Kanalnachbarschaft: Stippvisite bei Ute Volz, Geschäftsführerin des Halle 14 e.V.
Iris Rösch, Regine Thümmler und Kerstin Grießmeier
15.12.2009
Kunstwerkstatt Halle 14.
Das Projekt "Kanalnachbarschaften" wurde in der L-IZ am 26. November vorgestellt. Seitdem waren die jungen Webdesignerinnen fleißig: übermorgen soll ihre Website ans Netz gehen. Die ersten Lokaltermine rechts und links des Karl-Heine-Kanals haben sie absolviert. Den ersten in der Halle 14 der Baumwollspinnerei.
Anzeige
Dort sprachen sie mit Ute Volz, der Geschäftsführerin des Halle 14 e.V., über Kunst, Vermittlung und den Leipziger Westen.
Frau Volz, wie kommt man auf die Idee, eine riesige, verfallene Fabrikhalle auf dem Spinnereigelände für Kunstprojekte zu nutzen?
Die Idee stammte von dem Münchner Kunstsammler Karsten Schmitz, der die Halle 2002 zum ersten Mal sah und ihr Potenzial erkannte. Die finanzielle Unterstützung durch seine Stiftung Federkiel machte unsere Arbeit hier möglich.Wir haben mit Ausstellungen im unsanierten Rohzustand begonnen. In der Zwischenzeit wurden die 20.000 Quadratmeter hier schrittweise instandgesetzt und saniert. Dadurch können auch unsere Projekte wachsen. Inzwischen sind wir ein eigenständiger Verein, der Halle 14 e.V. und unsere Schwerpunkte sind internationale Gruppenausstellungen auf den großen Ausstellungsflächen, ein Kunstvermittlungsprogramm für Kinder und Jugendliche, unsere Kunstbibliothek und – ganz neu – die Veranstaltungsreihe LOUNGE14, wo wir einmal monatlich ein Forum für Diskussionen über zeitgenössische Kunst eröffnen. Die erste Lounge fand am 3. Dezember statt. Dabei sollen aber nicht nur Kunstexperten unter sich sein – als Plattform mit Saloncharakter soll sie Kunstinteressierte und alle, die es werden wollen, ansprechen.
Ute Volz.
Foto: Karin Lange
Wie kann ein Verein die Sanierung für ein so großes denkmalgeschütztes Gebäude stemmen?
Als wir 2007 die Finanzierungszusage für ein EU-Projekt zum Bau unseres Besucherzentrums erhielten, standen wir vor einer recht grotesken Situation: Einerseits war das Dach der Halle völlig undicht, andererseits sollte hier nun ein Besucherzentrum entstehen. Im Nachhinein war dies wohl genau der richtige Weg, wir konnten unsere Förderer überzeugen, dass wir es ernst meinen und die Dachsanierung konnte schließlich finanziert werden. Inzwischen hat sich auch auf den Ausstellungsflächen viel getan und im Keller entstehen Lager und Werkstätten, momentan geht es mit der Sanierung der Außenfassade weiter. Unser neuestes Projekt ist ein Kursraum für die „Kreativen Spinner“. Wir gehen also Schritt für Schritt vorwärts, doch die Finanzierung ist immer problematisch, weil die Größe der Halle auch hohe Kosten für jede Baumaßnahme bedingt.
Auf Ihrer Webseite sprechen Sie auch Privatpersonen als Förderer Ihres Projektes an. Wie stark setzen Sie auf private Förderer?
Jeder kann Förderer der Halle14 werden. Damit wollen wir unser Förderkonzept erweitern – einerseits um Geld einzuwerben, andererseits um die Zusammenarbeit zwischen der Halle14 und anderen Kunsteinrichtungen und Künstlern voranzutreiben. Darüber hinaus erhalten wir Unterstützung durch unterschiedliche Stiftungen und die Stadt Leipzig. Je nachdem, was gefördert werden soll, kann da durchaus eine bunte Landschaft an Geldgebern entstehen. Direkte Unterstützung in Form einer Schenkung erhalten wir auch aus der Schweiz: Unsere Kunstbibliothek mit etwa 30.000 Büchern und anderen Medien wurde im Wesentlichen aus dem Archiv der Kunstmesse Art Basel aufgebaut. Sie wird jährlich erweitert.
Halle 14: Hier begegnen Kinder der Kunst ...
Foto: Karin Lange
Eines Ihrer Projekte sind „Die Kreativen Spinner“, ein Kunstvermittlungsprogramm für Kinder und Jugendliche. Was macht Kreative Spinner?
