Der Stadtrat tagt: CDU stellt Antrag auf Fortführung eines Dokumentationszentrums zur Friedlichen Revolution
Daniel Thalheim
25.01.2012
Stadtrat Stefan Billig (CDU)
Foto: Vanessa Raab (Archiv)
Derzeit wird im ehemaligen Stasi-Kinosaal des Museums der "Runden Ecke" eine Sonderausstellung zur Friedlichen Revolution gezeigt. Die Leipziger CDU möchte, dass sie weiterhin gezeigt wird. Ebenso will sie durchsetzen, dass das künftige Einheitsdenkmal ein Dokumentationszentrum erhält, wo die Sonderausstellung dauerhaft untergebracht werden könnte.
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Für die Leipziger CDU-Fraktion bietet die Sonderausstellung zur Friedlichen Revolution im Leipziger Museum "Runde Ecke" einen bewegenden Überblick über die Vorgeschichte und den Verlauf der Friedlichen Revolution in Leipzig. "In einer so konzentrierten Form kann dies keine andere Präsentation leisten", so die Fraktionsmeinung in ihrem Antrag vom 12. Oktober 2011. Doch eine stetige Einrichtung wäre besser.
Grund des heutigen Antrags also, dass derzeit die Zukunft der Sonderausstellung aus Sicht der CDU-Fraktion ungewiss sei. "Sie darf nicht verloren gehen - dies wäre ein unersetzlicher Verlust an Geschichtsvermittlung", heißt es. In der Meinung der CDU-ler in der Ratsversammlung scheint das geplante Einheitsdenkmal die Geschichtsvermittlung nicht ausreichend darzustellen. Deswegen das Dokumentationszentrum in der Nähe des Denkmals. All das wurde in der Dienstberatung des Leipziger Oberbürgermeisters am 10. Januar 2012 als gelesen bestätigt. Gemeinsam mit den Dezernaten Kultur und Jugend, Soziales, Gesundheit und Schule legt man nun der CDU Alternativen vor.
Stefan Billig (CDU Leipzig): ... aus seiner Sicht wurden alle Beteiligten an den Tisch geholt und ein gutes Ergebnis erzielt.
Foto: Vanessa Raab (Archiv)
So soll nach Willen der Stadtverwaltung die Sonderausstellung "Leipzig auf dem Weg zur Friedlichen Revolution" bis Ende August 2012 im Museum in der "Runden Ecke" weitergeführt werden. "Während der verlängerten Laufzeit der Sonderausstellung soll diese durch den Veranstalter evaluiert ... werden." Grund: Die Verwaltung erwartet einen Vorschlag für die Weiterführung als Dauerausstellung. Ein Dokumentationszentrum lehnt die Stadtverwaltung zwar nicht ab, verfolgt aber derzeit diese Idee offenbar so nicht. Denn: "Die Stadtverwaltung wendet sich an die Deutsche Bahn AG mit dem Ziel, die City-Tunnel-Station am 'Wilhelm-Leuschner-Platz/ Platz der Friedlichen Revolution' dauerhaft zum Thema Friedliche Revolution zu gestalten."
Begründungen für die kurze Verlängerung der Sonderausstellung und das Ausweichen einer Ausstellung in einer U-Bahn-Station liefert die Verwaltungsvorlage auch. So sei die betreffende Doku-Schau zur Wendezeit schon mehrfach verlängert worden und der Stasi-Kinosaal für Sonderveranstaltungen des Schulmuseums nicht mehr nutzbar. Diese wurden kostenintensiv in die Vorhalle des Neuen Rathauses verlegt.
Außerdem gebe es einen Nutzungsvertrag, der das unterbinde. Zudem schlugen die Leiter des Stadtgeschichtlichen Museums und des Zeitgeschichtlichen Forums Leipzig nach Sichtung der Sonderausstellung eine Evaluierung und eine Änderung der Präsentation vor.
Live aus dem Leipziger Rathaus
Foto: L-IZ.de
Selbst wenn das der Kurator der Ausstellung, das Bürgerkomitee Leipzig e.V., das ganze eigenständig überarbeiten und an einem anderen Ort ausstellen würde, könnte das Mehrkosten verursachen, so weiter in der Verwaltungsmeinung. Die Museumsleiter des Stadtgeschichtlichen Museums und des Zeitgeschichtlichen Forums lehnten den Vorschlag eines weiteren Dokumentationszentrums ab, weil es in der Bundesrepublik genügend Beispiele gebe, dass das auch mit einer Neugestaltung von U-Bahnhöfen gehe.
Das könne als "Wegweiser" dienen, die Ausstellungen in den musealen Einrichtungen und auch die des Bürgerkomitees zu nutzen. Zudem würde ein neues Museum noch mehr Kosten für die Kommune verursachen, die aufgrund der angespannten Haushaltslage nicht mehr zu stemmen seien.
Antragsteller Stefan Billig (CDU) akzeptiert die Verwaltungsmeinung, weil aus seiner Sicht alle Beteiligten an den Tisch geholt wurden und ein gutes Ergebnis erzielt wurde. Eine große Mehrheit stimmt in der anschließenden Abstimmung der Verwaltungsmeinung zu.
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