10. September ist Welt-Suizid-Präventionstag: Zahl der Suizide in Leipzig gefallen
Redaktion
10.09.2010
Zahl der Suizide in Leipzig gesunken.
Foto: Ralf Julke
Der 10. September ist Welt-Suizid-Präventionstag. Das Wort Prävention kommt nicht ohne Grund drin vor. Denn Selbsttötungen sind kein unfassbares Naturphänomen. Sie haben Gründe und Ursachen und sogar lokale Schwerpunkte. In Sachsen stieg 2009 die Zahl der Suizide wieder.
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Insgesamt 624 Menschen setzten in Sachsen im Jahr 2009 ihrem Leben selbst ein Ende, 491 Männer und 133 Frauen, teilt das Statistische Landesamt zum Anlass mit. Das entsprach gegenüber dem Vorjahr einem Anstieg um 1,3 Prozent. Die Suizidrate betrug 14,9 Suizide je 100.000 Einwohner (2008: 14,6).
Aber nicht erst, seit das Institut für Länderkunde die Selbsttötungszahlen für Deutschland im letzten Jahr kleinteilig in Karten gezeichnet hat, weiß man, dass eine allgemeine Rate für ein Bundesland nur bedingt aussagekräftig ist. Denn selbst innerhalb Sachsens gibt es starke Unterschiede. Und damit auch Ansätze, dem Phänomen vielleicht auf die Spur zu kommen.
Nicht neu ist die Erkenntnis, dass die Mehrzahl der Suizide von Männern verübt wird - 79 Prozent, 491 Fälle im Jahr 2009, was eine Suizidrate von 24,0 Selbsttötungen je 100.000 männlichen Einwohnern ergibt, ein Anstieg gegenüber 2008 um 2,1 Punkte. Die meisten Suizide gab es hier in der Altersgruppe der 65- bis unter 75-Jährigen (111).
Bei Frauen (133) sank die Suizidrate von 7,7 auf 6,2 Suizide je 100.000 Einwohner, das entspricht einem Rückgang um 32 Fälle.
Häufigste gewählte Todesart bei Männern als auch bei Frauen war „Erhängen, Strangulierung oder Ersticken“ (59 Prozent), vor „Vergiftung“ (13 Prozent) und „Sturz in die Tiefe“ (12 Prozent).
Im Jahresverlauf wurden die meisten Suizide im Monat Mai (72), die wenigsten im Juni (41) verübt.
Aussagekräftiger sind die Zahlen zu den räumlichen Verteilungen der Fälle: Der Direktionsbezirk mit der höchsten Suizidrate war Chemnitz mit 17,8 Selbsttötungen je 100.000 Einwohner, gefolgt von Dresden (13,7) und Leipzig (12,6). Und innerhalb des Chemnitzer Bezirks stechen - wie schon in den Vorjahren - zwei Kreise besonders hervor: der Kreis Mittelsachsen mit 20,1 Fällen, zu dem ja seit 2008 auch der einstige Kreis Döbeln gehört, der stets mit überdurchschnittlichen Zahlen hervorstach. Und der Vogtlandkreis mit 18,1 Fällen auf 100.000 Einwohner.
Die Stadt Leipzig hat - so die Statistiker - mit 11,6 die niedrigste Suizidrate zu verzeichnen. Und was in der Meldung des Statistischen Landesamtes untergeht: Die Rate ist seit Jahren rückläufig. 2004 gab es in Leipzig noch 89 Suizide, in den letzten Jahren lag die Zahl stets um die 77, für 2009 melden die Statistiker nun nur noch 60. Das sind auch 8 weniger als in Dresden.
Was trotzdem die Vermutung unterstützt, die wirtschaftliche Entwicklung einer Stadt oder Region könnte beitragen bei der Senkung der Suizid-Rate. In den vergangenen Jahren ging in Leipzig besonders die Selbstmordrate bei Männern zurück. Das tat sie auch 2009 - von 52 Fällen auf 47. Aber diesmal halbierte sich auch die Suizidzahl bei den Frauen beinah: von 25 fiel sie auf 13.
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