Die Idee hinter dem Projekt ist, Kindern und Jugendlichen unterschiedliche Zugänge zur Kunst zu ermöglichen und dabei das unglaubliche Potenzial der Spinnerei zu nutzen, die viele Künstler als Arbeitsort gewählt haben. In gemeinsamen Projekten und Workshops mit Künstlern und Ausstellungsmachern des Spinnereigeländes lernen sie Kunst durch authentische Begegnungen kennen. Im Gegensatz zu anderen Kunstvermittlungsprogrammen, die auf Selbstverwirklichung, Kreativitätsschulung oder auf das Erlernen von verschiedenen handwerklichen Techniken konzentriert sind, wollen wir die Hemmungen abbauen, Kunst zu begegnen.
... und richtigen Künstlern.
Foto: Karin Lange
Wie funktioniert das?
Die Kinder begegnen dem Künstler, erfahren direkt wie und womit er arbeitet. Einiges können sie auch selbst ausprobieren – also schon eine Art handwerklicher Schulung, die aber zeigen soll, was aus diesem Handwerk entstehen kann. Es geht nicht darum, aus den Kindern kleine Künstler zu machen, sondern die Welt einmal aus anderen Augen zu sehen. In einem Workshop lernten die Kinder etwa die Künstlerin Christiane Baumgartner kennen, die Geschwindigkeitsmotive in einer sehr langwierigen Technik, dem Holzschnitt, darstellt – in der direkten Auseinandersetzung konnten sie hinterfragen und verstehen, warum sie das tut. Für die Künstler ist dieser Ansatz ebenfalls interessant und spannend.
Die Halle 14 ist mittlerweile ein recht großes Kulturprojekt. Arbeiten Sie auch mit bislang weniger etablierten Kunsteinrichtungen zusammen?
Ja, es gab schon eine Zusammenarbeit mit dem Kunstraum D21. Wir wollen uns im Stadtteil vernetzen. Dabei können auch feste Kooperationen entstehen. Dabei geht uns nicht um eine Konkurrenz – wir wollen gemeinsam den Stadtteil beleben. Zudem können wir unsere riesige Halle 14 mit ihren fünf Etagen ohnehin nicht alleine füllen und haben deshalb von Beginn an Partner gesucht, die zu uns passen. So nutzen die Columbus Art Foundation und Universal Cube unabhängig von uns Ausstellungsflächen in der Halle. Unser Netzwerk außerhalb der Spinnerei ist uns aber vor allem wichtig, weil wir schon aus baulicher Sicht einen Inselcharakter haben aber nicht im eigenen Saft schmoren wollen.
Was zeichnet für Sie persönlich Plagwitz aus? Wohnen Sie selbst im Leipziger Westen?
Ja, ich wohne in Plagwitz, habe allerdings auch noch keinen anderen Stadtteil als Wohnviertel kennengelernt. Ich empfinde Plagwitz als sehr vielseitig und im Fluss. Man merkt, hier passiert was. Auch die verschiedenen Akteure, Unternehmen oder Initiativen aus dem Kulturbereich engagieren sich sehr für ihren Stadtteil. Interessant ist, dass Plagwitz ihnen einen Freiraum lässt, wo Bewegung noch möglich ist. In vielen anderen Städten gibt es dieses Potenzial nicht mehr.
Die Straße des 18. Oktober ist lang. Länger, als mancher denkt. Sie beginnt am Bayrischen Platz, führt schnurstracks zum Deutschen Platz und danach quer durchs alte Messegelände zum Völkerschlachtdenkmal. Eigentlich ist sie auch die Magistrale der Alten Messe, auch wenn sie derzeit nicht so aussieht. Aber sie soll wieder so aussehen. Stückweise ab 2013. mehr…
In „Voland & Quists Literatursalon“ im Horns Erben (Arndtstraße 33) tritt am Freitag, 10. Februar, ab 20 Uhr die Dresdner Lesebühne Sax Royal auf. Sax Royal sind der Kolumnist, Blogger und Moderator Michael Bittner, der Poetry-Slam-Bühnenheld Julius Fischer („Ich will wie meine Katze riechen“), der Lyriker und Prosaist Roman Israel, der Erzähler, Cartoonist und E-Orgel-Alleinunterhalter Max Rademann sowie Stefan Seyfarth. mehr…
„Anders wachsen – Eine sächsische christliche Initiative gegen die Ideologie des Wirtschaftswachstums“ lautet das Thema eines Vortrags- und Gesprächsabends am Freitag, 10. Februar. Die Veranstaltung im Pfarrhaus der Gnadenkirche Leipzig-Wahren, Rittergutsstraße 2, beginnt um 20 Uhr. mehr…
Die Selbsthilfegruppe für Kinderlose sucht neue Mitstreiter zum regelmäßigen Erfahrungsaustausch. Nächster Treff ist am kommenden Mittwoch, 8. Februar, um 19 Uhr im Soziokulturellen Zentrum „Die Villa“ (Beratungsraum 3. Etage, Lessingstraße 7), teilt das Gesundheitsamt mit. mehr…
