„Wovon Leipziger träumen“: Henner Kotte wünscht sich mehr Leben im Stadtmarketing
Sebastian Beyer | Text: Henner Kotte
02.01.2012
"Leipzig wäre zu wünschen, dass endlich Bürger die Stadt präsentieren, die für sie brennen" (Henner Kotte am Pult bei "Texte an der Theke" im Leipziger Studentenkeller)
Foto: Sebastian Beyer
Zwar ist er in Dresden aufgewachsen, aber als Leipziger fühlt sich Schriftsteller Henner Kotte schon lange. Nicht umsonst spielt die Stadt mit ihren Menschen als Handlungsort in seinen Kriminalromanen eine gewichtige Rolle. Für L-IZ.de schrieb er seinen persönlichen Traum nieder.
Anzeige
Was wäre einer Stadt zu wünschen, wenn nicht, dass sie zu sich selber steht. Denn die, die in ihr wohnen, haben die Liebe zum Wohnort längst empfunden oder sich mit ihm arrangiert. Doch gerade für eine Messemetropole ist es überlebenswichtig, dass sie ein gutes Bild nicht nur im Herzen ihrer Bewohner macht, sondern dass man weltweit über sie spricht. Da hat Leipzig ohne Zweifel viel zu tun. Womit ist die Stadt überregional im Bewusstsein? Mit der toten Heidi, Tierärztin Dr. Mertens und der Belegschaft einer Sachsenklinik. Keine Frage, andere Städte beneiden uns um diese Maskottchen, aber sollten die das Einzige sein, was einem zu Leipzig einfällt?
Für Leipzigs guten Ruf hat die Stadt eine eigens eine Firma etabliert: LTM. Komisch nur, dass selbst die Einheimischen mit den Kürzeln kaum was anzufangen wissen. Verantwortlich zeichnet solches Stadtmarketing für die kaum gelungenen Kampagnen „Leipzig kommt“ und „Leipziger Freiheit“ – außerhalb hat keiner drüber gesprochen, und innerhalb hingen Plakate, die man vergessen konnte. Und sieht man den bezahlten Chef der kommunalen Vermarktung allmonatlich beim Tourismusfrühstück sitzen, schämt man sich ob seiner Worte, die entweder nichts oder wenig mit dem hiesigen Lebensgefühl zu tun haben. Der Mann soll die Stadt verkaufen! Herrn Bremer möchte man den Groschen aus Mitleid in die Sammelbüchse legen. Die Begeisterung machenden Initiativen von Notenspur bis „Leipzig liest“ werden von LTM zur Kenntnis genommen, nicht organisiert.
"Nun mag ja die Posse um den Kulturdezernenten theatrale Potenz besitzen, aber dass der OBM seine kulturellen Flagschiffe in Fahrwasser brachte, ist nicht zu bemerken."
Foto: Sebastian Beyer
Eine Fehlbesetzung auch die Intendanten von Oper und Schauspielhaus. Nun mag ja die Posse um den Kulturdezernenten theatrale Potenz besitzen, aber dass der OBM seine kulturellen Flagschiffe in Fahrwasser brachte, ist nicht zu bemerken. Sie dümpeln nicht mal. Wie Wale sind die Häuser gestrandet und beginnen zu stinken, denn die Menschen schlagen Bogen um sie. Mit Freude hat man neulich die Besucher des Bildermuseums gezählt. Es scheinen mehr geworden, doch nur ob der gesondert zu betrachtenden Namen Rauch, Triegel, Klinger. Die ständigen Sehenswürdigkeiten werden gemieden, aber auch dort wären erwähnte Künstler zu schauen. Eine Diskrepanz, ohne Zweifel.
