perLE für die Leipziger: Krimi-Autorin eröffnet einen Laden mit fair gehandelten Produkten
Ralf Julke
16.01.2009
Edith Suzanne Korb
Eines haben die vielen kleinen und großen Krisen der letzten Jahre ziemlich deutlich gemacht: So, wie Wirtschaftsapostel die Welt erklärten, funktioniert es nicht wirklich. Und schon gar nicht für alle. Aber wie dann, fragt sich das Kaninchen? – Selber was probieren, meint Edith Suzanne Korb.
Anzeige
L-IZ-Leser kennen die junge Wahl-Leipzigerin mit Wurzeln im schönen Salzburg schon – als Krimi-Autorin. Mit "Kalter Rauch" schrieb sie einen der spannendsten Leipzig-Krimis der letzten Zeit. Das nächste Buch steckt schon im Computer. Doch die junge Mutter als Holzhausen will ein bisschen mehr. Will auch die Welt ein wenig verändern.
Am Samstag, 24. Januar, eröffnet sie in Holzhausen – vorerst probehalber nur samstags – einen kleinen Laden mit dem runden Namen Perle. Oder besser noch: PerLE. Damit zufällig und nicht zufällig Vorbeifahrende gleich wissen: Das gilt ihrer geliebten Heimatstadt. Und: Hier gibt es etwas Besonderes unter dem Motto "Ganz einfach fair". Ein kleiner Baustein in einer Handelslandschaft, die für viele Leipziger immer noch geprägt ist durch den fließbandmäßigen Einkauf in Discounter oder im Supermarkt.
Da taucht selten die Frage auf: Auf wessen Kosten leben wir da eigentlich? Wer bezahlt für das Schnäppchenangebot?
Für Suzanne Korb war eine Leinentasche der "Stein des Anstoßes", hergestellt von ehemaligen Prostituierten in Bangladesh. Ein Benefizprojekt, bei dem die Frauen tatsächlich leben können von ihrer Arbeit. Was ein Herr von Billigstarbeitern in Fernost und anderswo nicht von sich sagen kann.
„Wenn man sich erst einmal damit beschäftigt, merkt man schon bald, wer alles für diese Art Konsum bezahlt", erzählt Suzanne Korb. "Und man kriegt auch mit, welchen Preis wir selbst dafür bezahlen." Für sie als engagierte Christin war die Sache klar: Das muss anders gehen.
Doch wer selbst Kinder hat, weiß, wie schnell man da auf Grenzen stößt. Das war der Anfang der Recherche, der die junge Gründerin in Kontakt brachte mit Initiativen und Händlern, die schon Kontakte geknüpft haben in alle Welt. Manches wird mittlerweile professionell eingeführt nach Deutschland – vom Kaffee bis zum Reis, von der Schokolade bis zur Kleidung. Hergestellt oft in Kooperativen, gehandelt unter Ausschluss der üblichen Zwischenhändler. Dadurch ändert sich die Zusammensetzung des Preises: Nicht der Händler streicht den Hauptteil des Erlöses ein, sondern die Produzenten bekommen ihn.
Ganz ähnlich arbeiten die beiden Weltläden in Leipzig. Suzanne Korb will ihnen keine Konkurrenz machen, sondern noch ein wenig weiter gehen und dasselbe Prinzip auch auf die Region Leipzig anwenden, regionalen Produzenten eine Plattform bieten, ihre Produkte zu verkaufen.
Auf ihrer Website hat sie schon abgebildet, was alles sie anbieten möchte. Ergänzt um zahlreiche Informationen um die internationalen Produktionsbedingungen und die Folgen für die regionalen Wirtschaften.
„Das werde ich auch weiterhin aktualisieren", sagt sie. „Die Leute sollen informiert sein. Nur wenn man weiß, wie alles zusammenhängt, wird man wirklich umdenken."
Helfen wollen ihr die Leipziger Mitstreiter der Micha-Initiative. Für sie ist christliches Leben kein Lippenbekenntnis, sondern christliches Handeln. Auch auf diesem scheinbar so undurchschaubaren Feld. Wer weiß denn schon, wie in China, Indien und Indonesien produziert wird? Welche Arbeitsbedingungen in den Fabriken herrschen? Ob Kinder dort arbeiten oder Urwälder abgeholzt werden oder Trinkwasserspeicher leer gepumpt, damit deutsche Handelsketten ihre exotischen Preise halten können?
