Konzert für Kinder in Afghanistan: Kurzinterview mit Kinderhilfe-Initiator Reinhard Erös
Daniel Thalheim
07.11.2011
Engagiert: Dr. Reinhard Eroes in Afghanistan.
Bild: www.kinderhilfe-afghanistan.de
Am Samstag, 5. November, rockte es im Anker für Afghanistan. Reinhard Erös war leider nicht dabei. Für sein Engagement für Afghanistan bekam er 2006 das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse. Reinhard Erös hat sich schon in dem kriegsgeschüttelte Land engagiert, als noch die Sowjets dort aktiv waren. Im L-IZ-Interview gibt Erös einen kleinen Einblick in sein Anliegen.
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Herr Erös, seit vier Jahren gibt es das Konzert für Afghanistan schon - wann fing ihr eigentliches Engagement für Afghanistan an?
Das war schon von 1985 bis 1990. Zu einer Zeit, als die Sowjetunion das Land zu besetzen versuchte. Ich habe mich damals für fünf Jahre von meinem Arbeitgeber Bundeswehr unbezahlt beurlauben lassen und unter dem Schutz der Mujaheddin die Zivilbevölkerung in den Bergdörfern Ost-Afghanistans ärztlich versorgt.
Warum fokussieren Sie ihr Engagement auf dieses Land und diese Menschen?
Weil ich es kann und es Sinn und allen Beteiligten Freude macht.
Welche Schwierigkeiten und welchen Zuspruch erfuhren Sie in der Vergangenheit für ihr Engagement?
Die Schwierigkeiten sind nicht nennenswert. Der Zuspruch ist vor Ort und zu Hause in Deutschland großartig. Wir brauchen nur unseren Blick nach Leipzig zu wenden, wo das Afghanistankonzert für regen Zulauf und viele Spenden sorgte.
Welchen Eindruck haben Sie von den Menschen in Afghanistan?
Wir vertrauen uns, begegnen einander in Augenhöhe und - wir mögen uns.
Wie beurteilen Sie den Bundeswehreinsatz in diesem Land?
Seit Oberst Kleins „erfolgreichem Schlag“ vom September 2009 in Kunduz gibt es keinen Unterschied mehr zwischen US-Armee und deutscher Bundeswehr. Oder - um es mit Theodor Fontanes Ballade auszudrücken: „Afghanistan - ein Trauerspiel.“
Wie kann eine Spende für die Kinderhilfe in Afghanistan helfen?
Sie macht unsere Projekte möglich, die nun mal Geld kosten. Die Spenden aus der Benefizveranstaltung in Leipzig von ca. über 4.000 Euro haben in Afghanistan in etwa den 50-fachen Gegenwert von 200.000 Euro. Damit können wir z.B. an unseren Schulen acht Lehrerinnen ein Jahr lang den Lohn bezahlen.
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