Bachfest 2012: Gustav Leonhardt wird mit Gedenkkonzert gewürdigt
Daniel Thalheim
21.01.2012
Gustav Leonhardt (li.) mit Prof. Dr. Dr. h. c. Christoph Wolff bei der Verleihung der Leipziger Bach-Medaille.
Bild: Bach-Archiv/Presse
Wer ist Gustav Leonhardt? Im Dezember 2011 nahm er seinen Abschied vom Dirigentenpult. "Welt Online" titelte über seinen Stil "Weicher als Harnoncourt - und besser gestimmt". Der 1928 im niederländischen ’s-Graveland geborene Träger der Leipziger Bach-Medaille verstarb am 16. Januar. Das Leipziger Bach-Archiv will ihn und sein Lebenswerk zum Bachfest 2012 würdigen.
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"Das Management des Bachfestes Leipzig und der niederländische Dirigent Ton Koopman widmen das am 9. Juni 2012 in der Nikolaikirche Leipzig stattfindende Konzert des Bachfestes Leipzig dem Musiker Gustav Leonhardt", heißt es aus dem Bach-Archiv. Für die dort arbeitenden Bach-Kenner gehörte der Cembalist und Dirigent zu den führenden Wegbereitern einer historisch-orientierten Aufführungspraxis der Stücke von Johann Sebastian Bach.
Warum die Bach-Archiv-Mitarbeiter und Bachfest-Organisatoren Leonhardt mit einem Gedenkkonzert würdigen wollen, teilen sie mit den Worten mit:
"Leonhardt, der seit vielen Jahren eng mit dem Bach-Archiv Leipzig zusammenarbeitete, war der erste Träger der Leipziger Bach-Medaille. Die Auszeichnung wurde ihm im Jahr 2003 im Rahmen des Bachfestes Leipzig durch den Bach-Forscher Prof. Dr. Dr. h. c. Christoph Wolff überreicht."
Seitdem wird beim Leipziger Bachfest jeweils einer herausragenden Musikerpersönlichkeit die Bach-Medaille der Stadt Leipzig verliehen. Die aus Meißner Porzellan gearbeitete Reliefscheibe mit dem Konterfei Bachs bekommen Leute, die sich um die Erbepflege des Bachschen Werks verdient gemacht haben.
Leonhardt war der erste Ausgezeichnete. In den vergangenen Jahren wurden Herbert Blomstedt (2011), Philippe Herreweghe (2010), Frieder Bernius (2009), Hermann Max (2008), Nikolaus Harnoncourt (2007), Ton Koopman (2006), Sir John Eliot Gardiner (2005) und Helmuth Rilling (2004) geehrt.
Leonhardt war schon oft zum Bachfest zu Gast. Aus dem Bach-Archiv heißt es, dass der Bachspezialist in den Jahren 2000, 2002, 2003 und 2007 beim Musikfestival rund um den berühmtesten Thomaskantor Leipzigs dirigierte.
Gemeinsam mit der Sopranistin Dorothee Mields und dem Amsterdam Baroque Orchestra wird der niederländische Dirigent und Meisterschüler Gustav Leonhardts, Ton Koopman, die Kantaten BWV 51, 199 und 202 sowie die Orchestersuite BWV 1066 am 9. Juni aufführen.
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