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Blütenmond: Leipzig bekommt nun doch noch einen Schumann-Tag am 12. September

Redaktion
Blütenmond.
Blütenmond.
Foto: A. Liebich
Robert Schumann kam als Siebzehnjähriger nach Leipzig. Jura begann er hier zu studieren, doch seine Liebe galt der Musik. In keiner anderen Stadt schuf er so viele Werke. In Leipzig gründete er die Neue Zeitschrift für Musik. Hier nahm die Liebesgeschichte zur neun Jahre jüngeren Ausnahmepianistin Clara Wieck ihren Anfang, die er 1840 heiratete.

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Am 12. September 2010 jährt sich der Hochzeitstag von Clara und Robert Schumann zum 170. Mal. An diesem Tag erschließen Musiker, Sänger und Tänzer, klingende Bäume und Schauspieler einige Lieblingsplätze von Clara und Robert Schumann in Leipzig, Stationen ihres Lebens und nicht zuletzt die Landschaft.

Eine geführte Radtour verbindet bei der ganztägigen Veranstaltung "Blütenmond" Leipziger Schumann-Orte miteinander. Der Start dazu wird 10 Uhr am Grassimuseum vollzogen. Im Zentrum des Tages steht ein großes Schumann-Fest im Gut Mölkau und dem anliegenden Zweinaundorfer Park (11 - 14 Uhr).

Die Harfenistin Christina Engelke bei einer Probe im Zweinaundorfer Park.
Die Harfenistin Christina Engelke bei einer Probe im Zweinaundorfer Park.
Foto: Angela Liebich
Einem Tagebucheintrag Robert Schumanns aus dem Park entstammt die romantische Wortschöpfung „Blütenmond“, die zum Motto dieses Leipziger Schumann-Tages wird. Musik und Lesung laden 16 Uhr in die Schönefelder Hochzeitskirche ein. Durch eine Liedermatinee und einen Stadtspaziergang am Vormittag sind mit Schumann-Haus und Coffe Baum weitere Schumann-Orte einbezogen. Am Abend schließlich wird der Bogen bis zu Robert Schumanns Sterbeort Bonn-Endenich gespannt. Die Bonner Tanztheatergruppe bodytalk beschließt den Lebens- und Schaffensbogen Schumanns in „Blütenmondnacht - Der Unvollendenich“ aus der Perspektive Clara Schumanns.

Besonders vielfältig ist das Schumann-Fest für die ganze Familie in Leipzig Mölkau: In der Dorfkirche gibt es Schumann-Orgelmusik, im Park singen Chöre und spielen Kammermusikensembles, an den Brücken stößt man auf Sängerinnen und Leser von Schumannbriefen. Es gibt einen Tanzkurs mit Tänzen der Biedermeierzeit, Klanginstallationen und Tänzerinnen überraschen im Park. Kinder können Klangdroschken bewegen, unterm Hörspielbaum Schumann-Geschichten lauschen, Papier schöpfen oder sich an der Schatzsuche nach Schumanns steinerner Bank beteiligen. Ein großes Wiesenkonzert wird alle im Park vereinen, und zum Schluss gibt es auf der Hauptbühne ein Schumann-Finale mit einer kleinen Clara und einem großen Schumann-Chor.

Initiatoren des Blütenmond-Tages sind FlügelschlagVariationen e.V. und Leipziger Notenspur-Initiative. Notenspur-Initiator Werner Schneider ist begeistert über die schöpferische Zusammenarbeit mit dem FlügelschlagVariationen e.V. unter der Leitung von Anja-Christin Winkler und den weiteren Projektpartnern Schumann-Verein Leipzig, Kultur- und Heimatverein Mölkau, ADFC Leipzig, Jugendclub und Schulen aus Mölkau, Gymnasium Engelsdorf, Kirchgemeinden Mölkau und Schönefeld sowie vielen Schumann-Begeisterten aus Mölkau und Leipzig. Er meint: „Das Zusammenspiel von so genannter Basiskultur und Hochkultur an diesem Tag ist herausfordernd und beflügelnd. Besonders froh bin ich darüber, dass wir mit dem Projekt jüngere Leute ansprechen können, weil Schumann aus den Konzerthäusern hinaus in die Stadt geht, in der er 16 Jahre als Jugendlicher, Student und junger Familienvater gelebt hat.“

Christina Engelke, Yoshiko Waki und Marlen Schumann (v.l.n.r.) bei der Probe.
Christina Engelke, Yoshiko Waki und Marlen Schumann (v.l.n.r.) bei der Probe.
Foto: Angela Liebich

Zu den Schumann-Begeisterten, die das Schumann-Fest mitgestalten, gehört die Harfenistin Christina Engelke: „Ich wohne neben dem Zweinaundorfer Park, in dem Robert Schumann mit seiner Frau Clara den Hochzeitsnachmittag verlebte. Es ist für mich besonders schön, diese Geschichte gemeinsam mit den Leipziger Vokalromantikern in der wundervollen Atmosphäre des Gutsparks musikalisch bewusst zu machen.“ Am vergangenen Wochenende traf sich die Harfenistin mit Tänzern aus Leipzig und Bonn im Zweinaundorfer Park. Bei der Probe vor Ort erstanden erstmals „Sequenzen - Tanzszenen zum Hochzeitstag“ die am 12. September im Zweinaundorfer Park ihre Uraufführung erleben.

Yoshiko Waki, japanische Choreografin aus Bonn, träumt davon, „dass Musiker, Darsteller und Tänzer wie ein kleiner Wirbel-Wind durch unsere Besucher fliegen“. Ihre Choreographie- und Tanzpartnerin Marlen Schumann aus Leipzig pflichtet ihr bei: „Ich finde es sehr spannend, dass sich so viele verschiedene Künste an einem Tag zu Schumanns Musik und Leben auseinandersetzen. Die Gestaltung ist sehr vielseitig und wird auf verschiedenen Ebenen stattfinden. Für mich ist es künstlerisch spannend mit dem Park und den Tänzern kreativ umzugehen. Wir finden Bilder zu den Schumanns, Momente die auftauchen, zum Entdecken sind und wieder vergehen - am Ende aber ein vielseitiges Bild ergeben.“

www.notenspur-leipig.de/bluetenmond

www.fluegelschlagvariationen.de

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