielplanjahr schaffen können.

Das ist bekanntlich hinfällig, war es auch schon, als mit der Insolvenz eines Tunnel-Mitbauers 2004 die ersten drei Monate Bauverzögerung auftraten, die sich Ende 2005 schon auf satte sechs Monate beliefen. Erst im Frühsommer 2006 gab die Bauleitung auf öffentlichen Druck hin zu, dass die Termine ohne Puffer kalkuliert worden waren und auch die geplante Bausumme von 571 Millionen Euro auf dieser recht unrealistischen Bauplanung fußte. Ziemlich sicher ist jetzt, dass der Tunnel vor 2010 nicht fertig wird. Jeder Monat Verzögerung erhöht logischerweise die notwendige Bausumme. Von bis zu 70 Millionen Euro Mehrkosten ist die Rede.

Wie viel es am Ende tatsächlich wird, hängt davon ab, wie schnell die Bohrmaschine sich jetzt durch den Leipziger Untergrund schieben kann und ob Überraschungen für Fahrtverzögerungen sorgen. Das Jahr 2010 als Finaljahr hält insbesondere die Deutsche Bahn eher für unrealistisch, denn auch die technischen Installationen benötigen ihre Zeit. Der sächsische Wirtschaftsminister hält 2011 für realistisch. In den worst-case-Szenarien steht das Jahr 2012 als Eröffnungsjahr für Leipzigs Gleis-Unterführung.

In den Monaten vor Fertigstellung wird auch wieder die Art der Tunnel-Befahrung für politische Debatten sorgen. Bislang ist die 3,9 Kilometer lange Doppelröhre für jeweils 13 Züge pro Stunde in jede Richtung ausgelegt. Richtig ernst nimmt auch die Deutsche Bahn noch nicht die gerade von der Leipziger Wirtschaft gestellte Forderung, dass der Fernverkehr durch den Tunnel künftig die Hauptrolle spielen soll. In der Planungsphase 2004 gingen die Planer erst vorsichtig daran, auch von einer "zusätzlichen Achse für den schnellen Fernverkehr im Korridor Berlin-Leipzig-Nürnberg-München" zu sprechen.

Das ist nicht irgendeine beliebige Fernverbindung, es ist eine der wichtigsten Fernverbindungen in Deutschland und verbindet gleich mehrere wichtige Wirtschaftsregionen mit der Hauptstadt Berlin. Bislang ist die Strecke eher eine Ansammlung bahntechnischer Kompromisse, die keineswegs ernsthaft konkurrieren können gegen eher kleine, auf Zuschüsse angewiesene Flughäfen links und rechts der Strecke wie etwa Hof, Erfurt und Altenburg.

Noch steht als wichtigstes Anliegen in der Agenda der Planer die "deutliche Erhöhung des ÖPNV-Anteils in der Stadt", was in der finanziellen Dimension des Bauwerks visionärer Unfug ist. Der Tunnel macht innerhalb der Stadtgebietes quasi als Shopping-Zubringer für die City fast keinen Sinn. Seine Effekte liegen in der Verbindung zu den Mittelzentren südlich und nördlich der Stadt und in der direkten Anbindung von Neuer Messe und Flughafen.

Der Tunnel feiert übrigens in diesem Jahr schon sein erstes Jubiläum: Die S-Bahn-Tunnel Leipzig GmbH wurde 1996 gegründet. Ursprünglich hatte man sogar einen Baustart um das Jahr 2000 anvisiert und der Tunnel galt als wichtigstes Infrastrukturprojekt zur Fußball-WM 2006. Am längsten dauerten schon die beiden Einstiegs-Kapitel - das Planfeststellungsverfahren, das erst 2000 beendet wurde, und die Aufteilung der Finanzierung zwischen Bund, Freistaat und Stadt. Die war erst im März 2003 in trockenen Tüchern. Und damit auch der drittwichtigste Geldgeber nach dem Bund (192 Millionen Euro) und dem Freistaat Sachsen (180 Millionen Euro) nicht vergessen wird: Aus dem EFRE-Programm der EU sind 169 Millionen Euro eingeplant.



Funktionen

del.icio.us Mister Wong Technorati Blogmarks Yahoo! My Web Google Bookmarks




Weitere aktuelle Nachrichten der L-IZ.