Ganz unbekannt ist Anne Dorn als Lyrikerin nicht. Aber trotzdem feiert die 1925 in Wachau bei Dresden Geborene mit 86 eine Premiere: Erstmals erscheinen ihre Gedichte in einem eigenen Band - und das noch als Nummer 1 der Reihe "Neue Lyrik", die im Poetenladen erscheint. Ein Auftakt in Quittegelb. mehr…
Die Fördermittelvergabe durch den schwarz-gelb regierten Freistaat orientiere sich offenbar weniger an den tatsächlichen Problemlagen als an Parteipräferenzen, meint Ilse Lauter. Eine solche Einschätzung lege die jüngste Analyse der Dresdner Vergabepraxis für die Jahre 2007 bis 2010 nahe, nach der Leipzig insgesamt 600 Millionen Euro weniger Mittel erhalten hat als die Landeshauptstadt. mehr…
„Zum jetzigen Zeitpunkt sind Kürzungen bei der Förderung im Bereich erneuerbare Energien und energieeffizientes Bauen das völlig falsche Signal. Es fehlt ein schlüssiges Gesamtkonzept. Die Energiewende ist so nicht zu schaffen“, erklärt Reinhard Schröter, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer zu Leipzig, vor der Sitzung des Vermittlungsausschusses (8. Februar) zwischen Bund und Ländern zur steuerlichen Förderung der energetischen Gebäudesanierung. mehr…
Das Viertelfinale im europäischen Cupwinners Cup ist für die Handballerinnen des HC Leipzig zum Greifen nah. Im Achtelfinal-Hinspiel am Sonntag gab die Madsen-Sieben ihren mazedonischen Gästen von Metalurg Skopje einen 12-Tore-Rucksack mit auf die Heimreise. Ob der schwer genug ist, wird sich bereits am kommenden Sonntag herausstellen. mehr…
Die beiden sind eigentlich putzig. Mutti macht in Frankreich Wahlkampf und der Kleine kommt sicher auch mal vorbei, wenns 2013 losgeht. Obwohl man kaum glaubt, dass dies etwas nützen sollte. Und natürlich nur wenn er gegen den bösen Sozialisten die Wahl gewinnt. Heute saßen sie traut vereint vor der ZDF-Kamera und erklärten die Welt. mehr…
Martin Scorsese ist Cineasten bekannt für harte Stoffe. Seine Mafia-Trilogie hat längst Kultstatus. Zuletzt tischte er dem Publikum mit "Shutter Island" (2010) einen düsteren Psychothriller auf. Sein Kinderfilm-Debüt "Hugo Cabret" entpuppt sich dagegen als leicht verdauliche Kost höchster Güte. mehr…
Kettcar ist mit "Zwischen den Runden“ zurück. Und wie! Vor allem anders als erwartet. War ihre letzte Scheibe „Sylt“ eine wütende, eher weniger positive Bestandsaufnahme der Gegenwart, so dominieren jetzt die persönlichen, auch ruhigeren Töne. Auf einmal gewinnen die Texte enorm an Bedeutung. Für Radio Mephisto ist die CD schon jetzt das Album der Woche. mehr…
Armin Zarbock ist Schauspieler. Sonst oft in den Leipziger Cammerspielen zu sehen, verschlägt es ihn am 8. Februar ins Horns Erben. Zusammen mit Susanne Bolf und August Geyler erzählt er die Geschichte von Adolf Südknecht und Familie. Mal historisch verbürgt, mal halb wahr, mal völlig erfunden. Armin Zarbock erzählt mehr. mehr…
"Stellplatzbaupflicht - Fluch oder Segen?" heißt eine Veranstaltung im Tapetenwerk am 8. Februar. In der "K3 Werkstatt" im Haus K diskutieren Verkehrsexperten über den Sinn oder Unsinn von Parkplätzen. Die so genannte Stellplatzbaupflicht gehört dazu. Jürgen Kasek, Vorsitzender BUND Regionalgruppe Leipzig, gab der L-IZ im Interview einen Einblick rund um das Auto und seinen Stellraum. mehr…
Dietmar Pellmann rechnet gern. Eigentlich ist der Landtagsabgeordnete der Linken studierter Historiker. Aber mit Zahlen lässt sich Geschichte ganz hübsch illustrieren. Diesmal hat er den Finanzminister nach den sächsischen Staatspensionären gefragt. 4.519 gab es davon zum Stichtag 31. Dezember 2011. Dazu 816 Witwen und Waisen. mehr…
Während Bürgerinitiativen in Frankfurt, München, Berlin und Leipzig verzweifelt darum kämpfen, den Fluglärm über ihren Köpfen eingedämmt zu bekommen, hat die EU-Kommission gerade eine Verordnung auf den Weg gebracht, die Betriebsbeschränkungen an Flughäfen aufheben kann, wenn sie den Wettbewerb einschränken. mehr…