Gute Vorsätze 2010: Forsa hat die Deutschen gefragt – und die Sachsen natürlich auch
Redaktion
21.12.2009

Arbeits-Stress.
Die Deutschen haben sich für das Jahr 2010 viel vorgenommen. Das tun sie jedes Jahr, oft genug sehr hoffnungsfroh und blauäugig. Doch im Kern stecken in den wichtigsten Wünschen sehr verständliche Wünsche an ein anderes Leben.
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Denn die Top 3 der guten Vorsätze sind: Stress abbauen (59 Prozent), mehr Zeit mit der Familie und den Freunden verbringen (51 Prozent) sowie mehr Sport treiben (50 Prozent). Das ergab eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag der DAK. Dazu wurden vom 4. bis 26. November 2009 über 3.000 Bundesbürger befragt.
Besonders gestresst fühlen sich die 30- bis 44-Jährigen. Vor allem der Zeitdruck im Job (64 Prozent), der Anspruch, Beruf und Familie unter einen Hut zu bekommen (54 Prozent), sowie finanzielle Sorgen (48 Prozent) setzen sie unter Strom.
„In dieser Lebensphase kommt alles zusammen: die Karriere, die Kinder, das Haus. Da ist es oft schwer, immer allen gerecht zu werden“, sagt Frank Meiners von der DAK. Der Diplom-Psychologe warnt: „Dauerhafte Überlastung kann krank machen. Die Balance zwischen beruflichen Anforderungen und Entspannung mit der Familie ist wichtig, um leistungsfähig zu bleiben.“
Im Vergleich zur DAK-Umfrage für das Jahr 2008 spielen gesundheitliche Sorgen und familiäre Probleme heute eine größere Rolle. „Vor zwei Jahren fühlte sich etwa jeder Dritte dadurch gestresst, heute ist es schon fast jeder Zweite“, sagt Meiners. Da zeigt das moderne Wirtschaftsleben, wie sehr das "Allzeit bereit" auf die Gesundheit der Erwerbstätigen durchschlägt.
Stressauslöser sind offensichtlich auch einkommensabhängig: Während Geringverdiener gesundheitliche und finanzielle Sorgen plagen, sind es bei den Gutverdienern die beruflichen Zwänge und familiärer Ärger. Die größte Angst vor einem Jobverlust haben Bürger mit mittleren Einkommen.
Kräftig sparen wollen die unter 30-Jährigen und Familien mit Kindern. Etwa jeder zweite Befragte möchte sich im kommenden Jahr gesünder ernähren. Mehr Männer als Frauen haben dem Fernseher, Alkohol und Nikotin den Kampf angesagt. Ob die guten Vorsätze etwas taugen, wird sich zeigen. Immerhin blieben mehr als die Hälfte der Befragten (54 Prozent) länger als drei Monate ihren Vorsätzen aus dem vergangenen Jahr treu oder sie halten sich heute noch daran. Das beste Durchhaltevermögen haben die Bürger in Sachsen, das schlechteste die Bremer. Bei 69 % der Sachsen hielten die guten Vorsätze länger als 3 Monate (Bundesdurchschnitt: 54 %).

59 % der Bundesbürger wollen 2010 weniger Stress.
Foto: Ralf Julke
Vielleicht lag's auch an der Art der Vorsätze. Denn das Rauchen aufgeben wollen 2010 zum Beispiel nur 10 % der Sachsen – immerhin eine der schwersten Aufgaben, die man sich als Nikotinsüchtiger stellen kann. Weniger Alkohol trinken will auch nur jeder Zehnte, weniger Fernsehen hingegen jeder Fünfte. Sparsamer sein wollen nur 27 % der Sachsen – einer der niedrigsten Werte in der Umfrage. In Brandenburg sind das z.B. 38 Prozent. Und auch das mit dem Abnehmen haben sich nur 32 Prozent der Sachsen vorgenommen (Hamburg und Niedersachsen 39 %).
Auch beim Stress-Vermeiden machen sich die Sachsen mit 53 % nicht so viel Stress wie zum Beispiel die Bremer (66 %) oder Brandenburger (65 %). Und gesünder ernähren wollen sich auch nur 37 % (Hamburg, Bremen und Brandenburg: 50 %). Ganz nach dem Motto: Wer langsam fährt, kommt auch ans Ziel – sieht aber mehr von der Landschaft.
Was aber nichts daran ändert, dass auch die Wunsch-Hitliste für 2010 die Kehrseite einer Gesellschaft widerspiegelt, die in der Jagd nach dem immer Mehr für immer weniger ein immer irrsinnigeres Tempo bedeutet, während der Rest Stress mit dem Geld hat. Was im deutschen Durchschnitt zuallererst auf Familien mit Haushaltsnettoeinkommen unter 1.000 Euro zutrifft.
Doch die Sachsen gehören zu den Bundesbürgern, die sich vom Geld am wenigsten hetzen lassen: Nur 33 Prozent sagen, dass finanzielle Sorgen ihnen Stress bereiten. Das ist weniger als in deutlich besser verdienenden Regionen wie Bayern (38 %), Hamburg (40 %), Baden-Württemberg (35 %) oder gar Hessen (43 %).
Was sagt einem das? – Auch Geld, das man nicht ausgeben kann, hilft, weniger Stress zu haben. Man spart sich den Ärger mit der Finca auf Mallorca, dem miesen Wetter auf der Kreuzfahrt, der Delle im Luxusauto oder den langweiligen Typen auf dem Golfplatz. Das, was sich die Deutschen wirklich wünschen, kostet in der Regel wenig oder gar kein Geld.
Hier ist die Hitliste:
1. Stress vermeiden oder abbauen (59 Prozent)
2. Mehr Zeit für Familie/Freunde (51 Prozent)
3. Mehr bewegen/Sport (50 Prozent)
4. Mehr Zeit für sich selbst (47 Prozent)
5. Gesünder ernähren (45 Prozent)
6. Abnehmen (34 Prozent)
7. Sparsamer sein (32 Prozent)
8. Weniger fernsehen (19 Prozent)
9. Weniger Alkohol trinken (13 Prozent)
10. Rauchen aufgeben (12 Prozent)
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