Am 9. Februar im Helheim: Tanners Terrasse wird zur Rotlichtterrasse

Rotlicht.
Rotlicht an. Es wird heiß am Donnerstag, 9. Februar, ab 20 Uhr im Helheim (Weißenfelser Straße 32). Das Leipziger PerformanceTheaterKollektiv FormLos stattet Volly Tanner einen Besuch auf seiner Terrasse ab. mehr…

Alte Messe: Entwürfe für neugestaltete Straße des 18. Oktober werden ab 13. Februar ausgestellt

Die Straße des 18. Oktober im Gelände der Alten Messe.
Die Straße des 18. Oktober ist lang. Länger, als mancher denkt. Sie beginnt am Bayrischen Platz, führt schnurstracks zum Deutschen Platz und danach quer durchs alte Messegelände zum Völkerschlachtdenkmal. Eigentlich ist sie auch die Magistrale der Alten Messe, auch wenn sie derzeit nicht so aussieht. Aber sie soll wieder so aussehen. Stückweise ab 2013. mehr…

Am 10. Februar im Horns Erben: Sax Royal im Literatursalon

In „Voland & Quists Literatursalon“ im Horns Erben (Arndtstraße 33) tritt am Freitag, 10. Februar, ab 20 Uhr die Dresdner Lesebühne Sax Royal auf. Sax Royal sind der Kolumnist, Blogger und Moderator Michael Bittner, der Poetry-Slam-Bühnenheld Julius Fischer („Ich will wie meine Katze riechen“), der Lyriker und Prosaist Roman Israel, der Erzähler, Cartoonist und E-Orgel-Alleinunterhalter Max Rademann sowie Stefan Seyfarth. mehr…

Am 10. Februar im Pfarrhaus der Gnadenkirche: Wirtschaft braucht Alternativen zum Wachstum

„Anders wachsen – Eine sächsische christliche Initiative gegen die Ideologie des Wirtschaftswachstums“ lautet das Thema eines Vortrags- und Gesprächsabends am Freitag, 10. Februar. Die Veranstaltung im Pfarrhaus der Gnadenkirche Leipzig-Wahren, Rittergutsstraße 2, beginnt um 20 Uhr. mehr…

Treffen am 8. Februar in der Villa: Selbsthilfegruppe für Kinderlose

Die Selbsthilfegruppe für Kinderlose sucht neue Mitstreiter zum regelmäßigen Erfahrungsaustausch. Nächster Treff ist am kommenden Mittwoch, 8. Februar, um 19 Uhr im Soziokulturellen Zentrum „Die Villa“ (Beratungsraum 3. Etage, Lessingstraße 7), teilt das Gesundheitsamt mit. mehr…

Der erste Gedichtband von Anne Dorn: Wetterleuchten

Wetterleuchten.
Ganz unbekannt ist Anne Dorn als Lyrikerin nicht. Aber trotzdem feiert die 1925 in Wachau bei Dresden Geborene mit 86 eine Premiere: Erstmals erscheinen ihre Gedichte in einem eigenen Band - und das noch als Nummer 1 der Reihe "Neue Lyrik", die im Poetenladen erscheint. Ein Auftakt in Quittegelb. mehr…

Fördermittel im Freistaat nach Parteibuch? - Ilse Lauter fordert einen hartnäckigeren OBM

Vorsitzende der Fraktion Die Linke: Dr. Ilse Lauter.
Die Fördermittelvergabe durch den schwarz-gelb regierten Freistaat orientiere sich offenbar weniger an den tatsächlichen Problemlagen als an Parteipräferenzen, meint Ilse Lauter. Eine solche Einschätzung lege die jüngste Analyse der Dresdner Vergabepraxis für die Jahre 2007 bis 2010 nahe, nach der Leipzig insgesamt 600 Millionen Euro weniger Mittel erhalten hat als die Landeshauptstadt. mehr…

Leipziger Handwerkskammer zur Förderung der energetischen Gebäudesanierung: Der Vermittlungsausschuss muss letzte Chance nutzen!