Grad erst ist das Leipziger Stadtmarketing in die Höhe gegangen. Auch das ein Sinnbild, man residiert im City-Hochhaus. Losgelöst vom urbanen Erleben schaut man auf das, was man vermarkten möchte. Unter den Wolken hat man echt kein Feeling dafür, man hört nichts und sieht auf Leipzig en miniature. Der diesjährige Touristenrekord ist LTMs Wirken nicht zu verdanken. Mensch, diese fürs Marketing Engagierten gehören auf dem Marktplatz geerdet!
Leipzig wäre zu wünschen, dass endlich Bürger die Stadt präsentieren, die für sie brennen und nicht nur am Monatsende einen Gehaltsscheck einstecken. Solche gibt es, ich könnte Namen nennen. Ich träume, dass mich einer nach ihnen fragt.
Biodiversivität ist ein sperriges Wort, dem aber aufgrund weiter um sich greifender Umweltzerstörungen auf unserem Planeten immer mehr Bedeutung zukommt. Die Artenvielfalt auf der Erde ist zunehmend bedroht. 60.000 Tier- und Pflanzenarten stehen auf der Roten Liste. Auch der Leipziger Zoo hat sich die Arterhaltung auf die Fahne geschrieben, gibt 165.000 Euro jährlich für Schutzprojekte aus und hat sich mit dem künftigen Deutschen Zentrum für Integrative Biodiversivitätsforschung (iDiv) einen wichtigen Partner an Bord geholt. mehr…
„Wenn jeder hier im Raum begreift, dass Energiesparen nötig ist und beim eigenen Griff zum Lichtschalter beginnt, dann ist es egal, ob es ab heute einen neuen Umweltminister gibt“, machte Schulleiter Thomas Graupner am Dienstag, 22. Mai, im Berufsschulzentrum 7 deutlich, worum es bei der neuen Bildungsinitiative Energie geht. mehr…
Der Vorsitzende der FDP-Fraktion im Leipziger Stadtrat Reik Hesselbarth hat den Beschlussvorschlag von Kulturbürgermeister Faber zur Umsetzung des Finanzierungsanteils für die Freie Szene scharf kritisiert. Denn statt einen Vorschlag zu machen, wie der Stadtratsbeschluss von 2008 bis 2013 erfüllt werden kann, hat Kulturbürgermeister Michael Faber am 16. Mai eine Verschiebung des Termins vorgeschlagen. mehr…
Eigentlich könnten sich die Freunde des Leutzscher Fußballs gedanklich schon in die Sommerpause verabschieden. BSG Chemie Leipzig und SG Leipzig Leutzsch haben beide die Klasse gehalten. Sportlich betrachtet geht es für beide Teams in den letzten Saisonspielen nur noch um die goldene Ananas. Wäre da nicht das grün-weiße Derby am 9. Juni. Die Chemie-Fans nutzen die Gunst der Stunde für eine klare Ansage. mehr…
Die Frage nach den personellen Konsequenzen in der Affäre um die Herrenlosen Häuser entzweit Leipzigs Parteien. Die linke OBM-Kandidatin Dr. Barbara Höll fordert eine Beurlaubung von Verwaltungsbürgermeister Andreas Müller (SPD). Für Leipzigs FDP ist Oberbürgermeister Burkhard Jung der Verantwortliche, Hölls Forderung nur „eine erste wahltaktische Brücke“. mehr…
Am 27. Mai, um 19 Uhr, lädt der Freundeskreis „Gohliser Schlösschen“ e.V. herzlich zu einer „Pfingstlesung“ in den Festsaal des Hauses ein: „Erleben Sie mit uns die abenteuerlichen Geschicke des Reineke Fuchs, und wie es ihm, mehrfach angeklagt und verurteilt, immer wieder gelingt, mit verblüffender Intelligenz, mit Witz und Verschlagenheit, mit Lug und Trug, den Kopf aus der Schlinge zu ziehen, um schließlich sogar 'Kanzler des Reichs' zu werden.“ mehr…