Für viele Produkte gibt es mittlerweile international gültige Zertifikate. Vieles davon wird man im kleinen Holzhausener Ladengeschäft finden, so die junge Geschäftsgründerin. Schwerpunkt wird auch Kleidung sein – vieles davon hergestellt von Designern und Künstlern aus der Region. “Auch die brauchen eine Plattform, wo sie ihre Arbeiten zeigen können", meint Suzanne Korb. "Die möchte ich bieten. Wer will, kann sich bei mir melden."
Die Testphase will sie vorschalten, um auch herauszubekommen, welche Produkte nachgefragt werden. Ob es die Knabbereien aus aller Welt sind, Gewürze, Tees und Schokoladen aus fairer Produktion, ob es die ersten Produkte Leipziger Handwerker und Künstler – ihre "Perlen" – sind. Oder gar die Bücher aus der kleinen Schmökerecke, in der sie die wissensreichen Bücher zum Thema anbieten will. „Und Krimis", fügt sie schmunzelnd hinzu.
Getestet wird bis April. Dann soll's eine offizielle Ladeneröffnung geben. Geöffnet ist immer samstags 10 bis 18 Uhr. Und wer nicht mit Fahrrad oder Auto hinkommt, kann mit dem Interconnex nach Holzhausen fahren.
Auf der Website kann man sich auch am heimischen PC informieren. Bestellungen sind auch per Fax oder e-Mail möglich.
Am Dienstag, 20. Januar, um 20 Uhr liest Suzanne Réko übrigens aus ihrem Buch "Rubens/Mondscheinsonate" im Tee Keller der Michaeliskirche am Nordplatz. Der Eintritt dazu ist frei.
Weibliche Verstärkung für Leipzigs Krimiszene: Suzanne Réko und ein grimmiger Kommissar mit Fan-Gemeinde
Suzanne Réko.
Zeit für neues Leben in der Bude, Knistern am elektrischen Kamin und ein paar neue Morde. Hat Leipzig eigentlich nicht nötig. Aber schon der Blick in die Statistik zeigt: Die Zahl der Straftaten klettert wieder in der Möchtegern-Weltstadt. Es geht wieder rabiater zu auf den Straßen. Da sind ein paar richtig böse Krimis dann schon eher eine Erholung. Die Neue in Leipzig Krimi-Szene heißt Suzanne Réko. weiterlesen
„Wenn jeder hier im Raum begreift, dass Energiesparen nötig ist und beim eigenen Griff zum Lichtschalter beginnt, dann ist es egal, ob es ab heute einen neuen Umweltminister gibt“, machte Schulleiter Thomas Graupner am Dienstag, 22. Mai, im Berufsschulzentrum 7 deutlich, worum es bei der neuen Bildungsinitiative Energie geht. mehr…
Der Vorsitzende der FDP-Fraktion im Leipziger Stadtrat Reik Hesselbarth hat den Beschlussvorschlag von Kulturbürgermeister Faber zur Umsetzung des Finanzierungsanteils für die Freie Szene scharf kritisiert. Denn statt einen Vorschlag zu machen, wie der Stadtratsbeschluss von 2008 bis 2013 erfüllt werden kann, hat Kulturbürgermeister Michael Faber am 16. Mai eine Verschiebung des Termins vorgeschlagen. mehr…
Eigentlich könnten sich die Freunde des Leutzscher Fußballs gedanklich schon in die Sommerpause verabschieden. BSG Chemie Leipzig und SG Leipzig Leutzsch haben beide die Klasse gehalten. Sportlich betrachtet geht es für beide Teams in den letzten Saisonspielen nur noch um die goldene Ananas. Wäre da nicht das grün-weiße Derby am 9. Juni. Die Chemie-Fans nutzen die Gunst der Stunde für eine klare Ansage. mehr…
Die Frage nach den personellen Konsequenzen in der Affäre um die Herrenlosen Häuser entzweit Leipzigs Parteien. Die linke OBM-Kandidatin Dr. Barbara Höll fordert eine Beurlaubung von Verwaltungsbürgermeister Andreas Müller (SPD). Für Leipzigs FDP ist Oberbürgermeister Burkhard Jung der Verantwortliche, Hölls Forderung nur „eine erste wahltaktische Brücke“. mehr…
Am 27. Mai, um 19 Uhr, lädt der Freundeskreis „Gohliser Schlösschen“ e.V. herzlich zu einer „Pfingstlesung“ in den Festsaal des Hauses ein: „Erleben Sie mit uns die abenteuerlichen Geschicke des Reineke Fuchs, und wie es ihm, mehrfach angeklagt und verurteilt, immer wieder gelingt, mit verblüffender Intelligenz, mit Witz und Verschlagenheit, mit Lug und Trug, den Kopf aus der Schlinge zu ziehen, um schließlich sogar 'Kanzler des Reichs' zu werden.“ mehr…