Reinhard Schröter.
„Zum jetzigen Zeitpunkt sind Kürzungen bei der Förderung im Bereich erneuerbare Energien und energieeffizientes Bauen das völlig falsche Signal. Es fehlt ein schlüssiges Gesamtkonzept. Die Energiewende ist so nicht zu schaffen“, erklärt Reinhard Schröter, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer zu Leipzig, vor der Sitzung des Vermittlungsausschusses (8. Februar) zwischen Bund und Ländern zur steuerlichen Förderung der energetischen Gebäudesanierung. mehr…

HC Leipzig vs. Skopje 25:13 - "Zwölf Tore sind ein ziemlicher Brocken"

Karolina Kudlacz - HC Leipzig.
Das Viertelfinale im europäischen Cupwinners Cup ist für die Handballerinnen des HC Leipzig zum Greifen nah. Im Achtelfinal-Hinspiel am Sonntag gab die Madsen-Sieben ihren mazedonischen Gästen von Metalurg Skopje einen 12-Tore-Rucksack mit auf die Heimreise. Ob der schwer genug ist, wird sich bereits am kommenden Sonntag herausstellen. mehr…

Schwarwels Fenster zur Welt: Seit an Seit

Die beiden sind eigentlich putzig. Mutti macht in Frankreich Wahlkampf und der Kleine kommt sicher auch mal vorbei, wenns 2013 losgeht. Obwohl man kaum glaubt, dass dies etwas nützen sollte. Und natürlich nur wenn er gegen den bösen Sozialisten die Wahl gewinnt. Heute saßen sie traut vereint vor der ZDF-Kamera und erklärten die Welt. mehr…

Neu im Kino: Hugo Cabret

Martin Scorsese ist Cineasten bekannt für harte Stoffe. Seine Mafia-Trilogie hat längst Kultstatus. Zuletzt tischte er dem Publikum mit "Shutter Island" (2010) einen düsteren Psychothriller auf. Sein Kinderfilm-Debüt "Hugo Cabret" entpuppt sich dagegen als leicht verdauliche Kost höchster Güte. mehr…

Neu im Plattenregal: Die Hoffnung ist schon vorgerannt, das Grab schon mal zu graben

Kettcar ist mit "Zwischen den Runden“ zurück. Und wie! Vor allem anders als erwartet. War ihre letzte Scheibe „Sylt“ eine wütende, eher weniger positive Bestandsaufnahme der Gegenwart, so dominieren jetzt die persönlichen, auch ruhigeren Töne. Auf einmal gewinnen die Texte enorm an Bedeutung. Für Radio Mephisto ist die CD schon jetzt das Album der Woche. mehr…

Horns Erben und die Südknechts: Eine Kneipiersfamilie improvisiert die potenzielle Chronik des Südmeilen-Kiezes

Armin Zarbock ist Schauspieler. Sonst oft in den Leipziger Cammerspielen zu sehen, verschlägt es ihn am 8. Februar ins Horns Erben. Zusammen mit Susanne Bolf und August Geyler erzählt er die Geschichte von Adolf Südknecht und Familie. Mal historisch verbürgt, mal halb wahr, mal völlig erfunden. Armin Zarbock erzählt mehr. mehr…

Führererlass und Parkplatz-Gerangel: Jürgen Kasek fragt nach Fluch und Segen der Stellplatzbaupflicht

"Stellplatzbaupflicht - Fluch oder Segen?" heißt eine Veranstaltung im Tapetenwerk am 8. Februar. In der "K3 Werkstatt" im Haus K diskutieren Verkehrsexperten über den Sinn oder Unsinn von Parkplätzen. Die so genannte Stellplatzbaupflicht gehört dazu. Jürgen Kasek, Vorsitzender BUND Regionalgruppe Leipzig, gab der L-IZ im Interview einen Einblick rund um das Auto und seinen Stellraum. mehr…

Kleine Anfrage zu sächsischen Beamten: Der Freistaat zahlte 2011 fast 100 Millionen Euro Pensionen

Dietmar Pellmann rechnet gern. Eigentlich ist der Landtagsabgeordnete der Linken studierter Historiker. Aber mit Zahlen lässt sich Geschichte ganz hübsch illustrieren. Diesmal hat er den Finanzminister nach den sächsischen Staatspensionären gefragt. 4.519 gab es davon zum Stichtag 31. Dezember 2011. Dazu 816 Witwen und Waisen. mehr…

Springen Sie direkt: Zum Textanfang (Navigation überspringen) Zur Hauptnavigation Zur Suche


Anzeigen.
Zur Website der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) GmbH

VERKEHRSMELDUNGEN:

NACHRICHTEN:

SCHNELLER SERVICE:

Theater der Jungen Welt
Abendveranstaltungen
Weitere Termine unter: www.tdjw.de
Aktuelle Dossiers.
Anzeigen.
Leipziger Leselust Leipziger Leselust ... seit 2004 bespricht die L-IZ regelmäßig die neuesten Bücher Leipziger Autoren und Verlage.
Link-Tipps.
Bildblog