Die Drogenpolitik und der Umgang mit Suchtkranken in Leipzig ist und bleibt offenbar ein heißes Eisen, das von dem einen oder anderen Protagonisten mit mehr oder weniger Eifer am Glühen gehalten wird. So schlug ein Interview von Michael Burgkhardt in der LVZ hohe Wellen. Der Chef der Bürgerfraktion im Stadtrat, gleichzeitig Suchtmediziner, ging mit der Stadt und dem Umgang mit der Drogenszene Leipzigs hart ins Gericht. mehr…
Am Dienstag, 22. Mai, wurden im Festsaal des Neuen Rathauses die Leipziger Agenda-Preise 2012 verliehen. In fünf Kategorien wurden Preisgelder in einem Gesamtumfang von 14.000 Euro sowie Sachpreise im Wert von rund 10.000 Euro vergeben. mehr…
Die Lebenshilfe Leipzig organisiert vom 8. bis 10. Juni zum zweiten Mal ein Geschwisterseminar mit der renommierten Sozialwissenschaftlerin Marlies Winkelheide (Bremen/Geschwisterkinder.de) und ihrem Team. Dieses wendet sich an die Eltern und Geschwisterkinder in Familien mit behinderten Kindern und findet in der Jugendherberge in Dahlen bei Leipzig statt. mehr…
Den 29. Mai kann, wer Lust hat, sich über diese seltsame Stadt am sächsischen Westrand ein paar Gedanken zu machen, vormerken im Kalender. Es ist ein Dienstag. Und die Stadt lädt ein in die Kongresshalle, konkret in den Händelsaal. Ab 19 Uhr darf man rein und schon mal die Fühler ausstrecken, 19.30 Uhr beginnt die Auftaktveranstaltung für ein Leipziger Zukunftsprojekt. Motto: Leipzig weiter denken. mehr…
Am 24. Mai um 15 Uhr lädt der Garten Annalinde mit Kaffee und Kuchen herzlich zur Eröffnung seiner Gartensaison ein. Seit Juni 2011 gibt es den mobilen Nutzgarten auf der Freifläche hinter der Bibliothek Plagwitz. Neben Kohl und Kartoffeln in Säcken werden dort Radieschen, Salat und Tomaten zusammen mit einer Vielzahl weiterer, teils alter Kultursorten in mobilen Hochbeeten angebaut. mehr…
Das nächste Monatlich Gespräch über Wissenschaft findet am Mittwoch, 23. Mai, um 19:30 Uhr im Haus des Buches (Gerichtsweg 23) statt. Moderiert wird es von Bettina Kremberg und Ulrich Johannes Schneider. Im Mittelpunkt steht Martin Seel, der über "111 Tugenden. 111 Laster" spricht. mehr…
Die Königin der Instrumente, die Orgel, ist zu Pfingsten in der Kirche Zuckelhausen, Zuckelhausener Ring, zu entdecken und zu hören. Am Sonnabend, dem 26. Mai 2012, erläutert Orgelbauer Stefan Pilz bei einer Orgelführung um 10 Uhr die Funktionsweise der Johann-Gottlob-Mende-Orgel (1822). mehr…
Mitteldeutschland befindet sich mitten in der Luther-Dekade. 2012 ist das Jahr der Musik. 2017 jährt sich Luthers Thesenanschlag zum 500. Mal. Und die Evangelische Verlagsanstalt hat ein Heft-Projekt gestartet, das im Mai 2011 mit Nürnberg startete und den Verlag auf Jahre beschäftigen wird: Orte der Reformation. Das wichtigste Heft liegt jetzt mit "Wittenberg" vor. mehr…
In Verfassungsschutzberichten landen nicht nur die wirklich staatsgefährdenden Organisationen. Oft beobachten die Schlapphüte auch Parteien und Vereine, von denen sie die Gefährdung nur vermuten. Manchmal über Jahrzehnte ohne Ergebnis. Da ist es schon erstaunlich, dass die Bundesregierung allein diese Beobachtungen zum Vorwand nehmen will, Vereinen ihre Gemeinnützigkeit abzuerkennen. mehr…