Risiko durch Zeitumstellung: Mehr Herzinfarkte nach Wechsel zur Sommerzeit
Redaktion
28.03.2009
Herzinfarkt.
Foto: DAK / Wigger
Wenn am 29. März die Uhren wieder um eine Stunde vor – auf Sommerzeit – umgestellt werden, schlägt das aufs Herz. Denn eine schwedische Studie belegt: In den drei Tagen nach der Zeitumstellung, steigt das Risiko einen Herzinfarkt zu erleiden signifikant.
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Grundlage der Forscher aus Stockholm ist ein schwedisches Register, in dem seit 1987 landesweit alle Daten zu Infarkten gesammelt werden (NEJM 359, 2008, 1966).
DAK-Krankenhaus-Daten stützen jetzt diese Ergebnisse. „Unsere Daten zeigen, dass an den drei Tagen nach der verkürzten Nacht, 25 Prozent mehr Menschen wegen eines Herzinfarktes ins Krankenhaus eingeliefert werden als im Jahresdurchschnitt“, sagt der DAK-Experte Jörg Petersen.
Verglichen wurden bei der DAK die letzten drei Jahre. So gab es in 2006, 2007 und 2008 im Schnitt jeweils 55 Krankenhauseinweisungen wegen Herzinfarkt in den drei Tagen nach der Zeitumstellung zur Sommerzeit. Sonst sind es bei der DAK durchschnittlich 44 Einweisungen pro Tag. „Es kann immer mal Abweichungen vom Durchschnitt geben“, erklärt Petersen. „Die Häufung in allen drei Jahren ist aber auffällig.“
Zeitumstellung erhöht Herzinfarktrisiko.
Foto: DAK/ Wigger
Die Ärztin Dr. Waltraud Pfarrer vermutet als Ursache unter anderem Schlafmangel und die Änderung des Biorhythmus. Sie hat deshalb ein paar Tipps für einen gesunden Wechsel auf die Sommerzeit zusammengestellt:
Bereits ein paar Tage vor der Zeitumstellung immer etwas früher zu Bett gehen und auch die Mahlzeiten früher als gewohnt einnehmen. Denn der Körper ändert seinen Rhythmus nicht von einem Tag auf den anderen.
An den ersten Tagen nach der Umstellung abends möglichst leicht essen, üppige Mahlzeiten auf die Mittagszeit verschieben. Und: Keine aufputschenden Getränke wie Kaffee vor dem Schlafengehen trinken.
Wer abends unter Einschlafproblemen leidet, sollte Dragees oder Kräutertees mit Baldrian, Hopfen, Johanniskraut und Melisse ausprobieren. Auch autogenes Training hilft. Schlafmittel nur nach Rücksprache mit dem Arzt einnehmen.
Wen tagsüber die Müdigkeit plagt, der legt am besten eine kurze Pause ein. Optimal: Ein kurzer Rundgang an der frischen Luft.
Am Sonntag, 29. März 2009, wird die Uhr um 2:00 Uhr auf 3:00 Uhr eine Stunde vorgestellt. Dabei findet der Wechsel von der Winterzeit (Normalzeit) in die Sommerzeit statt. Die Nacht ist dann eine Stunde kürzer.
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