Volle Deckung, Leipzig: Die Weihnachtsfichte steht schon!
Ralf Julke
11.11.2009

Leipzigs Feuerwehr musste mit ran beim Aufrichten der Weihnachtsfichte.
Foto: Ralf Julke
Am Montag, 9. November, um 12 Uhr war ihr letztes Stündlein gekommen - zumindest das auf eigenen Wurzeln: Da wurde die diesjährige Leipziger Weihnachtstanne im Vorgarten eines Leipziger Bürgers in Miltitz gefällt - eine etwa 16 Meter hohe Blaufichte.
Anzeige / Verlosung der L-IZ.de:
Die Leipziger, die sich dieser Tage in die Innenstadt verlaufen, können sie schon bewundern. Denn noch am späten Abend gegen 22 Uhr wurde der Baum von der Miltitzer Mittelstraße über Lützner Straße, Antonienstraße, Harkortstraße, Roßplatz, Georgiring, Willy-Brandt-Platz, Hallisches Tor, Brühl, Katharinenstraße zum Marktplatz transportiert. Dort wurde der Vorgartenschmuck am Morgen des 10. November nach Sonnenaufgang aufgerichtet.
Die Tanne wurde der Stadt Leipzig - wie schon im letzten Jahr - kostenlos von einem Bürger als Weihnachtstanne zur Verfügung gestellt. Dass die Fällgenehmigung erteilt wurde, dafür war gesorgt. Die weiteren Kosten für das Fällen und den Transport hat - wie ebenfalls in den Vorjahren - die Firma T.H. Thomsen aus Dänemark übernommen. Sie hatte in früheren Jahren auch selbst Weihnachtsbäume für den Leipziger Weihnachtsmarkt geliefert.
Und damit ist das Wort, vor dem sich manche Leipziger fürchten, schon gefallen. Denn die Vorbereitungen laufen. Auch große Lastkraftwagen mit Hängern voller Holzbuden sieht man dieser Tage stadteinwärts fahren. Die ersten Buden stehen schon auf dem Markt. Nach und nach werden sich auch die Seitenstraßen füllen und dann wird ein Bursche mit rotem Mantel und Rauschebart am Hauptbahnhof (Gleis 12 3/4) aussteigen und für alle hörbar verkünden: "Liebe Leipziger! Ab heute ist Schluss mit Schlendern und Schaufenstergucken! Schluss mit gemütlichem Verweilen auf Straßen und an Straßenpollern. Ab heute gehört die Stadt dem Kaufrausch, dem Glühwein und den Leuten mit den leuchtenden Weihnachtsmützen. Es lebe der Trubel. Ho ho ho."

Wer jetzt nicht an die Weihnachtsgeschenke denkt, wird sich in zwei Wochen durchboxen müssen.
Foto: Ralf Julke
So ungefähr jedenfalls. Knapp zwei Wochen haben die Bauleute Zeit, die Buden aneinander zu rücken, kleine Bäumchen und wilde Rehe auf die Dächer zu pinnen, Versorgungsleitungen für Wasser, Strom und noch mehr Glühwein zu legen und lauter leuchtende Sterne über die Straßen zu hängen. Damit auch jeder, der jetzt von blauen Stränden träumt, weiß: Leipzig ist vier Wochen lang das Reiseziel von 1.000 Bussen, 100 Sonderzügen und 1 Million Privat-Pkw, vollgepackt mit fröhlichen Menschen aus Nah und Fern und Morgenland. Und alle freuen sich, wenn sie sich - mit flackernden Weihnachtsmützen - ins wonnige Gewühl stürzen dürfen.
Auch die Polizei freut sich, denn jetzt hagelt es wieder Diebstahlsanzeigen, werden Handtaschen verschwinden, Handschuhe, Navigationsgeräte, tragbare Computer und Kameras. Das Meiste nie wieder auffindbar. Aber das gehört zum Fest genauso wie die berühmten, beliebten, herzerweichenden Weihnachtslieder, die vier Wochen lang aus allen Lautsprechern dudeln.
