Märchenhaft im Jahr des Frosches: Prinzessin Xenia küsst den grünen Burschen im Leipziger Zoo
Redaktion
25.04.2008

Foto: Zoo Leipzig
Sie hat es getan. Millionen Kinder werden aufatmen. Die Zeit des Bangens ist vorbei. Seit 1812, seit das Märchen vom Froschkönig als Nummer 1 erstmals in einer Märchenausgabe der Brüder Grimm erschien, hat die verflixte Pirnzessin den armen Frosch nicht geküsst. Hat ihn nur immer wieder an die Wand geklatscht. Doch seit gestern ist alles anders: Sachsens netteste Prinzessin hat den Frosch geküsst.
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Der hat sich zwar nicht verwandelt. Glück für Xenia von Sachsen. Die 21-Jährige präsentierte sich auf Einladung von Zoodirektor Dr. Junhold als prominente Botschafterin der Kampagne "Jahr des Frosches 2008" und küsste vor 121 Zeugen (100 Grundschüler, 20 Kindergartenknirpse und ein Zoodirektor) im Zoo Leipzig symbolisch einen Plastik-Frosch..

Foto: Zoo Leipzig
"Die Prinzessin steht für Dynamik und Zukunftsdenken", erklärte Zoodirektor Jörg Junhold die Entscheidung, die junge Prinzessin für die Initiative zu gewinnen, die weltweit auf das Amphibiensterben aufmerksam machen soll. Mit ihrem Einsatz reiht sich die Prinzessin in Sir David Attenboroughs Engagement ein, der als Schirmherr der globalen Amphibien-Kampagne fungiert und bereits Persönlichkeiten wie Jean-Michel Cousteau und Jane Goodall gewinnen konnte.
"Frösche sollten dieselbe Lobby beim Umweltschutz genießen wie Meeressäuger oder Großkatzen", sagte Xenia von Sachsen und informierte sich vor Ort, welche Amphibienprojekte der Zoo Leipzig fördert. So hält der Zoo derzeit zwölf Amphibienarten, von denen zwei vom Weltnaturschutzbund (IUCN) als "bedroht" eingestuft sind: der Azurblaue Pfeilgiftfrosch und der Vietnamesische Warzenmolch. Beide Arten sind im Entdeckerhaus "Arche" zu sehen, wo auch auf die Amphibienkrise aufmerksam gemacht wird.
Das Thema Amphibienschutz ist aktuell wie nie zuvor. 30 bis 50 Prozent der etwa 6.000 bislang bekannten Frösche, Kröten, Unken, Salamander, Molche und Blindwühlen sind vom Aussterben bedroht. Damit stellen Amphibien die gegenwärtig am stärksten bedrohte Wirbeltier-Klasse dar. Verantwortlich für den rapiden Artenschwund sind neben Umweltverschmutzung, Klimaveränderung und der fortschreitenden Zerstörung der Lebensräume auch das Einschleppen fremder Arten und ein parasitärer Chytrid-Pilz. Der ursprünglich nur in Südafrika beheimatete Pilz breitet sich mit rasender Geschwindigkeit in Mittelamerika, Südamerika und Australien aus und befällt die empfindliche Haut der Amphibien. Wo der Erreger wuchert, sterben innerhalb weniger Monate bis zu 80 Prozent der Tiere, was verheerende Auswirkungen für die ökologischen Gemeinschaften haben kann.
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