Staatsanwalt gibt Zoodirektor Recht: Tierschutz wurde nicht vernachlässigt
Ralf Julke
10.01.2007

Foto: Zoo Leipzig
Am heutigen Mittwoch, 10. Januar, gab die Staatsanwaltschaft Leipzig ihre Stellungnahme zur Tötung eines Lippenbären im Leipziger Zoo heraus. Fünf Strafanzeigen gegen Zoodirektor Jörg Junhold waren erfolgt, nachdem ein Lippenbären-Junges am 27. Dezember getötet werden musste, weil dessen Mutter die Betreuung verweigerte. Der entsprechende "Skandal" brach der medialen Aufbereitung los.
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Jetzt teilt der Staatsanwalt mit: "Die Entscheidung des Zoos zur Einschläferung des Tieres ist sowohl aus vetirinärmedizinischer Sicht als auch aus Sicht der den Zoo verpflichtenden und an den Grundsätzen des Tierschutzes ausgerichteten Regelwerke der Welt-Zoo-Naturschutzstrategie und des europäischen Erhaltungszuchtprogramms für Bären gerechtfertigt und erfolgte damit aus einem vernünftigen Grund im Sinne des Tierschutzgesetzes. (...) Die theoretische Möglichkeit der Handaufzucht führt vorliegend unabhängig von der erheblichen Unsicherheit de Gelingens im konkreten Fall zu keiner anderen Bewertung. Die den Verantwortlichen des Leipziger Zoos bei der Handaufzucht von Bären bekannten eintretenden Verhaltensstörungen und Anomalien sowie die fehlende Möglichkeit, dieses danach in eine Jungbärengruppe einzubinden mit der Folge einer isolierten Einzelhaltung stellen letztlich Leiden dar, zu deren Vermeidung der Zoo dem Tierschutzgesetz entsprechend ebenfalls verpflichtet ist."
In ihrem Schreiben weist die Staatsanwaltschaft auch auf die für den Zoo geltenden Regelwerke hin, sieht aber keinerlei Anlass, einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz zu beanstanden. Damit wird von einem Ermittlungsverfahren gegen den Zoo Leipzig abgesehen.
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