Noch nicht genug? Später mehr. Der Marktleiter, der für den Spaß verantwortlich ist, hat nächste Woche zum Presse-Aufwärmen eingeladen.
Für alle, die nicht zwangsläufig trubeln wollen, hier die Vorwarnzeit: Vom 24. November bis 22. Dezember wird diese schöne Blaufichte, mit rund 300 roten und rund 300 goldenen Kugeln sowie etwa 3.000 Lichtern geschmückt, wieder heimelig leuchten über dem Leipziger Weihnachtsmarkt auf dem Marktplatz vorm schönen Alten Rathaus. Abgebaut wird sie erst am 4. Januar 2010. Und dann wird wirklich Kleinholz gemacht aus ihr. Bis nächstes Jahr. Bis der nächste Vorgarten seinen Schmuck los wird.
Für die Leipziger heißt das: Ab jetzt sind's noch genau 13 Tage, die man zum Weihnachtseinkauf in der Innenstadt nutzen kann. Danach wird’s zum Belastungstest für Nerven, Füße und Ohren. Der Baum auf dem Markt ist die letzte Warnung.
Cherchez la femme, sagen die Franzosen. Und gehen aus eigener Erfahrung davon aus, dass die wirklich zukunftsträchtigen Projekte in dieser Welt vielleicht von Männern gemacht werden – aber niemals ohne die tatkräftige Unterstützung kluger Frauen. Das trifft auch auf Leipzigs einst berühmte Verlage zu.
mehr…
Fast hätte ich es vergessen: Allerheiligen am 1. November ist auch ein Feiertag in Guatemala. Nur wird er ein wenig anders zelebriert. Die einen schieben sich durch Santiago Sacatepecez, um bei dem Drachenfestival auf dem Friedhof des kleinen Ortes böse Geister zu vertreiben. Die anderen wollen das Pferderennen im Bergdorf Todos Santos (nahe der mexikanischen Grenze) ansehen.
mehr…
Es ist nicht leicht, in Zusammenhängen zu denken. Und noch schwerer ist es, falsche Entscheidungen zu revidieren. Da beginnt der Stolz. Oder die Sturheit. Auch am Fallbeispiel "Stadtteilcenter" Lindenau. Wie es aussieht, wollen die meisten Stadträte am 24. März den Bebauungsplan einfach durchwinken.
mehr…
Seit der Eröffnung vor knapp vier Wochen besuchten fast 3.000 Gäste die Ausstellung "Funde, die es nicht geben dürfte. Brunnen der Jungsteinzeit in Sachsen" und durchweg alle waren tief beeindruckt. Viele äußern ihre Begeisterung mündlich oder im Besucherbuch.
mehr…
Zum zweiten Dölziger Gespräch lädt der Kirchenvorstand der evangelischen Kirchgemeinde Dölzig am Dienstag, 23. März, herzlich ein. Zu Gast wird der Präsident der Landesdirektion Leipzig Walter Christian Steinbach sein.
mehr…
Was wird aus dem alten brachliegenden Güterbahnhof Plagwitz? – Das ist Thema einer Veranstaltung am Dienstag, 23. März, zu der der Zollschuppen e.V. und die "Initiative Bürgerbahnhof Plagwitz" einladen.
mehr…
In der sexuellen Hochphase seines Lebens ist der Mann allgemein begabt, umsichtig und beflissen. Da ist er zirka 16 Jahre alt. Vorher war das ganze noch schöner mit ihm. Allgemein gesagt - einfach ein Schöpfungs-Traum, dieser Mensch. Und über Frauen sprechen wir heute noch nicht einmal!
mehr…
Roadrunner Records waren Ende der Achtziger und Anfang der Neunziger das wichtigste Label in Sachen Heavy Metal. Die teils amerikanische Plattenfirma hat den Death Metal-Boom entscheidend mit geprägt und mit Sepultura, später Soulfly extrem erfolgreiche Gruppen unter Vertrag. Inzwischen wandelt sich das Bild von der beinharten Metal-Maschine.
mehr…