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Sotheby’s Auktion: Stadtgeschichtliches Museum und HMT ersteigern wertvolle Mendelssohn-Autographe

Redaktion
Mendelssohn-Handschrift.
Mendelssohn-Handschrift.
Foto: Sotheby’s
Vor einigen Tagen gelang es dem Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig und der Hochschule für Musik und Theater Leipzig, je ein Konvolut von Felix Mendelssohn Bartholdy bei Sotheby’s in London zu ersteigern. Ein doppelter Glücksfall für Leipzig.

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Denn insgesamt 28 Seiten unveröffentlichtes Mendelssohn-Material konnte so an zwei Leipziger Institutionen und damit in die öffentliche Hand geholt werden.

Das Stadtgeschichtliche Museum erwarb insgesamt 17 Seiten autographe Aufzeichnungen des Komponisten von 1838/39, die sich auf seinen zentralen Leipziger Wirkungsbereich als Kapellmeister des Gewandhausorchesters beziehen. Es handelt sich um drei Entwürfe von Schreiben an die damaligen Stadtoberen, in denen er auf die Umstände der Leipziger Orchestermusiker eingeht und deren finanzielle Situation schildert. Die Entwürfe seien insofern von hoher Bedeutung, teilt das Museum mit, als die Endfassung des Schreibens zwar den Rat der Stadt erreicht hat, aber mittlerweile als verschollen gilt. Das Bild Mendelssohns von einem Orchesterleiter, der sich sozial engagiert und sich der finanziellen Nöte und Belange seiner Orchestermusiker annimmt, werde mit den Schriftstücken untermauert und bekräftigt.

HMT-Rektor Prof. Robert Ehrlich mit Versteigerungsnummer bei Sotheby's.
HMT-Rektor Prof. Robert Ehrlich mit Versteigerungsnummer bei Sotheby's.
Foto: Benjamin Mandler
Dank der Unterstützung durch die Kulturstiftung der Länder und der Hieronymus-Lotter-Gesellschaft e.V. konnte der Ankauf vollumfänglich finanziert werden, teilt das Museum mit. Ende Juni werden die Kostbarkeiten im Museum eintreffen, danach erfolgt eine inhaltliche Erschließung und Transkription der Schriftstücke und in absehbarer Zeit eine entsprechend fachlich untermauerte Präsentation und Vorstellung der Dokumente.

Die Hochschule für Musik und Theater konnte eine bislang unbekannte „Geburtsurkunde“ der HMT Leipzig ersteigern. Im April 1840 schrieb Felix Mendelssohn Bartholdy den Entwurf einer Petition an König Friedrich August II. von Sachsen. Dieses bislang unbekannte Dokument enthält Mendelssohns erste detaillierte Gedanken zur Gründung der ersten deutschen Musikhochschule – das 1843 gegründete Konservatorium, heute die international renommierte HMT Leipzig, an der Musiker von Edvard Grieg bis Kurt Masur studieren sollten.

Die von der HMT ersteigerte Handschrift Felix Mendelssohn Bartholdys.
Die von der HMT ersteigerte Handschrift Felix Mendelssohn Bartholdys.
Foto: Sotheby’s
Die eng beschriebene elfseitige Handschrift wurde persönlich von Rektor Prof. Robert Ehrlich bei Sotheby’s in London für 22.000,00 Euro ersteigert und am Mittwoch, 23. Juni, ins Archiv der HMT gebracht, wo es nun der Forschung zugänglich gemacht wird. Der Kauf wurde mit Unterstützung vieler großzügiger Spenden, unter anderem der Sparkasse Leipzig, der Leipziger Stadtbau AG, Aengevelt Immobilien und der Kulturstiftung der Länder, möglich gemacht.

„Ich bin überglücklich, die ,Geburtsurkunde‘ der HMT zurück nach Leipzig geholt zu haben“, so Rektor Ehrlich. „Dieses Dokument enthält enorm viele Details, die nun wissenschaftlich ausgewertet werden. Ich verspreche mir eine Vertiefung unseres Verständnisses, wie und warum Mendelssohn die Gründung der ersten deutschen Musikhochschule in Leipzig erreicht hat.“

www.stadtgeschichtliches-museum-leipzig.de

www.hmt-leipzig.de


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