Die Drogenpolitik und der Umgang mit Suchtkranken in Leipzig ist und bleibt offenbar ein heißes Eisen, das von dem einen oder anderen Protagonisten mit mehr oder weniger Eifer am Glühen gehalten wird. So schlug ein Interview von Michael Burgkhardt in der LVZ hohe Wellen. Der Chef der Bürgerfraktion im Stadtrat, gleichzeitig Suchtmediziner, ging mit der Stadt und dem Umgang mit der Drogenszene Leipzigs hart ins Gericht. mehr…
Am Dienstag, 22. Mai, wurden im Festsaal des Neuen Rathauses die Leipziger Agenda-Preise 2012 verliehen. In fünf Kategorien wurden Preisgelder in einem Gesamtumfang von 14.000 Euro sowie Sachpreise im Wert von rund 10.000 Euro vergeben. mehr…
Die Lebenshilfe Leipzig organisiert vom 8. bis 10. Juni zum zweiten Mal ein Geschwisterseminar mit der renommierten Sozialwissenschaftlerin Marlies Winkelheide (Bremen/Geschwisterkinder.de) und ihrem Team. Dieses wendet sich an die Eltern und Geschwisterkinder in Familien mit behinderten Kindern und findet in der Jugendherberge in Dahlen bei Leipzig statt. mehr…
Den 29. Mai kann, wer Lust hat, sich über diese seltsame Stadt am sächsischen Westrand ein paar Gedanken zu machen, vormerken im Kalender. Es ist ein Dienstag. Und die Stadt lädt ein in die Kongresshalle, konkret in den Händelsaal. Ab 19 Uhr darf man rein und schon mal die Fühler ausstrecken, 19.30 Uhr beginnt die Auftaktveranstaltung für ein Leipziger Zukunftsprojekt. Motto: Leipzig weiter denken. mehr…
Am 24. Mai um 15 Uhr lädt der Garten Annalinde mit Kaffee und Kuchen herzlich zur Eröffnung seiner Gartensaison ein. Seit Juni 2011 gibt es den mobilen Nutzgarten auf der Freifläche hinter der Bibliothek Plagwitz. Neben Kohl und Kartoffeln in Säcken werden dort Radieschen, Salat und Tomaten zusammen mit einer Vielzahl weiterer, teils alter Kultursorten in mobilen Hochbeeten angebaut. mehr…
Das nächste Monatlich Gespräch über Wissenschaft findet am Mittwoch, 23. Mai, um 19:30 Uhr im Haus des Buches (Gerichtsweg 23) statt. Moderiert wird es von Bettina Kremberg und Ulrich Johannes Schneider. Im Mittelpunkt steht Martin Seel, der über "111 Tugenden. 111 Laster" spricht. mehr…
Die Königin der Instrumente, die Orgel, ist zu Pfingsten in der Kirche Zuckelhausen, Zuckelhausener Ring, zu entdecken und zu hören. Am Sonnabend, dem 26. Mai 2012, erläutert Orgelbauer Stefan Pilz bei einer Orgelführung um 10 Uhr die Funktionsweise der Johann-Gottlob-Mende-Orgel (1822). mehr…
Mitteldeutschland befindet sich mitten in der Luther-Dekade. 2012 ist das Jahr der Musik. 2017 jährt sich Luthers Thesenanschlag zum 500. Mal. Und die Evangelische Verlagsanstalt hat ein Heft-Projekt gestartet, das im Mai 2011 mit Nürnberg startete und den Verlag auf Jahre beschäftigen wird: Orte der Reformation. Das wichtigste Heft liegt jetzt mit "Wittenberg" vor. mehr…
In Verfassungsschutzberichten landen nicht nur die wirklich staatsgefährdenden Organisationen. Oft beobachten die Schlapphüte auch Parteien und Vereine, von denen sie die Gefährdung nur vermuten. Manchmal über Jahrzehnte ohne Ergebnis. Da ist es schon erstaunlich, dass die Bundesregierung allein diese Beobachtungen zum Vorwand nehmen will, Vereinen ihre Gemeinnützigkeit abzuerkennen. mehr…
Am 2. Juni beginnt in Leipzig die Automesse AMI. Der Zweijahresturnus, den die Automobilbranche ausgehandelt hat für den Leipziger Branchentreff, zeigt Früchte: Die Aussteller zerreißen sich nicht mehr zwischen den Messen. Die Ausstellerzahl in Leipzig steigt. Das Messetrio aus AMI, AMICOM und AMITEC verzeichnet ein zweistelliges Flächenwachstum von über 10 Prozent. mehr…